• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Natur: Rote Karte für Exotik im Hausgarten

15.11.2017

Nordenham „Heimische Sträucher werden in Zukunft noch wichtiger werden – auch weil wir einen Rückgang an Insekten erleben. Sie brauchen ebenso wie unsere Wildvögel mehr Lebensräume“, sagt Rainer Stoffers, Leiter des Bauhofes der Stadt. „Wir und einige Kunden achten darauf, mehr heimische Gehölze zu pflanzen, aber es kann und sollte noch viel mehr getan werden“, bestätigt Thomas Schmeyer, Inhaber der Nordenhamer Firma Boekhoff-Gartenbau. Auch Stephan Deberding von der Garten- und Landschaftsbau-Firma K.W. Siefken unterstützt einen Appell des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Nahrungsangebot

Der BUND ruft dazu auf, jetzt im Herbst heimische Sträucher zu pflanzen und auf exotische Gehölze zu verzichten. Denn heimische Pflanzen bieten den hiesigen Tieren, insbesondere Vögeln, erheblich mehr Futter als fremdländische Pflanzen. Zudem sind sie ein schier unerschöpfliches Nahrungsangebot für zahlreiche Insekten in allen Entwicklungsstadien.

So könne auch ein Beitrag gegen das Insektensterben geleistet werden, „das aber seine Ursache vor allem in der intensivierten Landwirtschaft hat“, sagt Bernd Quellmalz, BUND-Regionalgeschäftsführer Weser-Elbe.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Seinen Angaben zufolge naschen zum Beispiel mehr als 60 Vogelarten am Schwarzen Holunder. Der Eingriffelige Weißdorn ernähre 32 Vogelarten – ihre verwandten Exoten Chinesischer Wacholder und Scharlachdorn nur vier bzw. eine einzige Art.

Exoten ohne heimische Verwandte wie zum Beispiel Rhododendron bieten den Vögeln überhaupt nichts zu fressen.

„Gerade jetzt im Herbst boomt leider das Geschäft mit den fremdländischen Ziergehölzen und Nadelbäumen, weil sie nicht selten anspruchslos und billig sind. Für die heimische Fauna sind sie aber vollkommen wertlos“, bedauert BUND-Sprecher Bernd Quellmalz.

Alle Gartenbesitzer sollten daher auf Exoten wie Kirschlorbeer, Rhododendron, Lebensbaum und ähnlichem verzichten. Statt des immergrünen Kirschlorbeers seien die heimischen, ebenfalls immergrünen Arten Ilex und Liguster zu empfehlen.

Widerstandsfähiger

In diesem Zusammenhang weist der BUND darauf hin, dass heimische Arten auch anspruchsloser und widerstandsfähiger gegenüber witterungsbedingten Einflüssen und Schädlingen seien. Außerdem ließen sich Gehölze für jeden Standort finden: Weißdorn und Wildrosen mögen es gerne sonnig, Haselnuss und Pfaffenhütchen genügt ein halbschattiger Standort und Heckenkirsche gibt sich mit einem schattigen Plätzchen zufrieden.

Fremdländische Gehölze bereiteten dagegen zusätzlich oft Probleme mit Laub und anfallendem Strauchschnitt. Bernd Quellmalz: „Die Mikroorganismen im Boden können das exotische Blatt- und Strauchwerk zu selten zersetzen.“ Als Folge davon würden Laub und Strauchschnitt anderweitig entsorgt, im schlimmsten Fall sogar widerrechtlich in der freien Landschaft. Dem Garten werde aber so wertvolle Biomasse entzogen. Langfristig müsse künstlich gedüngt werden.

Gegen Steingärten

Rainer Stoffers hält für die nördliche Wesermarsch auch Felsenbirne und Obstgehölze für gut geeignete heimische Arten. Der gelernte Landschaftsgärtner und Diplomingenieur Landespflege fügt hinzu: „Reine Steingärten ohne jedes Grün sollten verboten werden, weil sie keinerlei Lebensraum mehr bieten.“

Stephan Deberding findet Pfaffenhütchen wegen ihrer leuchtend-roten Herbstfärbung besonders schön – ebenso Kupfer-Felsenbirne und immergrüne und rotlaubige Berberitze.

Der Diplom-Ingenieur Landschaftsbau und Freiraumplanung möchte jedoch nicht von sogenannten Neubürgern Abstand nehmen. In den vergangenen 200 Jahren haben sich laut Stephan Deberding viele neue Pflanzenarten und Sorten etabliert, die in der heutigen Gartenplanung nicht mehr wegzudenken seien und nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen auch von der heimischen Tierwelt als Lebensraum und Nahrungsquelle angenommen werden. Dazu gehören Hartriegel und Schneebälle.

„Es gibt jedoch auch invasive Arten wie Herkulesstaude, indisches Springkraut oder japanischer Staudenknöterich. Sie sollten auf keinen Fall gepflanzt und gegebenenfalls entfernt werden, weil sie die heimische Fauna verdrängen.“

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
Rufen Sie mich an:
04731 9988 2206
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.