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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Stadt nimmt Strandwühler ins Visier

21.09.2017

Nordenham Als Viola und Sascha Schieffer vor zwei Jahren den Nordenhamer Campingplatz übernommen hatten, fanden sie die vielen Kaninchen, die zwischen den Wohnwagen herumhoppelten noch ganz niedlich. Inzwischen hat sich die Sichtweise der Campingplatz-Betreiber geändert. Grund sind die Schäden, die die Tiere anrichten – nicht nur auf dem Campingplatz, sondern auf dem gesamten Strandgelände zwischen Union-Pier und Großensieler Hafen. Inzwischen spricht auch die Stadtverwaltung von einer Kaninchenplage und ist der Ansicht, dass dringend etwas getan werden muss.

Bei der Finanzausschusssitzung am Mittwoch im Rathaus stand das Thema erstmals auf der Tagesordnung. Die Stadtverwaltung will die Jagd auf die Hasentiere am Strand freigeben. Am 15. Oktober soll sie beginnen. Zunächst ist eine Beizjagd mit Habichten und Bussarden geplant. Das alleine wird aber nicht reichen. Deshalb sollen anschließend auch Jäger mit Gewehren zum Einsatz kommen.

Die Stadtverwaltung will verhindern, dass weitere Schäden an den Grundstücken entstehen. Sie hat unter anderem die Befürchtung, dass sich Menschen verletzen, wenn sie an unterhöhlten Stellen einbrechen. Außerdem bestehe für die Kaninchen bei einer Überpopulation die Gefahr, dass sie an Myxomatose erkranken. Dabei handelt es sich um eine nicht heilbare Pockenkrankheit, die in den meisten Fällen tödlich endet. Die Krankheit werde nicht auf Menschen oder andere Tiere übertragen.

Unterhöhlungen

Sascha Schieffer hat schon jetzt viel Arbeit mit der Schadensbegrenzung. Gerade erst haben Kaninchen ein Stromkabel am Kiosk durchgebissen. Immer wieder stellt er Unterhöhlungen unter den Campinghütten fest, wo sich die Langohren besonders gern einnisten. Nicht selten verenden die Tiere darin, was einen üblen Verwesungsgeruch zur Folge hat. Sascha Schieffer musste schon einige Hütten ab- und wieder aufbauen, um die Kadaver zu beseitigen. Eine Holzhütte muss er demnächst komplett abreißen. Ein Wohnmobil ist bereits wegen einer Unterhöhlung auf seinem Stellplatz versackt und musste wieder herausgezogen werden. Sascha Schieffer stellt sich außerdem die Frage, wer die Haftung übernimmt, wenn sich einer seiner Gäste den Fuß bricht. Der Campingplatz ist mit gefährlichen Stolperfallen übersät – Löcher, die die Kaninchen gegraben haben.

Die Stadtverwaltung hat bereits Rücksprache mit der Jägerschaft gehalten und auch die sieht Handlungsbedarf. Bevor die Jäger tätig werden dürfen, muss das Gelände aber erst für die Jagd freigegeben werden. Zurzeit ist die Jagd auf dem Strandbadgelände nicht erlaubt.

Pächter des Jagdbezirks, zu dem das Strandgelände gehört, ist Christian Geil. Nach seinen Worten werden sich die Jäger des Hegerings Nordenham an der Jagd beteiligen, wenn die rechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen sind. Christian Geil weiß, dass eine Jagd in einem von Menschen so stark genutzten Bereich erhebliche Vorsichtsmaßnahmen erfordert. Auch die Stadt weiß das. „Der Schutz der Besucher des Strandgeländes wird selbstverständlich gewährleistet“, heißt es in der Mitteilung der Verwaltung. Unter anderem sollen Schilder und Streckenposten dafür sorgen, dass zum Zeitpunkt der Jagd niemand gefährdet wird.

Christian Geil geht davon aus, dass sich das Problem nicht von heute auf morgen lösen lässt. Er glaubt, dass die Jagd auf die Strandwühler vier Jahre dauern könnte. „Das liegt daran, dass die Tiere schlau sind. Sobald sie merken, dass sie bejagt werden, werden sie vorsichtiger und suchen Schutz.“

Nicht ausrotten

Wie Christian Geil betont, sollen die Tiere nicht ausgerottet werden. Es gehe darum, die Population auf ein „gesundes Maß zurückzusetzen“. Dass es überhaupt zu einer Plage kommen konnte, liegt nach Auskunft des Jägers daran, dass die Kaninchen am Strand keine natürlichen Feinde haben und deshalb tun können, was Kaninchen eben sprichwörtlich tun: sie vermehren sich.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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