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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Wurst und Käse kommen hier direkt in die Box

31.08.2019

Nordenham Mehr und mehr Menschen versuchen inzwischen, bei ihrem Einkauf Plastik zu vermeiden. Gerade auf dem Land und in kleineren Städten gibt es nur in wenigen Geschäften Produkte, die ohne Plastikverpackung verkauft werden. Dass sich nun ein Unternehmen in Nordenham dazu entschlossen hat, beim Einkauf von Wurst, Fleisch und Käse die Möglichkeit zu bieten, auf Plastikverpackung zu verzichten, war für die Mitglieder des plastikfreien Stammtisches und der Nabu-Ortsgruppe Nordenham ein Grund zum Feiern.

Rund zehn Mitglieder der beiden Gruppen trafen sich spontan zum Einkauf an der Fleisch- und Käsetheke im Edeka-Markt in Atens. Denn das Unternehmen bietet dort nun ein Mehrwegkonzept an und weist darauf auch im Internet hin. „Wir wollten uns eigentlich im Schrebergarten zum Stammtisch treffen, aber dann haben wir auf der Facebookseite den Hinweis auf das Konzept gesehen“, erzählt Inga Lüdke, Mitbegründerin des plastikfreien Stammtisches. „Es gab einen großen Freudenaufschrei in unserer Gruppe, und wir haben gedacht, wir machen auf diese Möglichkeit aufmerksam und zeigen dem Unternehmen, dass es auch Kunden gibt, die das nutzen möchten.“

Die Stammtisch-Mitglieder und der Nabu hatten vor einigen Wochen eine andere in Nordenham ansässige Supermarktkette angeschrieben und um die Einführung eines solchen Mehrwegkonzeptes gebeten. Eine Antwort hatten sie jedoch nicht bekommen.

Einfaches Prinzip

Das Prinzip ist einfach: Die Kunden bringen ihre eigenen, selbstverständlich sauberen, Frischhalteboxen mit in das Geschäft. Die Mitarbeiter an der Theke reichen dem Kunden ein Tablett über den Tresen, auf das sie ihre Box stellen. Diese legen die Mitarbeiter dann samt des Tabletts auf die Waage und befüllen die Box mit Ware.

Der Kunde nimmt den gefüllten Behälter wieder herunter, erläutert Mitarbeiterin Karin Haase. „So habe ich die Dose gar nicht berührt“, sagt sie. Den Bon kleben die Kunden dann selbst auf ihre Dose. Eine Einschränkung gibt es aber doch. Es sollen möglichst keine Glasgefäße genutzt werden, falls diese herunter fallen. Für Karin Haase und ihre Kollegen erfordere das neue Konzept allerdings einen höheren Arbeitsaufwand, sagt die Mitarbeiterin. „Aber man freut sich ja selbst über jede Folie, die man einspart“, sagt sie.

Sich selbst hinterfragen

Das sieht Inga Lüdke genauso. „Wenn man sich nicht selbst hinterfragt, ändert sich nichts“, meint sie. Ironischerweise sei gerade die Eigenschaft, wegen der Plastikverpackungen lange als positiv galten, gleichzeitig auch der große Nachteil: „Es ist lange haltbar und günstig herzustellen“, weiß Inga Lüdke. „Aber wir sind nicht annähernd so gut im Recyceln, wie wir immer meinen“, fügt sie hinzu. Je mehr Forschung betrieben werde, desto deutlicher zeigen sich die Auswirkungen. „Jetzt wurde sogar schon im Schnee der Arktis Mikroplastik gefunden“, führt sie als Beispiel an.

„Der Verbraucher hat es in der Hand“, ist auch Detlef Glückselig von der Nabu-Ortsgruppe Nordenham überzeugt. Es gebe mittlerweile so viele Leute, die beim Einkaufen nach plastikfreien Alternativen fragen, dass die Händler eigentlich nicht darum herum kommen, zu reagieren, meint er. „Wir hoffen, dass das Konzept Schule macht und Nachahmer findet, damit wir alle plastikfrei einkaufen können“, sagt das Nabu-Mitglied.

Inga Lüdke und Detlef Glückselig sind sich aber einig, dass bei vielen anderen Produkten noch Handlungsbedarf in Sachen Plastikfreiheit bestehe. „Dass ich als jemand, der sich Gedanken um die Umwelt macht, mir beim Einkaufen immer noch wie ein Freak vorkomme, darf heute einfach nicht mehr sein“, sagt Inga Lüdke.

Weitere Informationen zu den Treffen des plastikfreien Stammtisches gibt sie gerne. Inga Lüdke ist am besten in der Buchhandlung von Bestenbostel (04731/923040) zu erreichen.

Merle Ullrich Nordenham / Redaktion Nordenham
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