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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Baguette und Käse für das Abendessen

14.11.2017

Nordenham /Putanges-Pont-Ecrepin Wir sind in Frankreich in der normannischen Schweiz. Hügel und dichte Vegetation prägen die Landschaft. Unseren ersten Housesit fanden wir über die Website „Trusted Housesitters“ im 1000 Seelendorf Putanges-Pont-Ecrepin.

Das Ehepaar John und Patricia kommt ursprünglich aus den Niederlanden. Vor 15 Jahren kauften sie das Anwesen in der Normannischen Schweiz, die Villa Corbon. Auf 1,2 Hektar Land befinden sich eine herrschaftliche Villa und ein Gästehaus. Das dreistöckige Nebengebäude wird unser Zuhause. Es gibt vier Schlafzimmer. Wir haben die Qual der Wahl, welches wir beziehen.

Eigentlich wollten Patricia und John für zweieinhalb Wochen verreisen. Aber ihre Pläne änderten sich kurzfristig, so dass wir eine Woche mit ihnen zusammen auf dem Anwesen verbringen. Das führt zu diversen Einladungen zum Abendessen. Wir erfahren vom Alltag eines Tierarztes und Johns Liebe zu Pferderennen. Patricia lernte er als Assistentin der Tierklinik kennen. Er verliebte sich Hals über Kopf in sie. Die Beiden sind seit über vierzig Jahren ein Paar.

Ein typischer Tag vor Ort sieht für uns folgendermaßen aus: Morgens füttern wir die Hühner und säubern ihre Voliere. Die Tiere sind schon älter und verbringen gelassen ihren Lebensabend. Frühstückseier sind damit lediglich eine freundliche Zugabe. Jeden zweiten Tag muss der Gemüsegarten gewässert werden. Wir können uns an den reifen Tomaten bedienen und werden gebeten, keine Himbeeren an den Sträuchern zu vergessen. Im Haus müssen zwei Katzen gefüttert und die Katzentoilette gesäubert werden. Das geflieste Terrain um den Pool will gefegt sein. Um 16 Uhr bekommen die Hunde Futter. Das ist alles.

Trotz guter Einarbeitung gibt es unerwartete Zwischenfälle. Eine der Hündinnen springt auf die Durchreiche zwischen Küche und Esszimmer. Dabei wirft sie eine Weinkaraffe um. In dieser Karaffe befand sich ein halber Liter Rotwein der sich spritzend über weiße Lammfelldecken und Kissen verbreitet. Mir bleibt fast das Herz stehen.

An einem anderen Morgen findet Simon einen Hahn blutend und apathisch im Gehege. Er scheint in einen Kampf verwickelt worden zu sein. Wir trennen ihn zur Erholung von den anderen.

Ansonsten bleibt uns reichlich Zeit, die Gegend zu erkunden. Patricia und John überlassen uns eines ihrer Autos. An sonnigen Tagen fahren wir durch die dünn besiedelten Gebiete der Normandie. Wir wandern durch kleine Städte mit typisch alten Steinhäusern und Kopfsteinpflaster. Ich belebe meine Französischkenntnisse. Besonders gefällt uns Bagnoles de l’Orne. Der Ort ist bekannt für seine Heilbäder und die Art-Déco-Architektur.

In Argentan besichtigen wir zwei Kirchen aus dem 15. Jahrhundert. Auf dem Rückweg kaufen wir Baguette, Käse und Wein für das Abendessen.