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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

„Das könnte eine der schönsten Straßen werden“

10.11.2017

Nordenham Sie galt als eine der marodesten Straßen im Stadtgebiet. Immer wieder mahnten Anlieger Sanierungsbedarf an. Mehrmals fiel das Vorhaben bei Haushaltsberatungen runter. Jetzt erreichen die am 14. Juni gestarteten Arbeiten für eine Erneuerung der Weserstraße die Zielgerade.

„Das könnte eine der schönsten Straßen Nordenhams werden“, meint Richard Meyer, Mitarbeiter im Tiefbauamt der Stadt. „Das hoffen wir auch“, sagen die beiden Sprecher der Anlieger, Dieter Winkler und Fred Hentschel.

Hoher Preis

Die Anlieger müssen dafür allerdings einen hohen Preis zahlen. Denn hier gilt die Straßenausbau-Beitragssatzung. Folglich müssen die Anlieger 60 Prozent der Gesamtkosten übernehmen.

Dieter Winkler (72) wohnt seit 40 Jahren an der Weserstraße. Er schätzt, dass jeder Anlieger durchschnittlich 6000 Euro zahlen muss – er selbst sogar etwa 9000 Euro, weil er einen größeren Garten hat. „Aber vielleicht gewinnen unsere Grundstücke durch diese Straßenerneuerung auch ein wenig an Wert“, hofft Fred Hentschel (61), der seit 1992 Anwohner ist.

Die Stadt hat bei einer Informationsveranstaltung im Oktober vergangenen Jahres und bei einer Anliegerversammlung im Januar dieses Jahres nach einer verträglichen Lösung für den 150 Meter langen Straßenabschnitt gesucht. Herausgekommen ist laut Richard Meyer „eine kostengünstige und schöne Alternative zu sonst üblichen Ausbauvarianten.“ Die Anlieger-Sprecher bestätigen: „Damit sind alle zufrieden.“

 So sieht diese Lösung aus: Die Fahrbahn wird in Asphaltbauweise auf 5,50 Meter Breite ausgebaut. Auf beiden Seiten schließt sich ein grau gepflasteter Streifen von einem Meter Breite an. Diese Fläche kann zum teilweisen Aufparken von Autos, zum Gehen oder Aufstellen von Mülltonnen genutzt werden.

Beim Parken stehen die Fahrzeuge etwa einen Meter auf der asphaltierten Straße. Doch selbst wenn an beiden Straßenseiten gleichzeitig geparkt wird, bleibt eine 3,50 Meter breite Fahrbahn, die auch für Müllautos ausreicht.

 An die graue Mischfläche schließt sich ein 1,50 Meter breiter Gehweg mit roten Betonpflastersteinen an.

 Fahrbahn, Mischfläche und Gehweg sind ebenerdig. Es gibt keine Bordsteinkanten und Parkbuchten. Das vermeidet Enge und reduziert Kosten. Am Ende der Sackgasse entsteht ein Wendehammer, der vor allem für Müllfahrzeuge gedacht ist.

Müllautos im Visier

Nach Überzeugung der Anwohner waren es schwere Müllfahrzeuge, die ab dem Jahr 2009 der 110 Jahre alten Straße vermehrt Schäden zugefügt haben. Bis dahin hatten sie, so berichtet Dieter Winkler, immer nur die südliche Straßenseite befahren – waren rückwärts in die Sachgasse gesteuert, anschließend auf gleicher Trasse vorwärts wieder rausgefahren und hatten so Spurrillen gefahren.

Dann füllte die Stadt diese Rillen auf und verordnete eine Verlagerung der Mülltouren auf die andere Straßenseite – mit der Folge, dass dort Schäden von Jahr zu Jahr größer wurden. „Die Klinkersteine standen teilweise hochkant“, berichtet Dieter Winkler.

Die Kanalisation ist jetzt für etwa 167 000 Euro erneuert worden. Seit letzter Woche sind fünf neue Straßenleuchten im Betrieb. Sie haben etwa 8000 Euro gekostet. Die Straßenbaukosten sind auf 240 000 Euro veranschlagt. Somit belaufen sich die Gesamtkosten auf etwa 415 000 Euro.

Jetzt fehlen noch die Pflasterarbeiten auf einer der beiden Seiten der Weserstraße und die Asphaltdecke für die Fahrbahn. Die Pflasterarbeiten sollen bis 20. November vollendet sein. Unmittelbar danach soll die Asphaltdecke aufgebracht werden. Damit wäre dieses außergewöhnliche Sanierungsvorhaben abgeschlossen.