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Englische Siedlungen: Bima will 270 Häuser sanieren
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Aktualisiert vor 42 Minuten.

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Englische Siedlungen: Bima will 270 Häuser sanieren

NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Wenn das Einkaufen zum Erlebnis wird

24.07.2018

Nordenham In den Sommerferien mal einen Ausflug in die Vergangenheit machen? Dazu lädt das historische Kaufhaus in Abbehausen ein. In dem Gebäude an der Butjadinger Straße 101 ist nicht nur ein Haushaltswarengeschäft untergebracht. Im hinteren Teil richtete ein Förderverein, der sich 1996 gegründet hat, auch eine Ausstellung ein. Mehr als 150 Jahre Kaufhausgeschichte werden dort dokumentiert.

„Was es in dem Museum zu sehen gibt? Das kann ich nur schwer beantworten. Man muss sich das anschauen. Das ist eine Zeitreise“, erzählt Susanne Schiller. Seit 2010 betreibt die Schwiegertochter des vorherigen Ladenbesitzers, Elmer Freese, das Haushaltswarengeschäft in den original erhaltenen Verkaufsräumen.

Schon hier bekommen Besucher das Gefühl, ein Museum betreten zu haben: Allein die Ladentheke und die alte Kasse sind Zeugen längst vergangener Zeiten. Auch Originalverpackungen von Glühbirnen, Kaffee oder Tee stapeln sich auf Regalen bis unter die hohe Decke.

Nostalgische Werbeblechschilder säumen die Wände –nichts davon ist retro. „Es ist alles original erhalten. Das macht den kleinen Unterschied“, so Susanne Schiller.

Kaufen können Kunden bei ihr von Geschirr über Bürsten und Feudel bis hin zu Grußkarten und Wolle fast alles, „was man nicht im Supermarkt von der Stange kaufen kann“, wie die Ladeninhaberin betont. Der Schwerpunkt liegt auf Haushaltswaren, da diese die Firmengeschichte repräsentieren.

Bis 2009 führte Elmer Freese den Laden als Gemischtwarenladen in vierter Generation der Firma J.H. Büsing Sohn, gegründet 1853 von Johann Hermann Büsing. Elmer Freese hatte den Laden 1965 von seinem Vater Elimar übernommen. Dieser wiederum übernahm 1927 die Geschäfte von Gustav Heinrich Büsing, Sohn und Nachfolger des Firmengründers.

Firmentradition lebt

Nach dem Tod von Elmer Freese erbte seine Tochter Tanja Schiller das Wohn- und Geschäftshaus. Der museale Teil des Gebäudes wurde an den Förderverein vermietet. Für den Laden suchte sie ebenfalls Mieter, um die Kosten des denkmalgeschützten Gebäudes zu decken. Eine Mieterin fand sie in ihrer Schwägerin Susanne. Deren Mann ist wie seine Schwester Tanja Schiller in dem Gebäude aufgewachsen. „Wir wollten mit dem Laden eine Verbindung zur Firmengeschichte herstellen“, sagt Susanne Schiller.

Ist schon der Besuch des Ladens ein Erlebnis, wird Geschichte im musealen Teil so richtig erlebbar – mit allen Sinnen. Rund 160 Jahre Kaufhausgeschichte werden hier lebendig. „Einen Tante-Emma-Laden findet man auch andernorts“, sagt Tanja Schiller, während sie durch die Ausstellungsräume führt, „aber es ist eben diese Verbindung. Das beginnt, wenn man reinkommt und den alten Türknauf in der Hand hat. Dann dieser Geruch.“ Es riecht nach Holz, nach altem Gebäude, nach alten Verpackungen und Gerätschaften. Hier ist Geschichte zu sehen, zu fühlen und zu riechen.

Ein Stück Zeitgeschichte

In den Ausstellungsräumen des Museums stapeln sich Requisiten und Relikte aus längst vergangenen Zeiten: Ofenrohre, Küchengeräte, Bügeleisen und Wärmflaschen aus unterschiedlichen Jahrzehnten. Seifen, Schokoladentafeln, Bonbondosen und Backutensilien lagern auf und hinter der historischen Ladentheke. Ein altes Anschreibebuch liegt auf dem Tresen. Schlittschuhkufen reihen sich neben Rollschuhe in einem Regal gleich neben Föhnmodellen verschiedener Generationen ein. Sogar ein symbolisches altes Klassenzimmer sowie das frühere Büro der Geschäftsinhaber können bestaunt werden.

All dies ist der Sammelleidenschaft der vier Ladenbesitzer seit 1853 geschuldet. „Keiner von den konnte etwas wegwerfen“, berichtet Susanne Schiller. Sämtliche Geschäftsbücher seit 1853 wurden so aufbewahrt – und sind nun im Museum ausgestellt. „Wer wissen will, was ein Pfund Butter im Jahr 1867 gekostet hat, kann das hier nachlesen. Das ist auch ein Stück Zeitgeschichte“, so Susanne Schiller. Auf die Frage, ob das historische Kaufhaus einmalig in der Region ist, antwortet sie: „Vielleicht sogar in ganz Deutschland.“

Derzeit mag der Trend wieder mehr zu Minimalismus gehen. Das historische Kaufhaus in Abbehausen stellt hingegen unter Beweis, dass Sammeln und Aufbewahren für die Nachwelt manchmal doch nicht so verkehrt ist.

Nathalie Meng Volontärin, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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