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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Sonderausstellung Im Museum Nordenham: Die schönsten Alleen geben sich die Ehre

07.11.2019

Nordenham Im Vergleich zu anderen Regionen hält sich der Baumreichtum in der Wesermarsch zwar in Grenzen. Aber das heißt noch lange nicht, dass es hier keine prachtvollen Alleen gibt. Besonders imposant ist eine Baumstraße in Havendorfersand bei Kleinensiel. Dort bilden die Äste von Spitzahorn und Esche ein geschlossenes Kronendach. Mit seiner herausragenden Bedeutung als Natur- und Kulturgut zählt der dicht bewachsene Wirtschaftsweg in Stadland sogar zu den schönsten und wertvollsten Alleen in Niedersachsen. Diesen Ehrentitel hat die etwa 1100 Meter lange Allee in Stadland vom Niedersächsischen Heimatbund (NHB) verliehen bekommen. Den Anlass dafür gab ein 2015 gestartetes Projekt, mit dem der NHB eine repräsentative Übersicht und Kartierung der niedersächsischen Alleen erstellen will. Bislang sind rund 2000 solcher Straßen erfasst.

Wichtig für die Natur

Zu dem Projekt unter der Leitung der Landschaftswissenschaftlerin und Baumexpertin Nora Kraack gehört auch eine Sonderausstellung. In dieser Exposition, die ab Sonntag, 10. November, im Museum Nordenham zu sehen ist, sind 60 ausgewählte Alleen mit Fotos und Informationen dargestellt. Die Allee in Havendorfersand ist ebenfalls dabei, weil sie unter naturschutzfachlichen Gesichtspunkten als ein Paradebeispiel gilt. „Diese Allee prägt in hohem Maße die weitläufige Marschenlandschaft und ist als Lebensraum und Biotop von besonders hoher Bedeutung für den Naturhaushalt“, heißt es in der Beschreibung.

Bis zum 1. März

Die Ausstellung „Land der Alleen“ ist bis zum 1. März im Museum Nordenham an der Hansingstraße 18 zu sehen.

Die Eröffnungsveranstaltung findet am Sonntag, 10. November, ab 11 Uhr statt. Die Projektleiterin Nora Kraack hält einen einführenden Vortrag.

Das Museum Nordenham ist in der Wintersaison, die von November bis März läuft, sonnabends von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 10.30 bis 17 Uhr geöffnet.

An der Erfassung der Alleen haben sich auch viele Bürger beteiligt. NHB-Mitarbeiter nahmen ihre Hinweise auf, fertigten Fotos an und bauten so schrittweise ein umfangreiches Register auf, das online unter der Adresse www.alleen-niedersachsen.de abgerufen werden kann.

Projektleiterin Nora Kraack betont, dass die Erfassung noch nicht abgeschlossen ist und weitere Meldungen möglich sind. „Wir freuen uns über jeden Hinweis auf eine schöne Allee“, sagt sie. Voraussetzung für die Aufnahme in die Dokumentation ist, dass die Allee mindestens 100 Meter lang ist und die Bäume in einer Flucht an beiden Straßenseiten stehen.

Laut Nora Kraack möchte der Heimatbund mit der Aktion das öffentliche Bewusstsein für die Schönheit und die Schutzwürdigkeit von Alleen stärken. Mit dem Projekt habe der NHB Neuland beschritten und erstmals eine Bestandsaufnahme für sämtliche Alleen in ganz Niedersachsen auf den Weg gebracht. In der Sonderausstellung, die jetzt in Nordenham gezeigt wird, sind die Baumstraßen nach sechs Themengruppen geordnet.

Nach Angaben der Landschaftswissenschaftlerin aus Hannover stehen die meisten Alleen nicht unter Schutz. Nur in Ausnahmefällen seien sie als Natur- oder Kulturdenkmal eingestuft. Das gelte für etwa 7 Prozent des beim NHB registrierten Bestandes. Ziel müsse sein, diesen Anteil deutlich zu erhöhen. Neben dem Erhalt der bestehenden Alleen fordert der Heimatbund, neue Baumstraßen anzulegen. „Sonst sterben die Alleen irgendwann aus“, sagt Nora Kraack und verweist auf die wichtige Funktion der Bäume für Klima und Natur.

Typische Alleebäume in Niedersachsen sind Linden und Stieleichen. So gesehen sind die Spitzahorn-Reihen in Havendorfersand eine Ausnahmeerscheinung und besonders für die Wesermarsch ungewöhnlich.

Wege begrenzt

Alleen hatten in früheren Jahrhunderten in erster Linie den Zweck, Wege zu markieren und zu begrenzen. Dazu kam der angenehme Nebeneffekt, dass die Baumkronen für Schatten sorgten und einen Regenschutz bildeten. Zudem galten Alleen als vornehmer Beitrag zur Gartengestaltung herrschaftlicher Anwesen. Der Ursprung des Begriffs kommt aus dem französischen Wort „aller“ für „gehen“.

Mit der Zunahme des Automobilverkehrs nach dem 2. Weltkrieg kam für viele Alleen das Aus, weil sie dem Straßenbau weichen mussten. „Inzwischen hat zum Glück ein Umdenken eingesetzt“, sagt Nora Kraack.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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