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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Müssen 34 Bäume an der Hansingstraße weichen?

20.10.2018

Nordenham Müssen 34 Bäume an der 1,9 Kilometer langen Hansingstraße gefällt werden, damit die dortigen Stolperfallen auf Geh- und Radwegen beseitigt werden können? Der Arbeitskreis „Radwegekonzept“, dem Vertreter der Ratsfraktionen und der Verwaltung angehören, meint: Ja. Denn verursacht werden die Stolperfallen durch zahlreiche Wurzelaufbrüche von Bäumen, die Pflastersteine und Platten auf Geh- und Radwegabschnitten hochgedrückt haben.

Eine Art Kompromiss

Der Umweltausschuss des Stadtrates hat sich Donnerstagabend jedoch sehr schwer getan und sich nach kontroverser Diskussion lediglich zu einer Art Kompromiss durchgerungen. Demnach sollen zunächst nur die sieben Bäume gefällt werden, die krank, zu dick oder zu schief gewachsen sind. Über weitergehende Aktionen soll in der nächsten Sitzung des Bauausschusses beraten werden. Somit bleibt vorerst offen, wann wie viele Bäume gefällt werden.

Es gibt ein weiteres Problem: Nach Angaben des Gartenbauexperten in der Stadtverwaltung, Harald Unland, dürfen Bäume aus Naturschutzgründen nur bis zum 28. Februar gefällt werden. Und: Es ist sehr schwer, dafür rasch eine Firma zu gewinnen, denn bundesweit sind Unternehmen mit Aufträgen bereits ausgelastet.

Wie auch immer: Im Umweltausschuss Donnerstagabend haben Mario Kauschmann (Grüne), und Dr. Ulrich Kerney (WIN)) deutlich gemacht, dass sie gegen jede Fällaktion sind.

Mario Kauschmann forderte, Alternativen zu prüfen. Dazu gehören seiner Ansicht nach eine Tempo-30-Begrenzung, ein Fahrradstreifen auf der Fahrbahn der Straße oder auch eine Einbahnstraßenregelung. Ulrich Kerney sagte, wenn so viele Bäume gefällt werden, verliere die Hansingstraße ihren „Ausdruck“. Er fordert daher, jeden Baum ganz genau zu untersuchen.

Für konsequentes und rasches Handeln plädiert dagegen Hergen Kalitzki (FDP). Es gehe nicht mehr um Planungen oder „Fantasien“, sondern um Ergebnisse. „Wir müssen handeln.“

Nicht konzeptlos

In der Diskussion im Umweltausschuss zeigte sich, dass es offenbar auch in der SPD- und der CDU-Fraktion Ratsmitglieder gibt, die das Fällen von Bäumen zumindest skeptisch beurteilen. Das liegt aber offenbar auch daran, dass viele noch gar nicht vollständig über die Problemlage informiert sind. Die Kommunikation zwischen Mitgliedern der Arbeitsgruppe „Radwegekonzept“ und Fraktionen war offenbar bisher unzureichend.

So behauptete CDU-Fraktionschef Horst Wreden (CDU), es liege noch gar keine Planung vor, obwohl die Arbeitsgruppe ein Konzept erarbeitet hat, zu dem das Baumfällen gehört.

 Was bisher geschehen ist und um was es jetzt geht, lässt sich so zusammenfassen:

Weil die Stolperfallen nicht nur ein Ärgernis sind, sondern in den vergangenen Wochen und Monaten zu schweren Stürzen von Fußgängern und Radfahrern geführt haben, sprach sich der Bauausschuss des Stadtrates Anfang September einmütig für eine Sofortmaßnahme aus.

Demnach sollen Steine und Platten, die im Umfeld von Bäumen hochgedrückt worden sind, entfernt werden. An ihre Stelle soll Hansegrand genannter feiner Splitt aufgebracht werden. So entstehen wassergebundene Wegestücke ohne Stolperfallen.

Ein Hansegrand genannter feinkörniger Splittbelag hat sich bereits auf dem Bahndamm zwischen Mittelweg in Nordenham und Bundesstraße 212 in Ellwürden sowie auf Wegen bei den Gateteichen bewährt. Für Geh- und Radwege an Straßen dürfte dieser Belag aber nicht mehr als eine Übergangslösung sein.

Zwischenlösung

Die Arbeitsgruppe „Radwegekonzept“ hat sich nach der Bauausschuss-Sitzung nochmals mit dieser Zwischenlösung befasst und ist dann zum Ergebnis gekommen, dass auch dafür – und nicht nur für eine dauerhafte Lösung durch Neupflasterung – zumindest 28 Bäume auf der Ostseite und 6 auf der Westseite gefällt werden müssen.

Alternativ könne die Zahl auf 22 Bäume mit erster Priorität und 12 im zweiten Zug reduziert werden.

Die Zahl an der Ostseite ist viel größer als auf der Westseite, weil hier auch die Radweg-Stolperfallen und nicht nur die auf Fußwegen mit Hansegrand-Abschnitten beseitigt werden sollen.

Sinnlos ?

Nach Einschätzung des Arbeitskreises macht eine Sofortmaßnahme nur Sinn, wenn die bestimmten Bäume gefällt werden. Einzelne Abschnitte würden dann mit Hansegrand neu belegt, in anderen Abschnitten könnte die Pflasterung repariert werden, in wieder anderen Abschnitten das vorhandene Pflaster bleiben. Die Gesamtkosten werden grob auf 230 000 Euro geschätzt. Erreicht würde eine Übergangslösung, die mehrere Jahre halten könnte.

Als Alternative bliebe nur ein kompletter Neubau der Fuß- und Radwege. Dazu müssten aber nach geltendem Recht die Anlieger Beiträge zahlen. Hergen Kalitzki meint, dass diese Lösung in den nächsten Jahren nicht realisierbar ist, weil sie grob geschätzt ein bis zwei Millionen Euro kosten könnte.

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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