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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Tafel: Freudentränen kurz vor Weihnachten

23.12.2017

Nordenham Freda hat sich von ihrer Barbie-Puppe getrennt. Die Achtjährige zögerte nicht lange, als ihre Mutter Kerstin Oellrich von der Aktion der Wählerinitiative Nordenham (WIN) erzählte. Umgekehrter Adventskalender: Statt jeden Tag ein Türchen aufzumachen, wird jeden Tag ein kleines Geschenk in einer Karton gelegt. Am Freitag hat Kerstin Oellrich gemeinsam mit ihrer Tochter Freda und ihrem zwölfjährigen Sohn Ruben den prall gefüllten Karton zur Nordenhamer Tafel gebracht. Und dort kam er zu all den anderen Kisten, die Silvia Kerney, Mustafa Sahin, Joachim Gorges und all die anderen Kollegen von der WIN gar nicht mehr zählen konnten.

„Wir sind total überrascht, wie viele Menschen mitgemacht haben“, erzählte Silvia Kerney. Mustafa Sahin machte keine Geheimnis daraus, dass er ziemlich gerührt war: „Mir standen die Tränen in den Augen, als ich das gesehen habe.“ Als Moslem habe er keine große Beziehung zu Weihnachten. Die Unterstützung von Hilfsbedürftigen sei für ihn selbstverständlich. Aber mit so vielen Spenden habe er nicht gerechnet.

Idee kommt super an

Tatsächlich waren die Regale bei der Nordenhamer Tafel an der Viktoriastraße am letzten Ausgabetag vor Weihnachten besonders gut gefüllt. Und neben den üblichen Lebensmitteln gab es dank der WIN-Aktion noch eine ganze Menge obendrauf: Schokoladen-Weihnachtsmänner, Spielsachen, Plüschtiere, Rucksäcke, Zahnbürsten, Wolldecken, Bücher, Kosmetik und vieles mehr. Hiltrud Meiners, die im Familien- und Kinderservicebüro des Kinderschutzbundes arbeitet, hatte ebenfalls einige Päckchen mitgebracht. „Wir haben unter den Kollegen und in der Krabbelgruppe gesammelt, weil wir die Idee einfach so toll fanden.“ Kerstin Oellrich und ihrer Familie ging es genauso. Und so wanderten Spielsachen, Süßigkeiten und Lebensmittel wie Würstchen und Tütensuppen im Karton, „vor allem Dinge, die die Kinder selbst gerne mögen“, verriet die Mutter.

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Tafel-Gründer Fred Memenga ist es gewohnt, dass die Spendenbereitschaft kurz vor Weihnachten besonders groß ist. Bei einem Blick auf den Berg an Spenden, die sich am Freitag angesammelt hatten, machte aber auch er große Augen. „Das ist ein Zeichen für das große Zusammengehörigkeitsgefühl, das wir in Nordenham haben.“

Nach den Worten Fred Memenga versorgt die Tafel zurzeit rund 2000 Menschen in der ganzen Wesermarsch. Etwa 400 von ihnen sind Kinder und etwa etwa 200 von ihnen sind unter zwölf Jahre alt. Aber auch die Gruppe der Älteren, die mit ihrer schmalen Rente nicht mehr zurechtkommen, wird immer größer. Etwa 80 Kunden werden beliefert, weil sie nicht mehr mobil genug sind, um zu den Ausgabestellen zu kommen. In der Wesermarsch gibt es vier solcher Stellen. Die größte ist Nordenham. Hier ist immer freitags Ausgabetag. Weitere Ausgabetage sind am Dienstag in Brake, am Mittwoch in Burhave und am Donnerstag in Rodenkirchen.

Angeliefert, sortiert und gegebenenfalls auch aussortiert werden die Lebensmittel in der Nordenhamer Zentrale. Fred Memenga freut sich, dass viele Geschäfte hinter der Tafel-Idee stehen und die Einrichtung unterstützen. „Dort wo es keine Tafeln gibt, werden die Hälfte aller Lebensmittel weggeworfen“, sagte er. „Das können wir uns politisch und moralisch nicht leisten.“ Nach den Worten von Fred Memenga gibt es in ganz Deutschland 900 Tafeln. Sogar auf Sylt gebe es eine Tafel und Menschen, die darauf angewiesen seien.

Auf Geld angewiesen

Fred Memenga bedankte sich für die große Hilfsbereitschaft. Die Tafel finanziert sich ausschließlich aus Spenden. Er selbst trägt einen großen Teil dazu bei, indem er immer wieder Klinken putzen geht und indem er Vorträge hält, deren Erlös der Tafel zugute kommt. Die Einrichtung ist nicht nur auf Lebensmittelspenden angewiesen. Sie braucht auch Geld, um zum Beispiel ihre Gebäude und Fahrzeuge zu unterhalten und um Benzinkosten zu decken.

Am Freitag gesellten sich zu den Ehrenamtlichen an der Ausgabe auch Bürgermeister Carsten Seyfarth und der evangelische Kreispfarrer Jens Möllmann aus Brake. Beide demonstrierten damit auch ihre Wertschätzung für das Projekt.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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