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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Große Gefahr durch streunende Hunde

16.05.2018

Nordenham Silvia Kerney vom Vorstand des Tiersuchdienstes Wesermarsch hat eine Horrorvorstellung: Sie ist mit dem Auto unterwegs. Plötzlich springt ein Hund auf die Straße. Sie reißt instinktiv das Lenkrad herum und überfährt ein Kind, das auf dem Bürgersteig geht.

Es gibt niemanden, der so etwas erleben will. Aber die Gefahr, dass solche Unfälle passieren, dass nicht nur Tiere, sondern auch Menschen zu Schaden kommen, wird aus der Sicht von Silvia Kerney immer größer. Der Grund sind freilaufende Hunde. Es gibt immer mehr davon, hat der Tiersuchdienst festgestellt. „Seit Anfang des Jahres ist kein Tag vergangenen, an dem nicht irgendwo in der Wesermarsch ein freilaufender Hund gemeldet wurde, der ganz alleine unterwegs war.“

Auch die Statistik des Vereins spricht dafür, dass viele Hundehalter zu sorglos mit ihren Vierbeinern umgehen. Noch vor einigen Jahren waren Hunde eine Randnotiz im Jahresbericht des Tiersuchdienstes. Das hat sich dramatisch geändert. 2015 hatten die ehrenamtlichen Helfer des Vereins 95 Fundhunde an ihre Halter zurückvermittelt, 2016 waren es 101, im vergangenen Jahr 98 – Schwerpunkt ist immer Nordenham.

31 Fundhunde seitAnfang des Jahres

„Vielleicht haben wir in diesem Jahr erstmals mehr Fundhunde als Fundkatzen“, sagt Silvia Kerney. Seit Anfang des Jahres wurden dem Tiersuchdienst 77 Fundtiere gemeldet, davon waren 31 Hunde. Hinzu kommen Meldungen von freilaufenden Hunden, die durch Gärten streifen oder auf dem Land herumstreunen, aber längst entwischt sind, wenn der Tiersuchdienst vor Ort ist.

Silvia Kerney berichtet, dass Anfang Mai in Friedrich-August-Hütte ein herrenloser Schäferhund unterwegs war, der einen kleinen Hund gebissen hat. Sie berichtet von einem anderen Hund, der die Terrassentür einer fremden Wohnung aufgedrückt hat, in der ein Baby lag. Zum Glück ist nichts passiert.

Bei vielen Hunden, die der Tiersuchdienst zurückvermittelt, handelt es sich um „Wiederholungstäter“, deren Besitzer offensichtlich beratungsresistent sind. Der Verein hat die Erfahrung gemacht, dass immer mehr Hundehalter ihre Tiere ganz bewusst frei in der Gegend herumlaufen lassen in der Annahme, dass schon nichts passieren wird und dass sie alleine den Weg nach Hause finden. Nach den Worten von Silvia Kerney ist das nicht nur verantwortungslos, sondern auch eine Ordnungswidrigkeit. Hinzu kommen Hunde, die durch ein Schlupfloch im Gartenzaun ausbüchsen oder einen Moment nutzen, in dem die Haustür mal kurz offensteht. „Viele Menschen machen sich keine Gedanken, was alles passieren kann, wenn der Hund allein draußen herumläuft. Und es scheint ihnen auch nicht bewusst zu sein, dass sie die Verantwortung dafür tragen.“ Wie Silvia Kerney weiter ausführt, gehen die meisten Risse von Nutz- oder Wildtieren auf das Konto freilaufender Hunde und nicht etwa auf das Konto des Wolfs. Sie rät Hundehaltern, alles dafür zu tun, damit ihre Lieblinge nicht selbstständig Gassi gehen können, den Gartenzaun auf mögliche Schlupflöcher zu inspizieren und beim Spaziergang Hunde nur dann von der Leine zu lassen, wenn sie sicher abrufbar sind.

Viele Hundenicht registriert

Neben den Gefahren, die Hunde verursachen können, wenn sie ohne Herrchen oder Frauchen unterwegs sind, kostet es den Tiersuchdienst viel Mühe, Zeit und Geld, die Tiere einzufangen und ihre Halter zu ermitteln. „Darüber hinaus erleben wir leider immer wieder, dass Hunde zwar gechipt, aber nicht in einem Haustierregister wie zum Beispiel Tasso registriert sind“, sagt Silvia Kerney. Es sei ein Trugschluss, dass die verpflichtende Anmeldung im niedersächsischen Hunderegister hilft, wenn es darum geht, die Halter entlaufener Hunde ausfindig zu machen.

Silvia Kerney weist darauf hin, dass Hundehalter einen vermissten Hund zunächst bei der Polizei melden müssen, bevor sie den Tiersuchdienst einschalten. Davor schreckten aber viele Halter aus Angst vor möglichen Konsequenzen zurück.

Die hohe Zahl entlaufener Hunde ist für Silvia Kerney ein Zeichen für einen Mangel an Verantwortungsbewusstsein. „Ich habe den Eindruck, dass immer mehr Menschen ihre Hunde als Freizeitspielgeräte sehen und kein Gefühl für die Verpflichtungen haben, die mit dem Halten eines Hundes verbunden sind.


     www.tiersuchdienst-wesermarsch.de 
Jens Milde
Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2205

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