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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Pilotanlage im Ex-Notstandsgebiet

12.12.2018

Nordenham Noch vor 70 Jahren prägte extremer Trinkwassermangel den Nordwesten. Infolge des Flüchtlingszustroms aus den ehemaligen Ostgebieten Deutschlands verdoppelte sich in der Wesermarsch in den Jahren 1946/47 die Bevölkerungszahl. Trinkwasser war knapp.

Darauf hat am Dienstag Olaf Sonnenschein hingewiesen. Er ist Regionalleiter des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV) für die Landkreise Wesermarsch und Cuxhaven. Auf Einladung des Vorsitzenden der Nordenhamer Bürgerstiftung, Fred Memenga, sprach der Regionalleiter im Nordenham-Zimmer des Bürgerhauses vor Vorstandsmitgliedern und Förderern der Stiftung zum Thema „Unser Trinkwasser – Herkunft, Chancen, Perspektiven“.

Wie er weiter deutlich machte, wurde bis vor 70 Jahren Trinkwasser in der Wesermarsch gewonnen, indem den Gräben in der Marsch oder Brunnen Wasser entnommen oder Regenwasser aufgefangen wurde – oder weite Wege mit schweren Lasten in Kauf genommen wurden. Das häufig unreine Wasser verursachte schwere Krankheiten. Die Überwindung dieses Notstandes ist erst mit der Gründung des Vorgängerverbandes des OOWV im Jahr 1948 gelungen.

Die Landkreise Wittmund, Friesland und die Wesermarsch haben damals diesen Verband gegründet. Erst dadurch konnte die Wesermarsch ans Trinkwassernetz der Geest angeschlossen werden. Damals eigneten sich ebenso wie heute weder Brunnen noch die Weser als gesunde Trinkwasserquellen. Denn das Grundwasser in der Wesermarsch war und ist ebenso wie Weserwasser salzhaltig. Für eine Trinkwassernutzung müsste es aufwendig aufbereitet werden – was viel zu teuer wäre.

Daher ist der Landkreis mit Wasserleitungen an Wasserwerke angeschlossen worden, die Wasser aus gut geeigneten Brunnen in der Geest aufbereiten. So ist auch eine Leitung vom Wasserwerk in Großenkneten 1968 für das Werk von Kronos Titan in Blexen gebaut worden.

Wegen des großen Wasserbedarfs der Industriebetriebe ist die Wesermarsch nach den Worten von Olaf Sonnenschein heute der größte Abnehmer aller Landkreise im OOWV-Verbandsgebiet.

Der OOWV hat heute 15 Wasserwerke. Sie bereiten ausschließlich gefördertes Grundwasser auf und kein Wasser aus Talsperren. Die Wasserwerke sind in diesem Jahr wegen der extrem langen Trockenzeit und Hitze an Grenzen ihrer Aufbereitungskapazitäten gestoßen. An Grundwasser hat es ihnen aber auch in diesem Ausnahmejahr nicht gemangelt.

Für industrielle Zwecke wird nicht immer Trinkwasserqualität benötigt. Daher laufen europaweit Projekte zum Wasser-Recycling. Im September 2017 ist auf der Kläranlage in Nordenham eine Pilotanlage in Betrieb genommen worden. Sie soll Aufschluss geben, inwieweit in der Kläranlage gereinigtes Wasser, das in die Weser abgeleitet wird, künftig für Gewerbe- und Industriebetriebe nutzbar gemacht werden kann. Das dreijährige Projekt kostet 2,8 Millionen Euro.

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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