• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Gärten in der Marsch trotzen der Dürre

26.07.2018

Nordenham Seit Ende April herrscht – abgesehen von vereinzelten kurzen Regenfällen – absolute Trockenheit in der nördlichen Wesermarsch. Wie stark betrifft das Kleingärtner? Was ist jetzt in Hausgärten zu tun, um Schäden zu vermeiden? Zwei erfahrene Nordenhamer Kleingärtner raten im Gespräch mit der NWZ zur Gelassenheit. Sie verweisen auf einen alten, bei vielen Menschen inzwischen in Vergessenheit geratenen Spruch: „Die Sonne scheint keine Armut in die Marsch.“

Extreme Periode

Ernst-Otto Kruse (81) aus Abbehausen ist seit 1974 begeisterter Kleingärtner und seit einigen Jahren Fachberater im Kreisverband Wesermarsch der Gartenfreunde. Dieter Bolles ist seit 2002 Kleingärtner und seit Frühjahr 2012 Vorsitzender des Kreisverbandes, dem drei Braker und zwei der acht Nordenhamer Vereine angehören. Eine so extreme Trockenperiode wie jetzt hat es nach der Erinnerung von Ernst-Otto Kruse zuletzt in den 1980er Jahren und davor im Sommer 1959 gegeben.

Dennoch beruhigt er ebenso wie Dieter Bolles: Für Kleingärten und Hausgärten müsse noch nicht Alarm geschlagen werden. Viel schlimmer als trockene Sommer seien Perioden mit ganz viel Nässe – wenn etwa Kartoffeln verfaulen, Pilzkrankheiten grassieren und Schnecken viele Zier- und Gemüsepflanzen kahl fressen.

Die beiden erfahrenen Kleingärtner verweisen auf die besonderen Bodenverhältnisse in Marschgebieten: Im Gegensatz zu sandigen Böden in der Geest gibt es auch in der Marsch in Nordenham tonhaltigere Böden, die Wasser stärker festhalten.

Landwirte betroffen

Auch Landwirte in der von Milchviehhaltung dominierten Landwirtschaft der Wesermarsch hatten bisher viel stärker Probleme mit Nässe. In der extremen Trockenzeit seit Ende April bleibt bei ihnen jedoch der nötige Ertrag beim Grasschnitt zur Anlegung von Winterfutter-Vorräten aus. Denn das Grünland wächst nun zu schwach. Manche Milchbauern müssen sogar bereits angelegte Wintervorräte verfüttern.

Das ist bei Kleingärtnern anders. Hinzu kommt, dass sie nicht existenziell auf gute Erträge angewiesen sind, sondern „nur“ ein Hobby betreiben. Für sie zählt – leicht eingeschränkt – auch jetzt noch der Spruch: „Sonne scheint keine Armut in die Marsch.“

Von Vorteil erweist sich dabei: Jeder Kleingärtner hat eine Regentonne zur günstigen Bewässerung einzelner Blumen und von Blumenrabatten.

Eine Tonne oder ähnliche Wasserspeicher, die es heute in großer Vielfalt im Handel gibt, empfehlen Ernst-Otto Kruse (er besitzt eine 700-Liter-Tonne) und Dieter Bolles (1500-Liter-Tonne) auch jedem Liebhaber eines blumenreichen Hausgartens. Denn Blumen sind Flachwurzler. Die meisten müssen daher bewässert werden.

Der Kleingartenverein „Blüh auf“, dem Dieter Bolles angehört, hat einen weiteren Vorteil: Die Anlage ist nicht an die städtische Abwasserkanalisation angeschlossen. Für Wasser aus der Leitung muss daher keine Abwassergebühr gezahlt werden.

Gute Nährstoffe

Hinsichtlich des Gemüseanbaus gilt ohnehin: „Ein Kleingärtner arbeitet relativ hochintensiv mit einer guten Nährstoffversorgung; daher braucht der Boden weniger Wasser“, erläutert Ernst-Otto Kruse. Alle Komponenten von Mineraldünger und Naturdünger kommen zum Zuge (insbesondere auch Stallmist und Kompost). Das Kompostieren von Gartenabfällen sei auch ein guter Tipp für alle Hausgärten.

Laut Kleingärtner Ernst-Otto Kruse, der ausgebildeter Landwirt und Agraringenieur ist, zeichnet sich bereits eine tolle Tomaten- und eine gute Kartoffelernte ab. Auch Bohnen und Gurken wachsen gut. Der Weißkohl steht sehr gut. Schwierig wird es jetzt für Porree, Grünkohl und Chinakohl sowie für erst noch anzupflanzende Zweitfrüchte.

Die gesamte Obsternte in den Kleingärten in der Marsch wird, so prognostiziert Dieter Bolles, wegen einer guten Blütezeit sehr gut ausfallen.

Zwischenfazit: Obst und Gemüse sind nicht mehr kaputt zu kriegen. Blumen müssen bewässert werden. Und wie steht’s um die – im Kleingarten relativ kleinen und im Hausgarten mitunter beherrschenden – Rasenflächen?

Rasen kommt wieder

Keine Frage: Trotz Marschboden sind schon viele Rasenstücke braun geworden. Dieter Bolles und Ernst-Otto Kruse beruhigen aber alle besorgten Rasenfreunde: Es ist nicht nötig, Rasen zu sprengen. Vertrocknete Flächen kommen von selbst wieder, sie brauchen nicht neu angesät werden. Auch viele Sträucher und Hecken müssen nicht gegossen werden. Ob Hainbuchen-, Liguster- oder auch Buchsbaumhecke: sie sind robust und suchen sich Wasser mit ihrem Wurzelgeflecht. Einige gelbe Blätter sind kein Anlass zur Beunruhigung. Damit verschaffen sich die Pflanzen etwas Entlastung.

Nur Flachwurzler wie Rhododendren oder Azaleen brauchen künstliche Wassergaben. Ernst-Otto Kruse rät: „Aber nur so viel, dass sie nicht absterben. Auch für sie gilt: Die Natur hilft sich schon selbst sehr gut.“

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
Rufen Sie mich an:
04731 9988 2206
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.