• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Kampf gegen das Insektensterben

17.07.2018

Nordenham Mario Kauschmann schlägt Alarm: „Es summt und brummt immer weniger in Deutschland“, sagt er, „deswegen bleibt auch das Zwitschern aus.“ Der Grünen-Ratsherr fordert Maßnahmen gegen das Insektensterben und sieht dabei auch die Stadt Nordenham in der Pflicht. Um die Artenvielfalt in der Pflanzenwelt zu schützen, die eine unverzichtbare Lebensgrundlage für Insekten sei, sollte die Stadt mit gutem Beispiel voran gehen.

Mario Kauschmann verweist auf einen Rückgang der Insekten-Biomasse um 75 Prozent. In der Folge würden Vögel, Fledermäuse und Amphibien weniger Nahrung finden, so dass einige Arten vom Aussterben bedroht sein. „Das ist nicht nur ein Problem für die Natur, sondern insbesondere für uns Menschen“, sagt Mario Kauschmann. Schließlich seien rund zwei Drittel aller Kulturpflanzen auf Bestäubung durch Insekten angewiesen. Daher sei es wichtig, ein Bewusstsein für die dramatischen Auswirkungen zu schaffen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Das fange damit an, lieber eine bunte Blühfläche als einen kurzgemähten Rasen anzulegen und auf Kirschlorbeer zu verzichten, der „ökologisch so wertvoll wie eine Betonmauer“ sei.

In einem Antrag an die Stadt Nordenham hat Mario Kauschmann im Namen seiner Fraktion eine ganz Reihe von Vorschlägen aufgelistet:
 Kommunale Grünflächen werden durch Ansaat oder Initialpflanzung mit ein- oder mehrjährigen heimischen Blühpflanzen versehen. Die Pflanzung von Bäumen und Hecken sollte sich ebenfalls auf heimische Arten beschränken. Grünflächen sollen frühestens zu einem Zeitpunkt gemäht werden, zu dem die Blütenpflanzen ausgesamt haben, so dass ihre dauerhafte Erhaltung auch ohne Neueinsaat möglich ist. Auf den Einsatz von Mulchmähern ist dabei zu verzichten. Soweit möglich sollen Blüh- beziehungsweise Altgrasstreifen stehen gelassen werden.  Die Stadt Nordenham verzichtet bei allen Flächen unter ihrer Bewirtschaftung auf den Einsatz von Totalherbiziden wie Glyphosat und Neonicotinoide. Dies gilt auch für die Grundstücke von kommunalen Unternehmen, deren Mehrheitsgesellschafterin die Stadt ist.  Die öffentliche Beleuchtung wird nach und nach auf LED umgestellt. Bei der Wahl der Lampenausführung und im Betrieb ist auf eine insektenschonende Ausführung bei Abstrahlwinkel, Farbtemperatur und Betriebszeit zu achten.  Die Seitenräume aller Feld- und Wirtschaftswege im Eigentum der Stadt werden in ihrer Funktion für den Naturhaushalt und den Artenschutz wiederbelebt. Sie sind künftig – je nach standörtlicher Eignung – mit feldheckentypischen Gehölzen zu bepflanzen und mit mehrjährigen Blühpflanzen einzusäen, mindestens aber der natürlichen Sukzession zu überlassen. Ihre tatsächliche Breite ist ermitteln und wiederherzustellen.  Der zuständige Fachdienst entwickelt einen Pflegeplan, wie es bereits fast 210 Kommunen in Deutschland getan haben, um zu 100 Prozent pestizidfrei zu werden. Gleichzeitig werden bienen- sowie insektenfreundliche Projekte durch die Stadt angeschoben.  In den Bebauungsplänen wird gemäß Baugesetzbuch festgelegt, dass die Vorgärten bepflanzt werden müssen. Nur Gehwege und Stellflächen dürfen in einem vertretbaren Maß gepflastert oder bekiest werden.

Mit dem Grünen-Antrag gegen das Insektensterben will sich Umweltausschuss des Stadtrates nach der Sommerpause beschäftigen.

Norbert Hartfil
Redaktionsleitung Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2201

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.