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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Premium Aerotec: Jobs sind noch nicht gerettet

21.10.2020

Nordenham /Varel Die Verlängerung der Kurzarbeit auf 24 Monate ist ein erster Schritt. „Das gibt uns ein Stück Sicherheit und wird uns Raum geben, die Krise zu überbrücken“, betonte Thomas Busch, Gesamtbetriebsrat beim Flugzeugzulieferer Premium Aerotec (PAG) am Dienstag. Mehr aber auch nicht. Zwar sei in einem Sozialplan mit dem Mutterkonzern Airbus vereinbart worden, dass es bis Ende März 2021 keine betriebsbedingten Kündigungen geben soll. „Aber das Problem des Jobabbaus ist damit nicht weg“, sagte der Vareler.

Die Krise in der Luftfahrt-Industrie trifft Varel mit voller Wucht: Im Aeropark fallen insgesamt 250 Stellen weg. Betroffen ist vor allem das Werk von Thyssen-Krupp Aerospace. Dort bleiben von ursprünglich 229 Arbeitsplätzen maximal 50 übrig. Hinzu kommen über 100 Leiharbeiter, die beim Zulieferer Premium Aerotec (PAG) bereits entlassen worden sind.

Der Kooperationsvertrag von Thyssen mit dem benachbarten Werk von PAG ist zum 31. März 2021 gekündigt worden. 40 bis 50 Arbeitnehmer können sich beim neuen Zulieferer bewerben. 140 werden in eine Transfergesellschaft überführt. Für 30 Beschäftigte wurde eine interne Lösung gefunden – wie zum Beispiel eine Vorruhestandsregelung.

Das Gelände von Thyssen-Krupp Aerospace im Vareler Aeropark übernehmen die neuen Dienstleister von PAG. Dieses sind nach Angaben der IG Metall die Firma A&T aus Nordenham sowie der Zulieferer LTS.

Insgesamt sind im Vareler PAG-Werk 500 Arbeitsplätze gefährdet, in Nordenham noch einmal 1170. Damit diese der Region nicht verloren gehen, dafür kämpft eine „Allianz des Nordens“. Dieser Zusammenschluss aus Politikern und Vertretern der Kommunen mehrerer Bundesländer sowie Betriebsräten tagte am Dienstag im Vareler Aeropark.

Mit dabei war auch Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) aus Sande. Er stellte zwei klare Forderungen an die Konzernleitungen: „Erstens, dass sie ein klares Bekenntnis abgeben, dass betriebsbedingte Kündigungen auch ab dem April 2021 nicht zum Tragen kommen, und zweitens, ein Signal, dass nicht bei der Ausbildung gespart wird.“

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Ausbildung sichern

Zuletzt hatte Airbus bekanntgegeben, die Zahl der Auszubildenden stark reduzieren zu wollen und zudem deren Übernahme nicht mehr zu garantieren. „Wir können es uns nicht leisten, auf Kosten der Azubis zu sparen“, sagte Olaf Lies stellvertretend für alle Teilnehmer der Runde.

Es sei wichtig, dass nicht nur die bestehenden Fachkräfte in der Region bleiben, sondern dass auch weiterhin genügend neue dazukommen. Thomas Busch rechnet damit, dass 2022, spätestens 2025, das Produktionsniveau in der Flugzeugbranche wieder das von vor der Pandemie erreicht: „Weshalb stellt man jetzt die Reduzierungsfrage?“

Der Sozialplan sieht zudem vor, Mitarbeitern, die freiwillig gehen, eine Abfindung zu zahlen. „Wir schauen nun, was das bringt und werden weiter wachsam sein“, kündigte Thomas Busch an.

Ein weiteres Instrument sei das Vorziehen von öffentlichen Aufträgen. Das sei von der Bundesregierung angeschoben worden, sagte Varels Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller (SPD): „Ich erwarte, dass Airbus sich nun bewegt.“

Auf Forschung setzen

Laut Thomas Busch könnten Forschungs- und Entwicklungsmittel bei PAG bis zu 200 Jobs sichern: „Meine Forderung an die Betriebsleitung ist, Anträge zu stellen und Forschungspläne zu schreiben.“

Bereits entlassen wurden in Varel über 100 Leiharbeiter, rechnete Varels Betriebsrat Jürgen Bruns vor. „Das tut schon sehr weh“, sagte er.

Olaf Ulbrich Redaktionsleitung Varel / Redaktion Friesland
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