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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Wer hat noch nicht, wer braucht noch einen?

09.06.2018

Nordenham Wohnen über der Stadt mit freiem Blick auf die Weser: Wer davon träumt, und über genügend Kleingeld verfügt, sollte sich den alten Wasserturm an der Kabelstraße einmal genauer ansehen. Das denkmalgeschützte Bauwerk steht zum Verkauf. Die in Bochum ansässige Eigentümergesellschaft bietet den seit Jahren leerstehenden Klinkerturm für 278.000 Euro an.

Das mit der Veräußerung beauftragte Maklerbüro preist die Immobilie als „besonderen Ort für ein außergewöhnliches Wohnen“ an. Zudem wird darauf verwiesen, dass es eine Architekten-Vorplanung gibt, die der neue Eigentümer übernehmen kann. Dieser Entwurf sieht eine gemischte Nutzung aus Wohnen und Gewerbe vor.

42,70 Meter hohes Bauwerk

600 Quadratmeter ist das Grundstück groß, das zu dem alten Wasserturm an der Kabelstraße gehört.

Die Wohn- und Nutzfläche des 42,70 Meter hohen Gebäudes wird mit 870 Quadratmetern angegeben. Die Eingangshalle hat eine Größe von 13 mal 13 Metern. Das Stützmauerwerk im Erdgeschoss ist 1,50 Meter dick.

Weil er ein Baudenkmal ist, gelten strenge Auflagen für Umbaumaßnahmen.

Den Wasserturm, der auch ein Wahrzeichen der Stadt Nordenham ist, hatte die Oldenburgische Staatseisenbahn in den Jahren 1907/1908 errichten lassen. Er diente damals der Wasserversorgung von Dampflokomotiven. Später übernahm der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) das markante Bauwerk.

Ab 1973 hatte der OOWV keine Verwendung mehr für den Turm, nahm ihn außer Betrieb und verkaufte ihn. Seitdem sind immer wieder neue Ideen und Vorschläge für eine Nachnutzung durch die Stadt gegeistert.

Besonders spektakulär war das Vorhaben von zwei jungen Ehepaaren aus Gelsenkirchen. Sie hatten im Oktober 1990 bei einer Zwangsversteigerung für 14.600 Deutsche Mark den Zuschlag bekommen.

Die Gelsenkirchener schmiedeten den Plan, in dem Speicherbehälter des Turms eine Tauchschule zu betreiben. Umgesetzt wurde dieses Vorhaben allerdings nicht. Das gilt ebenso für alle anderen Überlegungen. Sie kamen nie über das Planungsstadium hinaus.

Mitte der 90er-Jahre nahmen die Gedankenspiele um den historischen Wasserturm noch einmal an Fahrt auf, als die Nordenhamer Immobilienfirma Boekhoff in Zusammenarbeit mit dem Bochumer Architekten Siegfried Dué das exklusive Konzept „Wohnen im Turm“ entwickelte. Neun Eigentumswohnungen sollten in dem 42,70 Meter hohen Gebäude entstehen. Darunter als Sahnestück eine Loft-Etage ganz oben im Turm mit einem fantastischen Ausblick in alle Himmelsrichtungen. Aber auch dieses Projekt versandete irgendwann, weil die Vermarktung nicht so lief, wie es sich die Investoren erhofft hatten.

In den vergangenen Jahren ist es ruhig um den Wasserturm geworden. Zuletzt war er im Oktober 2011 ein Thema in der Öffentlichkeit. Dabei ging es aber nicht um neue Nutzungspläne, sondern um die Kritik von Tierschützern. Die hatten bemerkt, dass Tauben nach Sanierungsarbeiten am Dach in dem Turm eingesperrt waren und nicht ins Freie gelangen konnten.

Norbert Hartfil
Redaktionsleitung Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2201

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