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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Miese Grasernte – und jetzt kommen auch noch Mäuse

05.10.2019

Nordenham /Wesermarsch „2019 ist auch weiterhin ein Jahr der Sorgen“, diese nüchterne Bilanz zieht Hendrik Lübben, stellvertretender Vorsitzender des Kreislandvolkverbandes Wesermarsch. Dabei wirken sich noch immer die Folgen des trockenen Sommers 2018 aus. Denn nach 2018 hatten die Landwirte auch in der Region zum Ende des Winterhalbjahres nur noch sehr wenig, bis gar keine Futterreserven mehr. „Normalerweise hat man noch etwa ein Silo liegen, für schlechte Zeiten“, sagt der Landwirt aus Abbehausen.

„Wir hatten gehofft, dass dieses Jahr ein gutes Jahr wird, aber es ist wieder ein schwieriges Jahr gewesen“, sagt er. So werden die Landwirte in der Region wohl auch 2019 keine neuen Reserven aufbauen können und sich Sorgen machen, „wie sie die Tiere durch den Winter kriegen“, sagt Hendrik Lübben. Es werde darauf hinauslaufen, dass die Landwirte teures Futter zukaufen müssen, was die Betriebe natürlich finanziell belastet. Vor allem bei dem noch immer niedrigen Milchpreis von durchschnittlich 31 bis 34 Cent pro Liter.

Gut gestartet

Mit dem ersten Grasschnitt im Mai sei die Saison eigentlich gut gestartet, berichtet Hendrik Lübben. Doch schon beim zweiten Schnitt habe sich in einigen Regionen die tiefe Trockenheit im Boden bemerkbar gemacht. Der dritte und vierte Grasschnitt seien dann eher mager ausgefallen, sagt auch Landwirt Peter Cornelius aus Blexerwisch, Vorsitzender des Landvolkvereins Burhave-Waddens.

Hinzu kommt in diesem Jahr ein weiteres Problem: Mäuse. Vor allem in moorigen Gegenden sei die außergewöhnlich hohe Mäusepopulation schon deutlich erkennbar. Denn die kleinen Nager fressen sich an dem ohnehin wenigen Gras auf den Weiden satt. Im Süden der Wesermarsch zeige sich das schon an kahlen, beziehungsweise braunen Stellen.

Inzwischen hat das Mäuseproblem auch die nördliche Wesermarsch erreicht. „Bis vor zwei Monaten hätte ich noch gesagt, wir haben hier kein Problem. Vor einem Monat – vielleicht ein kleines, aber jetzt sind die Mäuse auch hier angekommen“, sagt Hendrik Lübben. Der trockene Sommer habe den Nagern optimale Bedingungen geboten. Ihre Höhlen seien ohne Regen nicht überflutet worden, und sie hatten ausreichend Futter, erläutert der Landwirt. Der dritte Grasschnitt sei in der Wesermarsch schon schlechter gewesen, der vierte Schnitt durch die Mäuse in einigen Gebieten sogar fast komplett ausgefallen, sagt Hendrik Lübben. „In meiner Zeit als Landwirt habe ich so etwas noch nie erlebt“, sagt er.

Ein kleiner Lichtblick sei die diesjährige Maisernte. Im Vergleich zu anderen Regionen wie zum Beispiel dem Ammerland, wo die Böden sehr sandig sind, sei 2019 für die Wesermarsch ein gutes Maisjahr, sagt Hendrik Lübben. Doch nun könnte ausgerechnet der heiß ersehnte Regen den Landwirten einen Strich durch die Rechnung machen. Denn der macht den Boden weich und glitschig, weiß Hendrik Lübben.

Aufgeweichter Boden

Auf den Weiden ginge es noch, sagt Peter Cornelius. „Auf dem Grünland ist der Boden durch den Grasbewuchs relativ fest. Auf dem Maisacker ist das Land gepflügt. Da ist der Boden weich“, sagt er. Deshalb sei die Maisernte nun erst einmal ins Stocken geraten, berichtet Peter Cornelius. Der Landwirt hat auf rund 30 Hektar Mais angebaut und musste Mitte der Woche eine Zwangspause bei der Ernte einlegen. „Die Hälfte haben wir schon geerntet, aber abends mussten wir aufhören, weil das Wetter sehr schlecht war“, sagt er.

Einige Landwirte hatten ihren Mais sogar schon vor dem Regen eingeholt. Doch bei einer frühen Ernte bestehe die Gefahr, dass sich dies auf die Qualität auswirkt, schildert Hendrik Lübben das Dilemma der Landwirte. Durch die matschigen Böden hinterlassen die Erntefahrzeuge auch auf den Straßen ihre Spuren. „Da hoffen wir auf das Verständnis der Mitbürger“, sagt Hendrik Lübben.

Etwa die Hälfte der Maisernte stehe noch aus, schätzt der Abbehauser. Deshalb hoffen die Landwirte für die nächste Woche auf trockenes Wetter. „Danach freuen wir uns dann auch wieder über Regen“, sagt Hendrik Lübben. Vielleicht können die Landwirte dann noch einen fünften Grasschnitt einholen.

Auf den von den Mäusen stark betroffenen Flächen stehen aber erstmal Nachsaatarbeiten an, um die Lücken aufzufüllen. „Dann hoffen wir, dass wir mit den Flächen gut in den Winter gehen“, sagt Hendrik Lübben. Und der darf, wenn es nach dem Landwirt geht, gerne kalt werden, aber auch Regen mitbringen, „um die Bodenfeuchtigkeit wieder herzustellen“, sagt er. Doch „das Wetter ist nun mal nicht planbar. Wir müssen das Beste daraus machen“, sagt der Landwirt.

Merle Ullrich Nordenham / Redaktion Nordenham
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