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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Norwegerstute zieht als erste ein

30.07.2013

Rüdershausen Bereits im Jahr 1986 haben sich Ingrid Lindenberger und Bernhard Kutz auf dem Anwesen an der Friedrich-Rüder-Straße niedergelassen. Sofort setzten die Beiden ihre Arbeit, mit der sie 1977 in Niederbayern begonnen hatten, im hohen Norden fort – eine Anlaufstelle zu bieten für alte oder kranke Pferde. So entstand in der Gemeinde Ovelgönne der Gnadenhof Pferdeoase. Erst 1993, also vor 20 Jahren, wurde daraus der Verein, der diese Oase heute noch trägt.

Das erste Pferd erwarben sie 1987 auf dem Ovelgönner Pferdemarkt. „Das war eine Norwegerstute, die Wattwagen gezogen hatte. Sie wurde uns voll Sandschmutz und mit Wunden zum Kauf angeboten. Wir haben sie Florence genannt“, erzählt die Vorsitzende Ingrid Lindenberger von den Anfängen. Schnell kamen weitere Tiere hinzu: Baiser etwa, der dünne Wallach aus Leer, die Vollblutstute Leander aus Mentzhausen oder Nathan aus Rhauderfehn, der mit Beinschäden und einer Kreislaufschwäche nach Rüdershausen kam. Im Laufe der vergangenen Jahre hat sich Gnadenhof so zum größten in Niedersachsen entwickelt.

Grundstück erworben

Derzeit werden hier 60 Pferde, sechs Shettys, zehn Esel und ein Muli versorgt. Der „Opa“ unter ihnen ist der 42-jährige „Moonlight“. Stallmeister ist Florian Krüger. Tierärztlich wird der Hof von Dr. Hans-Hermann Lagerhausen aus Berne und Dr. Jürgen Block aus Brake betreut.

Immer mehr Tiere, die zu versorgen sind, brauchen auch immer mehr Weideflächen (unter anderem für die Heugewinnung). Deshalb haben die Vereinsverantwortlichen im Jubiläumsjahr ein Angebot angenommen, sich etwa einen Kilometer vom Gnadenhof entfernt zu erweitern – direkt an den bereits genutzten Weiden in Mentzhausen. Das Grundstück mit altem Wohnhaus (ehemals „Bolte“) wurde erworben. Die Anbauten für die Pferdehaltung sind dort schon hergerichtet. Vorerst soll es als zweites Standbein genutzt werden. Später könnte daraus der – kleinere – Hauptsitz vom Gnadenhof werden, sagt Bernhard Kutz.

Immer mehr zu betreuende Tiere bedeutet natürlich auch, immer mehr Geld für Nahrung und Pflege zu benötigen. Der Verein hat „nur“ 137 Mitglieder, der Mindestbeitrag beträgt zehn Euro pro Jahr. Deshalb (über-)lebt der Verein nur durch die – zurzeit – 94 Paten, die für ein bestimmtes Pferd oder allgemein eine selbst festgelegte Summe regelmäßig überweisen. Dieser Unterstützerkreis, daraus machen Ingrid Lindenberger und Bernhard Kutz keinen Hehl, darf gern noch größer werden.

Eine Veränderung gibt es in diesem Jahr: Die bisherige 2. Vorsitzende Petra Schulz kann aus zeitlichen Gründen dieses Amt nicht mehr ausüben. Ihre Nachfolgerin ist Luisa Litwitz (55) aus Zetelermarsch geworden. Ansonsten bleibt es beim bekannten Vorstand, zu dem neben Lindenberger und Kutz noch Schriftführerin Monika Jonas aus Rodenkirchen gehört. Kassenprüfer sind Hans-Joachim Hoschat aus Wilhelmshaven und Heike Kannegieter aus Oldenbrok.

Zum 20-jährigen Bestehen des Vereins hat Ulrich Clemens einen Kalender für 2014 zusammengestellt mit Motiven vom Gnadenhof.

Ideale Bedingungen

Die Wesermarsch war damals nur zufällig zum neuen Standort geworden, erzählt Ingrid Lindenberger freimütig. Aber diese Entscheidung habe sich längst als glückliche Fügung für die Tiere erwiesen. Denn der weiche Moorboden sei wie geschaffen für die fußkranken Tiere. Und die Nordseeluft wiederum sei ideal für dämpfige Pferde, das sind Tiere, die Schwierigkeiten mit dem Atmen haben. Durch den meist leichten Wind gibt es außerdem kaum Mücken- oder Bremsenplagen, erzählt Ingrid Lindenberger. Anderswo führe dies häufig zu schlimmen Ausschlägen bei allergischen Pferden.

Torsten Wewer
Elsfleth
Redaktion Brake
Tel:
04401 9988 2322

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