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Verkehr In der Wesermarsch: Warum die Durchfahrt in Burgdorf durchaus erlaubt ist

26.01.2021

Ovelgönne /Golzwarden „Ich kann sehr gut verstehen, dass Dieter Bolte sich aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens in Ovelgönne ärgert, aber das aufgestellte Verkehrszeichen deutet er falsch.“ Jürgen Zimmer, Präventionsbeauftragter der Polizei Brake, hat den Sonnabend-Bericht „Burgdorf erstickt im Verkehr“ mit großem Interesse gelesen. Doch in Sachen Verkehrszeichen-Deutung sieht er erheblichen Aufklärungsbedarf.

„Aufgestellt ist am 2. Kreisel der neuen Bundesstraße 211 in Richtung Ovelgönne das Verkehrszeichen 253. Das ist ein Verbotszeichen beziehungsweise auch Vorschriftszeichen. Es bedeutet, dass Lkw über 3,5 Tonen da nicht durchfahren dürfen, es sei denn, sie sind Anlieger. Pkw dürfen da generell durchfahren, auch Motorräder“, erklärt Jürgen Zimmer am Montag im Gespräch mit unserer Redaktion.

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Und er weist zudem darauf hin, dass selbst Lastwagen, die schwerer als 3,5 Tonen sind, nach Ovelgönne fahren dürfen, wenn ein entsprechendes Anliegen oder eine Sondererlaubnis vorliege. Das gelte beispielsweise für die Müllabfuhr oder die Lieferung von Gütern vielfältiger Art.

Jürgen Zimmer betont im Gespräch mit unserer Redaktion, dass „Anlieger frei“ nicht bedeute, dass nur Anwohner hier durchfahren dürfen, sondern alle die, die hier ein Anliegen haben. Zugleich hat er absolutes Verständnis für alle Burgdorfbewohner, die sich jetzt über dieses starke Verkehrsaufkommen ärgern. „Die Anwohner tun mir wirklich leid. Ich kenne das schöne Burgdorf sehr gut und kann das alles auch gut verstehen“, sagt er und betont aber auch, dass Ovelgönne schon immer als Abkürzungsstrecke Richtung Norden genutzt werde.

In dieselbe Kerbe schlägt Peter Lüdeke aus Neustadt. „Die Abkürzerei durch Ovelgönne ist seit vielen Jahren ein echtes Übel. Mit der neuen Bundesstraße 211 ist dieses Problem jetzt sogar noch erheblich verschärft worden“, sagt der 62-Jährige, der mehr als 20 Jahre als Kraftfahrer auch international unterwegs war. Und deshalb fordert er für das geschichtsträchtige Burgdorf, das 1514 gegründet wurde, die Einrichtung einer kompletten Tempo-30-Zone – auch weil das Burgdorf mit der Ovelgönner Mühle als Inklusionsdorf derweil bundesweit Beachtung gefunden habe.

Verkehr verlagert

Andreas Hoppe von der Verkehrsbehörde des Landkreises Wesermarsch überrascht die starke Zunahme des Verkehrs durch Ovelgönne keineswegs. Schon immer sei Ovelgönne eine beliebte Abkürzungsstrecke in Richtung Norden gewesen. Mit der neuen Bundesstraße 211 werde der Verkehr jetzt noch weiter in Richtung Ovelgönne verlagert.

„Doch wir können am 2. Kreisel in Richtung Ovelgönne kein Verbotsschild für Fahrzeuge aller Art aufstellen. Das wäre rechtlich einfach nicht haltbar“, sagt Andreas Hoppe. Bei der Abzweigung in Richtung Ovelgönne handele es sich schließlich um eine Landesstraße – die L 855.

Hans-Carl Bokelmann Jade/Ovelgönne / Redaktion Brake
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