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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Weg in Zukunft mit Blick zurück

22.06.2019

Ovelgönne Schwalbenschwanz war gestern, Balkenschuh ist heute. Oder vielleicht doch nicht? Hochmoderne Abbund-Anlagen machen in der Zimmerei heutzutage in Sekundenschnelle das, wofür Zimmerer in früheren Zeiten mit Säge, Hammer und Beitel oft Stunden brauchten: Holzverbindungen, die auch ohne Nagel oder Schraube Jahrhunderte überdauern.

Eine Zeitreise durch die Holzverbindungen ist in einer Sonderausstellung des Handwerksmuseums Ovelgönne zu sehen. Eröffnet wird diese am Sonntag, 30. Juni, um 13 Uhr, im Nebengebäude. Zu sehen sein werden Exponate und Modelle bis zum 15. März 2020.

„Klar blutet einem das Zimmererherz, wenn man sieht, was Maschinen heutzutage alles leisten“, meint Uwe Karger. Der Zimmerermeister, der auch Vorstandsmitglied im Heimat- und Kulturverein als Träger des Museums ist, weiß, „dass viel Wissen verloren geht“. Er weiß aber auch, dass unter Kostengesichtspunkten alles für die Maschinen spricht.

Ausstellung und Führungen

Die Sonderausstellung „Schwalbenschwanz und Balkenschuh. Eine Zeitreise der Holzverbindungen mit Zimmerermeister Uwe Karger“ ist vom 30. Juni bis zum 15. März im Nebengebäude des Handwerkmuseums Ovelgönne, Breite Straße 27, zu sehen.

Geöffnet ist sonntags von 14 bis 18 Uhr. Der Eintritt beträgt 3 Euro. Besuche werktags sind jederzeit nach Absprache möglich.

Regelmäßige Führungen bietet Zimmerermeister Uwe Karger an. Jeden ersten Mittwoch im Monat ab 18 Uhr führt er durch die Ausstellung. Zusätzlich zum Eintritt sind 3 Euro für die Führung zu zahlen. Für Gruppen (25 Euro plus Eintritt) und andere Wochentage nach Feierabend oder am Wochenende können Termine unter Telefon  04401/81955 vereinbart werden.

Das Handwerksmuseum zeigt anhand von anschaulichen Modellen die historische Entwicklung der alten und neuen Techniken der Holzverbindungen. Die Zeitreise reicht von den einfachsten „Verbindungen“ der Urzeit mit Bändern und Kerben über die kunstvollen Holzverbindungen im Fachwerk des Mittelalters bis hin zu den modernen und modernsten Techniken und Möglichkeiten. Kamen in den 1970er und 80er Jahren Blechformteile in Mode, die stabile Holzverbindungen deutlich erleichterten ohne den Holzquerschnitt zu schwächen, sind seit gut 25 Jahren Abbund-Anlagen im Einsatz, die präzise ihre computergestützte Arbeit verrichten. Dabei wenden die Säge-Roboter heute wieder das Wissen der älteren handwerklichen Holzverbindungen an. „Woran früher 30, 40 Zimmerleute mehrere Monate gearbeitet haben, das schaffen ein Kranfahrer und zwei Gesellen heute in drei Tagen“, meint er mit Blick auf die Arbeit mit vorgefertigten Teilen.

In der Auslage gibt es auch einen kurzen Überblick über die Theorie der Holzbearbeitung – Bücher aus den 1920er und 1930er Jahren ebenso wie Hefte und Schulbücher aus der Berufsschulzeit von Uwe Karger selbst.

Überhaupt hat der Zimmerermeister, der nach Selbstständigkeit wieder angestellt arbeitet, den größten Teil der Ausstellung konzipiert und zusammengetragen. Nachdem die Idee vor einem guten halben Jahr geboren wurde, ist er seit Mai intensiv damit beschäftigt. Er hat eine ganze Reihe eigener Werkzeuge und Maschinen beigesteuert und einige – etwa jahrzehntealte Zapfenschneider oder Kettenstemmer – von seinem Arbeitgeber Dirk Brumund in Varel leihweise zur Verfügung gestellt bekommen.

Markus Minten Redaktionsleitung Brake / Redaktion Brake
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