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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Patienten fühlen sich bestens aufgehoben

22.12.2016

Esenshamm Über dem Bett von Heinz Timmermann hängt eine „1000“, und auf dem kleinen Tischchen daneben haben die Schwestern einen Teller mit Schnittchen gestellt. Auf das Jubiläum, das Heinz Timmermann am Mittwochmorgen „feiert“, könnte er gut verzichten. Aber er nimmt sein Schicksal mit Gelassenheit und Humor. Deshalb freut er sich, dass das Personal in der Esenshammer Dialysepraxis an ihn gedacht hat. Und er freut sich über das kleine Geschenk, das ihm Dr. Stefan Zimmer überreicht. Obwohl der Anlass alles andere als erfreulich ist: Heinz Timmermann hat am Mittwoch seine 1000. Dialyse.

Der 67-Jährige gehört zu den etwa 35 bis 40 Dauerpatienten, die regelmäßig, und das bedeutet dreimal in der Woche, zur Blutwäsche nach Esenshamm müssen. In der ehemaligen Grundschule betreibt die Nordseedialyse Jadebusen seit Februar 2013 eine Zweigstelle. Ihren Hauptsitz hat sie im St.-Johannes-Krankenhaus in Varel und eine weitere Zweigstelle im Nordwest-Krankenhaus Sanderbusch.

Gut angenommen

Von außen erinnert der rote Klinkerbau mehr an seine ursprüngliche Funktion als an seine jetzige. Im Innern dagegen erinnert nichts mehr daran, dass hier einst Generationen von Schülern das kleine Einmaleins und das Alphabet gelernt haben. 20 Betten stehen hier für Dialyse-Patienten zur Verfügung. Stefan Zimmer freut sich darüber, dass das Angebot in Esenshamm so gut angenommen wird. „Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung“, sagt er.

Auch die Ambulanz wird gut angenommen. Der Mediziner bietet neben der Dialyse Sprechstunden an, überwiegend für Patienten, die eine Nierenerkrankung haben oder an Bluthochdruck leiden. Den Dienst in den drei Dialyse-Praxen teilen sich vier Ärzte. Neben Stefan Zimmer sind das Dr. Sabine Birnat, Dr. Stephan Hüls und Manfred Küster.

Heinz Timmermann ist seit 2010 Dialyse-Patient. „Beide Nieren arbeiten nicht mehr“, sagt der 67-Jährige, der im Pflegeheim St. Harrien in Brake lebt. Früher wohnte er in Stollhamm, war begeisterter Friesensportler. „Boßeln, Klootschießen, Schleuderball, das waren meine Hobbys“. Daran ist heute nicht mehr zu denken. „Aber Jammern hilft nichts“, sagt Heinz Timmermann. Und er fügt hinzu: „Ich bin nicht krank, ich bin nur nicht so gesund wie andere.“

Eine Nierentransplantation kommt für den Rentner aus medizinischen Gründen nicht mehr in Frage. Bei Sedat Yildiz, der im Bett gleich nebenan liegt, sieht die Sache anders aus. Der Nordenhamer geht davon aus, dass er im Sommer nächsten Jahres eine Spenderniere bekommt. Der 47-Jährige ist seit 2014 Dialyse-Patient. Ein Schicksal, das er sich nicht gewünscht hat, das er aber ebenfalls mit Fassung trägt. Die beiden liegen oft nebeneinander, während sie an Schläuchen angeschlossen sind, kennen sich deshalb auch schon eine Weile und klönen gerne miteinander. Sedat Yildiz arbeitet bei Premium Aerotec. Er macht dort ausschließlich Nachtschichten. Nach der Arbeit fährt er direkt zur Dialyse, dreimal in der Woche für gut vier Stunden. „Natürlich ist das eine gravierende Einschränkung der Lebensqualität“, sagt der 47-Jährige. Aber auch er hat sein Schicksal angenommen. Und er hat zudem die große Hoffnung, dass er mit einer neuen Niere nicht mehr auf die Dialyse angewiesen ist.

Vier Stunden

Die vier Stunden Blutwäsche nutzt Sedat Yildiz in der Regel, um nach der Nachtschicht zu schlafen. Während dessen fließt sein Blut durch einen Schlauch am Unterarm zum Dialysegerät, wo Giftstoffe aus dem Blut gefiltert werden. Nach diesem Prozess fließt das Blut durch einen Schlauch wieder zurück in die Vene.

Dass es in Esenshamm eine Dialyse-Praxis gibt, ist für viele Patienten in der nördlichen Wesermarsch ein Verbesserung, weil sie ihnen lange Anfahrtswege erspart. Für Heinz Timmermann und Sedat Yildiz ist sie aber noch aus einem anderen Grund ein Segen. Beide fühlen sich hier bestens aufgehoben, wie sie sagen. Und das liegt nicht zuletzt am Personal, das sich liebevoll um die Patienten kümmert.

Birgit Nordhausen zum Beispiel, die alle nur Schwester Birgit nennen, kümmert sich um die Patienten. Die examinierte Krankenschwester ist seit dem ersten Tag in der Dialyse-Praxis tätig. Sie achtet darauf. dass die Maschinen einwandfrei arbeiten und dass es den Patienten gut geht, für die sie immer auch nette, aufmunternde Worte übrig hat.

Stefan Zimmer ist nicht nur für die Dialyse in der Esenshammer Praxis zuständig, sondern auch für die Notfall-Dialyse auf der Intensiv-Station der Nordenhamer Helios-Klinik. Er freut sich über die gute Zusammenarbeit mit der Klinik. Zu dieser Kooperation gehört auch, dass die Krankenhausärzte die Kollegen von der Nordseedialyse hinzuziehen, wenn Beratungsbedarf besteht.

Alles zum Thema Gesundheit im Nordwesten lesen Sie in unserem Gesundheits-Spezial.

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