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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Mox-Transporte: Physiker hat Zweifel an Sicherheitsvorkehrungen

08.09.2012

Nordenham Einen großen Gefahrenpunkt bei den Mox-Transporten sieht der Physiker Wolfgang Neumann in der möglichen Nutzung des Wesertunnels. Bei einem Unfall mit einem der Spezialfahrzeuge in der Betonröhre könnte bei einem Brand eine enorme Hitze entstehen, der die Schutzhülle des Transportbehälters nicht standhalten würde. Die dann drohende Freisetzung radioaktiver Strahlung hätte nach Angaben des Wissenschaftlers schwerwiegende Folgen.

Das Mischoxid-Material aus der Wiederaufbereitung hat im Gegensatz zu reinen Uran-Brennelementen einen Plutonium-Anteil, der sich auf etwa 6 Prozent beläuft. Plutonium gilt als problematischer Stoff, weil es eine höhere radiologische Giftigkeit und kürzere Reaktionszeiten als Uran hat. Beim Einatmen erzeugt Plutonium Lungenkrebs.

Ein weiteres Risiko sieht Wolfgang Neumann darin, dass Plutonium für die Herstellung von Atombomben verwendet werden kann. Daher seien Übergriffe von Dieben, die an das teure und gefährliche Material gelangen wollen, nicht auszuschließen.

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Für die Mox-Verfrachtung hat die britische Firma BNFL spezielle Stahlbehälter entwickelt. Sie tragen die Bezeichnung M 4/12, da sie je nach Größe 4 oder 12 Brennelemente aufnehmen können. Zwar sind sie nach internationalen Genehmigungskriterien in die höchste Sicherheitskategorie eingestuft, aber Wolfgang Neumann hat dennoch erhebliche Bedenken an ihrer Unfalltauglichkeit. Die Fall-, Feuer- und Druckbeständigkeit ist nach seinen Angaben zu einem großen Teil nur in der Theorie hochgerechnet worden. Zudem seien die Prüfungskriterien nicht weit genug gegriffen, um alle Risiken abzudecken. Als Beispiele führte er an, dass die Brandsicherheit nur auf 30 Minuten festgelegt und die Feuerfestigkeit des Gesamtbehälters noch nie getestet worden sei.

Auch das Schiff, das die Brennelemente von der Wiederaufbereitungsanlage Sellafield an der englischen Nordwestküste nach Nordenham bringen soll, hält Wolfgang Neumann für wenig vertrauenswürdig. Die „Atlantic Osprey“ verfüge weder über eine zweifache Rumpfausführung noch über ein Querschott. Zudem fehle ein zweites, unabhängiges Antriebssystem für Notfallsituationen.

An Bord des Ro-Ro-Frachters befinden sich je Transport zwei Lastwagen, von denen jeder mit einem Mox-Behälter bestückt ist. Laut Wolfgang Neumann sind diese Fahrzeuge nicht ausreichend gegen Panzerwaffen und damit gegen terroristische Angriffe bei der Weiterfahrt zum Kernkraftwerk Grohnde geschützt.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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