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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Praxis ist schon fast das zweite Zuhause

21.07.2015

Esenshamm Ein Jubiläum, auf das er sehr gern verzichtet hätte, beging am Montagmorgen Markus Schrauwen. Der 48-jährige Braker absolvierte in der Esenshammer Praxis der Nordseedialyse Jadebusen seine 1000. Sitzung. Der Frührentner ist einer von derzeit über 30 Patienten, für die aufgrund einer Nierenerkrankung der dreimalige Besuch pro Woche in den ehemaligen Esenshammer Schule lebensnotwendig ist.

Der aus Oldenburg stammende, 1994 nach Nordenham gezogene und seit 2011 in der Kreisstadt wohnende Markus Schrauwen ist seit 2009 Dialyse-Patient. Aufgrund eines überhöhten Blutdruckes musste er damals einen Arzt aufsuchen. Ein diagnostizierter Nierenschaden aufgrund eines Virus’ nach einer verschleppten Erkältung veränderte von da an sein Leben.

Seinen Beruf als Gerüstbauer musste der Vater von zwei Söhnen aufgeben. Dreimal pro Woche wird sein Blut bei der viereinhalbstündigen Dialyse gereinigt. In den ersten Jahren erfolgte das im Dialysezentrum im St.-Johannes-Hospital in Varel; seit der Eröffnung im Frühjahr 2013 ist er Patient in der Praxis in Esenshamm.

Flexibel bei Terminen

Dort fühlt sich Markus Schrauwen gut aufgehoben, zumal man bei der Termingestaltung recht flexibel sei, wie er sagt. So könne er seine Sitzung auch schon mal auf den Nachmittag verlegen, berichtete der 48-Jährige. Mit seiner Situation, mit der er sich habe arrangieren müssen, komme er ganz gut klar. „Aber es gibt auch Tage, da geht es mir nicht so gut“, bekennt Markus Schrauwen.

„Für eine mögliche Nieren-Transplantation bin ich vom Kopf her noch nicht bereit“, sagt der Braker. Schließlich sei damit ja ein erheblicher operativer Eingriff ohne Erfolgsgarantie verbunden. Zudem fühle er sich mit der Dialyse recht wohl und habe sein Leben darauf abgestimmt.

Weil er seine Sitzungen nicht gezählt hat, wurde Markus Schrauwen mit seinem „Jubiläum“ vom Esenshammer Praxisteam überrascht. Den Blumenstrauß, den Dr. Stefan Zimmer überreichte, nahm er gern entgegen, zumal die ehemalige Esenshammer Schule quasi zu einem zweiten Zuhause und die dortigen Mitarbeiter zu Vertrauten für ihn geworden sind.

Das gilt auch für etliche weitere Patienten in der Esenshammer Praxis der Nordseedialyse Jadebusen mit Hauptsitz in Varel und einer weiteren Praxis im Nordwest-Krankenhaus in Sande. „Unser Standort in Esenshamm hat sich gut entwickelt. Die Zahl der Patienten ist seit der Eröffnung vor gut zwei Jahren um 50 Prozent gestiegen“, berichtete Stefan Zimmer. Der Mediziner betreibt die Nordseedialyse als Gemeinschaftspraxis mit seinen drei Kollegen Dr. Sabine Biernat, Manfred Küster und Dr. Stephan Hüls.

Die Esenshammer Praxis verfügt über 20 Betten. Die Dialyse und auch die Ambulanz ist derzeit montags, mittwochs und freitags geöffnet. Der Dienst findet im Zwei-Schichten-System (morgens und nachmittags) statt. Die Praxis sei gut ausgelastet, aber es seien noch freie Kapazitäten vorhanden. Das sei auch gut so, denn der Bedarf an Dialyse-Plätzen steige weiter an, berichtete Stefan Zimmer.

Neben der Dialyse sowie Ambulanz für Patienten mit Nierenerkrankungen und Bluthochdruck sowie für Peritonealdialysepatienten (Bauchfell) und Transplantierte bietet die Esenshammer Praxis auch die Begleitung und Betreuung vom Heimdialyse-Patienten an.

Kooperation mit Helios

Per Vertrag arbeitet die Nordseedialyse auch mit der Helios-Klinik in Nordenham zusammen, in der sie seit 2012 die Notfall-Dialyse betreut. Damit wird die Versorgung von Notfallpatienten mit bekanntem chronischen oder mit akut neu auftretenden Nierenversagen im Krankenhaus gesichert. Dass der Krankenhaus-Neubau in Esenshamm fortgesetzt wird, habe man mit Freude zur Kenntnis genommen, denn mit der Eröffnung werde man noch weiter zusammenrücken, so Stefan Zimmer.

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