• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Naturschutz: Raubtieren den Kampf angesagt

07.03.2012

STOLLHAMMERWISCH Dass die Brutbestände und -erfolge im Wiesenvogelprojektgebiet Stollhammerwisch trotz einer enormen Fuchs-Population auf einem recht hohen Niveau stagnieren, ist nicht nur ein Verdienst des Vertragsnaturschutzes, sondern auch des Einsatzes von Berufsjäger Alexander Witt. Während der jetzt dreijährigen Tätigkeit des 34-Jährigen aus Barsinghausen haben sich die Zahlen der erlegten Füchse und Rabenkrähen deutlich erhöht.

Alexander Witt, der sich nach seiner dreijährigen Ausbildung zum hauptberuflichen Revierjäger – ein anerkannter Ausbildungsberuf mit gesetzlich vorgeschriebenem Ausbildungsweg, Ausbildungsziel und staatlicher Abschlussprüfung – selbstständig machte, wurde 2009 von der Landesjägerschaft für den Einsatz im Wiesenvogelschutzprojekt Stollhammerwisch „angeheuert“. Seine ganzjährige 20-stündige Tätigkeit pro Woche wird vom Niedersächsischen Umweltministerium aus Jagdschutzabgaben finanziert.

Auch Umfeld beobachten

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Corona-Update-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Gemeinsam mit den rund 50 Jägern in den betroffenen Revieren betreut Alexander Witt nicht nur das 3400 Hektar große Projektgebiet in der Gemeinde Butjadingen und der Stadt Nordenham, wovon 2700 Hektar landwirtschaftlich genutzt werden, davon rund 750 Hektar extensiv aufgrund freiwilliger Bewirtschaftungsverträge (Vertragsnaturschutz). Auch das Umfeld wird „bearbeitet“, so dass das Einsatzgebiet insgesamt 7400 Hektar umfasst.

Mit der Beginn der Tätigkeit des Berufsjägers haben sich in dem betroffenen Gebiet die „Strecken“ der Jäger insbesondere bei den Rabenkrähen und Füchsen, zwei der ärgsten Feinde der Wiesenvögel, deutlich erhöht. Waren zuvor pro Jagdjahr (1. April bis 30. März) 300 bis 400 Rabenkrähen erlegt worden, so stieg diese Zahl auf knapp 900 in 2009 und 600 in 2010. 2011 dürften es weniger gewesen sein, weil große Schwärme das Gebiet gemieden haben, berichtete Alexander Witt. Bei der Rabenkrähenjagd setzt er eine Kunstkrähe als Lockvogel in der Schussnähe der Jäger ein.

Die Zahl der erlegten Füchse von zuvor maximal knapp 50 stieg in 2009 auf 100 und in 2010 auf 80. Im derzeitigen noch nicht beendeten Jagdjahr dürften es zwischen 80 und 100 sein. Mit diesen Ergebnissen sei man aber nicht einmal dem jährlichen Zuwachs an Füchsen in diesem Gebiet Herr geworden, sind sich Alexander Witt und Kreisjägermeister Eckard Busch einig.

Beide berichteten, dass der Fuchs, der weite Strecken zurücklegt, zunehmend auch auf besiedelte Gebiete ausweicht. Beliebte Unterkünfte seien die Leerstände in der Landwirtschaft und in Schrebergärten (Blexen). Dennoch sei die Fuchsjagd schwierig, zumal kaum Anlaufpunkte auszumachen seien. Alexander Witt setzt große Hoffnungen auf die Betonrohrfalle. Sie könnte insbesondere trächtige Fähen (weibliche Füchse) anlocken, um in diesem vermeintlichen Unterschlupf ihre Jungen zur Welt zu bringen.

Stabile Verhältnisse

Dass die tatkräftige Hilfe der Jäger, die dies nicht allein auf ehrenamtlicher Basis schaffen könnten, zu den stabilen Verhältnissen im Wiesenvogelschutzprojekt Stollhammerwisch beiträgt, dessen ist sich auch Thomas Garden sicher. Der zuständige Projektleiter beim Fachdienst Umwelt des Landkreises Wesermarsch (Untere Naturschutzbehörde) konnte dies auch mit Zahlen belegen.

Die Zahl der Brutpaare sei beim Kiebitz (2009: 188/2010: 167/2011: 186), beim Austernfischer (36/29/35), bei der Uferschnepfe (76/73/76) und beim Rotschenkel (42/44/43) in den vergangenen drei Jahren sehr konstant. Auch der Bruterfolg liege trotz leichter Rückgänge beim Kiebitz und beim Rotschenkel weiterhin im Bereich der Rate, die zur Sicherung des Bestandes erforderlich ist. Dass diese Rate in 2011 bei der Uferschnepfe stark sank, sei ein Sonderfall, weil in einem bislang sehr erfolgreichen Kontrollgebiet die Präparatoren heftig zugeschlagen hätten.

Aus solchen Vorkommnissen müsse man Konsequenzen für die Bejagung ziehen, machten Alexander Witt und Eckard Busch deutlich. Ob diese weiterhin unter der Leitung des Berufsjägers geschehen kann, wird am 9. März entschieden, dann geht es um die Verlängerung des Vertrages.

Rolf Bultmann Nordenham / Redaktion Nordenham
Rufen Sie mich an:
04731 9988 2202
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.