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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Hochwasserschutztag: „Nach dem Deichbau ist vor dem Deichbau“

06.05.2019

Reitlanderzoll „Wir entscheiden jetzt für die nächsten 20 bis 30 Generationen. Dabei werden der Klimaschutz und die Sicherheit unserer Deiche eine bedeutende Rolle spielen“, machte Dr. Michael Schirmer deutlich. Der ehemals an der Universität Bremen tätige Wissenschaftler und Deichhauptmann (Vorsitzende) des Bremischen Deichverbandes referierte beim 1. Hochwasserschutztag am Sonnabend in Augustgroden über den Klimawandel und dessen Folgen für den Hochwasserschutz.

Einen Klimawandel mit Warm- und Kaltzeiten habe es immer schon gegeben. Dieser natürliche Zyklus sei von den Menschen aber außer Kraft gesetzt worden. Ursache dafür sei die Erderwärmung durch die CO2-Freisetzung. Der globale Temperaturanstieg wirke sich auch auf Meere und Ozeane aus, deren Wasserspiegel ansteigt. Das werde weltweit an Küsten zu großen Problemen führen, worauf viele Länder aber gar nicht vorbereitet seien.

„Bei uns sieht die Situation etwas anders aus, denn wir beschäftigen uns schon seit einigen Jahrzehnten mit diesem Thema“, sagte Michael Schirmer. Die traumatischen Erlebnisse bei der Flutkatastrophe 1962 hätten zum Umdenken im Küstenschutz geführt, wofür eine Ingenieurwissenschaft mit Computermodellen und Testdeichen entwickelt worden sei. Die dabei entwickelten Konzepte seien eine gute Grundlage für die weiteren Entwicklungen. Mit den jetzigen Techniken würden Millionen Menschen vor Hochwasser geschützt.

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Der Bremer Deichhauptmann wies auf den 2007 beschlossenen Generalplan Küste hin, wobei in den Berechnungen für die Deichhöhen neben den Bodensenkungen auch bereits der Anstieg des Meeresspiegels berücksichtigt worden sei. Das werde aber nicht ausreichen, denn „nach dem Deichbau ist vor dem Deichbau“, zumal auf den beschleunigten Anstieg des Meeresspiegels reagiert werden müsse.

Wichtig für den heutigen Deichbau sei, dass nachträglich weitere Verstärkungen und Erhöhungen vorgenommen werden können. Um das Restrisiko beim Hochwasserschutz zu minimieren, müssten die Deiche so stabilisiert werden, dass sie nicht mehr brechen können und es nur noch zu Überspülungen kommen könnte, erläuterte Michael Schirmer. Auch dafür gebe es Lösungen in Form von weiteren nachgelagerten Deichlinien und Poldern. „Doch so weit sind wir in Deutschland noch nicht“, so der Wissenschaftler.

Seinen Vortrag hatte der Gast aus Bremen mit der Schilderungen seiner Erlebnisse am 16. Februar 1962 begonnen. An jenem Tag feierte er im Hamburg seinen 18 Geburtstag. Die Party musste aber wegen des Sturmes und der schließenden Flutkatstrophe abgebrochen werden.

„Wer das miterlebt hat, wird das in seinem ganzen Leben nicht vergessen“, machte auch Butjadingens ehemaliger Bürgermeister Rolf Blumenberg deutlich. Er hatte die Flutkatastrophe 1962 als damals Neunjähriger auf dem Hof seiner Eltern in Augustgroden zunächst eher als ein Abenteuer empfunden.

Zeitzeuge Günter Behrends aus Reitlanderzoll erinnerte sich, dass er an jenem Abend als 17-Jähriger mit Freunden in der elterlichen Gaststätte Skat gespielt habe, als Richard Witte aus Schweiburg in den Gastraum gestürmt sei, um Alarm zu schlagen.

Der heute 82-jährige Heinz-Wilhelm „Teddy“ Rohde aus Burhave hatte an jenem 16. Februar 1962 miterlebt, wie die Flut mit jeder Welle ein Loch im Deich bei Waddens ständig vergrößerte.

Rolf Bultmann Nordenham / Redaktion Nordenham
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