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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Was Weidetierhalter sich wünschen

16.03.2019

Rodenkirchen Ina Martens aus Jaderkreuzmoor züchtet eine seltene Haustierrasse: das Weißköpfige Fleischschaf. Seitdem am 22. September 2017 ein Wolf drei ihrer Tiere getötet hat, sieht ihre Welt anders aus, wie sie in der Podiumsdiskussion sagte.

Jetzt hat sie einen ganz klaren Wunsch: „Wer meint, dass der Wolf hier leben muss, der soll zu mir kommen und meine Zäune umsetzen.“ Denn nach dem Wolfriss hat sie für 10 000 Euro – gegen 80 Prozent Entschädigung – Zäune bekommen, die sie alle zwei Wochen umsetzen muss, damit die Schafe immer genug zu fressen haben. „Das ist sehr viel Arbeit, gerade auf dem unebenen Moorboden“, sagte Ina Martens. Jedes Mal müssten Gras und andere Gewächse gemäht und Stützpfähle gesetzt werden.

Gleich nach dem Wolfsriss hatte eine Gruppe des Naturschutzbundes (Nabu) beim Auf- und Umstellen der Zäune geholfen, schilderte Ina Martens: „Aber nach dem zweiten Mal ging ihnen die Puste aus.“ Dafür sprang eine Nabu-Gruppe aus dem Kreis Cuxhaven ein – mit ähnlichem Ergebnis, wie Ina Martens berichtete: Die Naturfreunde meinten, sie könnten nicht alle zwei Wochen bei Schafzüchtern Zäune umsetzen.

Für ihre Schafe sei der Wolfsriss traumatisch gewesen, sagte die Landwirtin weiter: „Die Hälfte der Gruppe hat nachträglich verlammt: das ist aber nicht entschädigt worden. Die Tiere, die gelammt hatten, gerieten beim Anblick ihres eigenen Nachwuchses völlig in Panik und sahen die Jungtiere als ihre Feinde an. Andere Schafe sind nach dem Wolfsriss nicht mehr tragend geworden.“

Werner Idema bewirtschaftet in Jade einen Milchviehbetrieb. Als Hobby hielt er 150 Texelschafe. Bei einem Wolfsriss am 24. September 2017 – zwei Tage nach dem bei Ina Martens – hat er die Zahl der Schafe auf 30 verringert. 19 Tiere waren getötet worden. Für die Überlebenden hatte der Riss Folgen: „Die Tiere sind schreckhaft geworden. Sobald sie einen Hund bellen hören, geht es wieder von vorn los.“

Weiter sagte Werner Idema: „Das Problem ist, dass 99 Prozent der Wolfsberater nicht so denken wie Hermann Kück.“

Dieter Voigt, Deichschäfer in Huntebrück und Vorstandsmitglied des Landesschafzuchtverbands Weser-Ems, kritisierte das Wolfsbüro, das vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserbau, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) betrieben wird: „Es sitzt im gleichen Amt wie die Küstenschützer, aber beide kommunizieren nicht.“

Heiko Schmidt aus Berne, Vorsitzender des Landesschafzuchtverbandes, forderte wolfsfreie Zonen. Das bekämen die Amerikaner in ihren Nationalparks auch hin. Rainer Mönnich vom Vorstand des Kreislandvolks Wesermarsch plädierte dafür, problematische Wölfe zu töten und die anderen aus den Weidehaltungsgebieten zu vergrämen. Burchard Wulff, Vorsteher des II. Oldenburgischen Deichbandes, warnte, wolfssichere Zäune am Deich könne es nicht geben. Das sei aber wegen des Klimawandels inakzeptabel.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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