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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Wenig Resonanz beim ersten Bürgerdialog zum Rückbau

23.10.2017

Rodenkirchen Einen Massenansturm hatte niemand ernsthaft erwartet. Und er kam auch nicht. Aber wer den ersten Bürgerdialog zum Rückbau des Kernkraftwerks Unterweser (KKU) am Sonnabend in der Markthalle besuchte, konnte sich darüber freuen, dass die Experten an den einzelnen Informationstafeln viel Zeit für ihn hatten und auf jede Unklarheit eingehen konnten.

Wie viele Besucher in den vier Stunden wirklich kamen, lässt sich schwer ermitteln. Helma E. Dirks vom Basler Beratungsunternehmen Prognos AG, die alle Informationsveranstaltungen zum Rückbau moderiert, sprach von 100 Teilnehmern. Die KKU-Mitarbeiter, die ebenfalls für Informationen bereit standen, bezifferten die Zahl auf 60 bis 70, die Atomkraftgegner auf noch deutlich weniger. „Bei uns waren mehr Besucher“, resümierte Jörg Gaspar vom KKU mit Blick auf die Informationstage des Kraftwerks. Sein Chef Gerd Reinstrom interpretierte die Besucherzahl als Beweis dafür, „dass die Bürger in der Wesermarsch sehr gut über den Rückbau informiert sind.“

Elke Kuik-Janssen, Jürgen Janssen, Hans-Otto Meyer-Ott und Andreas Obermair von der atomkraftkritischen Aktion Z – Z für Zwischenlager – stellten sich dem Gespräch. „Dies ist gar kein Bürgerdialog, sondern eine Informationsveranstaltung“, sagte Elke Kuik-Janssen, „den Dialog bieten wir an.“

Andreas Obermair sagte, dass die Genehmigung für den Rückbau so lange auf sich warten lasse, liege an der guten Arbeit der Anti-Atom-Initiativen. Für Kernkraftwerke in Süddeutschland, deren Rückbau zur gleichen Zeit beantragt worden sei wie der des KKU, lägen die Genehmigungen schon vor.

Nächste Veranstaltung am 7. Dezember

Der Rückbau ist am Donnerstag, 7. Dezember, erneut Thema einer Veranstaltung: Das Forum I tagt von 18 bis 22 Uhr im Kreishaus.

Die Sicherheit der Umgebung des KKU ist am Donnerstag, 15. Februar, von 18 bis 22 Uhr Thema des Forums II im Kreishaus. Zu den Foren sind Anmeldungen erwünscht.

Um die Deponierung des Abfalls geht‘s beim zweiten Bürgerdialog am Sonnabend, 3. März, in der Markthalle.

Kraftwerksleiter Gerd Reinstrom rechnet weiter mit einer Genehmigung „noch vor Weihnachten“, wie er der NWZ sagte. Das KKU hatte einen Großteil des Informationsmaterials geliefert, das an diversen Stelltafeln ausgehängt war. Für das Kraftwerk informierten außer Gerd Reinstrom auch die Öffentlichkeitsarbeiter Almut Zyweck und Jörg Gaspar.

Für den Landkreis Wesermarsch, Veranstalter der Dialogreihe, standen Baudezernent Matthias Wenholt und Thomas Garden von der unteren Naturschutzbehörde bereit. Dazu kam Werner Fieber, der im Umweltministerium in Hannover für die Stilllegung kerntechnischer Anlagen zuständig ist. Er wollte auf Nachfrage der NWZ keinen Zeitpunkt für die Rückbaugenehmigung nennen, die anschließend noch vom Bundesumweltministerium geprüft werden muss, ehe sie in Kraft treten kann: „Wenn es gut läuft, dauert die Prüfung drei Monate.“

Am Ausgang durften die Besucher Punkte verteilen, wie gut sie sich informiert fühlten. Das taten längst nicht alle, aber die meisten Punkte gab es für die Aussage „Ich bin verständlich informiert worden.“ Niemand gab einen Punkt für „Nein, es war zu kompliziert“.

Alle Informationsanbieter erklärten die geringe Resonanz auch damit, dass das Thema diesmal sehr allgemein gewählt war. Spezialfragen sollen in den nächsten Veranstaltungen bearbeitet werden. Wie Helma E. Dirks von Prognos sagte, fragten die Besucher vor allem nach einer möglichen Nachnutzung des KKU-Geländes und nach einer Einschätzung, wann ein Endlager für den hoch radioaktive Abfall zur Verfügung stehe.


Sehen Sie ein Video unter   www.nwzonline.de/videos 
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Henning Bielefeld
Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2203

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