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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Bauern tun mehr für Bienen

20.03.2019

Rodenkirchen Die Landwirte in der Wesermarsch wollen in diesem Jahr mehr für den Insektenschutz tun. Damit möglichst viele Bürger das mitbekommen, will der Kreislandvolkverband im Mai einen „Aktionstags Blühflächen“ veranstalten.

100 Hektar blühen

Das hat Dr. Karsten Padeken am Montagabend bei der Jahreshauptversammlung des Kreislandvolks in der Markthalle angekündigt. Schon im vergangenen Jahr hatten die Landwirte in der Wesermarsch fast 100 Hektar Blühflächen angelegt; darin seien die vielen zusätzlich angelegten Sonnenblumenreihen und Bejagungsschneisen noch nicht eingerechnet.

Ausdrücklich lobte der Vorsitzende des Kreislandvolks die Insektenschutz-Aktion der NWZ; sie zeige, was jeder beitragen könne.

Als Negativ-Beispiel wertete Karsten Padeken das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ in Bayern, das ausschließlich den Landwirten die Verantwortung für den offensichtlichen Rückgang der Insektenpopulationen gebe, aber die Privatgärten außen vor lasse. Die Bürger forderten, dass die Landwirtschaft Verantwortung übernehme, sie selbst seien dazu aber nicht bereit.

Bei diesem Trend sei die Landwirtschaft auf die Hilfe der Politik angewiesen, betonte Padeken. Sie solle verantwortungsvoll das vorschreiben, was sein müsse, dürfe aber nicht jedem Mainstream hinterherlaufen. Dafür müsse die Politik Rückgrat zeigen, wovon aber im Augenblick nichts zu merken sei.

Die Landwirtschaft sei bereit, Verantwortung für Wasser- und Klimaschutz sowie für Artenvielfalt und Tierschutz zu übernehmen, betonte Dr. Karsten Padeken. Aber das könne nicht zum Nulltarif geschehen; auch Bauern hätten einen Anspruch auf angemessene Entlohnung ihrer Arbeit.

Der Vorsitzende ließ die wirtschaftliche Bedeutung der konventionell geführten Betriebe nicht unerwähnt: Die Bruttowertschöpfung betrage 2500 Euro pro Hektar.

Resolution gebilligt

Die rund 200 Anwesenden unterschrieben eine Resolution, in der sie sich gegen die Genehmigungspflicht für den Grünlandumbruch aussprechen. Sie besteht seit März 2018 und schreibt vor, dass Kreisverwaltung und Landwirtschaftskammer ja sagen müssen, bevor der Landwirt pflügt oder fräst. „Ein Pflegeumbruch ist für uns ein Werkzeug der guten landwirtschaftlichen Praxis“, sagte der Karsten Padeken. „Eigentlich sind wir aufgrund unserer Ausbildung selbst in der Lage zu entscheiden, was nötig ist und was nicht.“

Kein Verständnis haben die Landwirte auch für die erneute Verschärfung der Düngeverordnung. Dadurch seien die Grünlandregionen unverhältnismäßig stark reglementiert worden, obwohl sie kein Problem mit Grundwasser haben. Deshalb dürfe Grünland auch nicht als rotes Gebiet ausgewiesen werden, in dem pauschal 20 Prozent vom Düngebedarf abgezogen wird. Die Landesregierung dürfe rote Gebiete nur auf nitratsensiblen Teilflächen ausweisen, aber nicht dort, wo es keine Probleme mit dem Grundwasser gebe.

Kreislandvolk-Geschäftsführer Manfred Ostendorf teilte mit, dass die Arbeiten für den Anbau mit den neuen Seminarräumen beim Grünen Zentrum in Ovelgönne am Montag begonnen haben; im November sollen sie fertig sein. Ziel sei es, die Verbände Wesermarsch und Friesland zu Sprachrohren für die Grünlandregion an der Küste zu entwickeln.

Klar sei aber auch, dass die Wesermarsch und Friesland Verbündete brauchten – etwa bei den Themen Grünland, Düngeverordnung, Gänsefraß und wolfsfreie Zonen. Deshalb sei der Kontakt zu den ostfriesischen Verbänden intensiviert worden.

 Karsten Padeken, sein Stellvertreter Hendrik Lübben und Manfred Ostendorf ehrten anschließend den Betriebshelfer Walter Kuck, Rastede, für 35-jährige Mitarbeit sowie Eilert Büsing, Strückhausen, und Hergen Lüerßen, Nordermoor, für jahrzehntelange ehrenamtliche Arbeit.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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