• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Weidewirtschaft geht nicht mit dem Wolf

03.03.2018

Rodenkirchen „Wir werden den Wolf wohl durchziehen lassen müssen. Sollte er sich hier niederlassen, werden wir ihm aber unmissverständlich klar machen, dass er hier nichts zu suchen hat.“

Das sagte Dr. Karsten Padeken am Donnerstagabend bei der Jahreshauptversammlung des Kreislandvolkverbandes Wesermarsch in der Markthalle. Was genau er aber gegen Wölfe tun will, die „sich hier niederlassen“, sagte der Vorsitzende des Kreislandvolks nicht.

Positiver Trend auf dem Milchmarkt

Die Wellenbewegungen beim Milchpreis halten an. Darauf wies der Kreislandvolkvorsitzende Dr. Karsten Padeken hin. Der Preis war zu Beginn des vergangenen Jahres in den Keller gesunken, bis zum Herbst aber wieder auf wünschenswerte 40 Cent je Kilogramm gestiegen. „Jetzt sind wir wieder bei 30 bis 32 Cent mit jedoch einem positiven Trend“, berichtete der Kreislandwirt. Er sprach zudem von einem guten und stabilen Niveau beim Schlachtviehmarkt.

Nach bereits zwei bestätigten Fällen von Wolfs-Rissen in der Wesermarsch sei jetzt wohl ein dritter hinzugekommen, beklagte Karsten Padeken. Er sprach sich dafür aus, die Küstenregion zur wolfsfreien Zone zu erklären. Herdenschutz wie wolfsichere Zäune seien in der Wesermarsch aus finanziellen Gründen unrealistisch. Bei Kosten von 10 Euro pro laufenden Meter müssten 100 Millionen Euro aufgewendet werden. Auch aus ökologischer Sicht – die Gräben müssen regelmäßig gereinigt, die Wiesenvögel geschützt werden – seien Schutzzäune nicht sinnvoll. Die Weidewirtschaft sei mit dem Wolf nicht vereinbar, betonte Karsten Padeken.

„Alle wollen den Wolf, wenn er aber da ist, wollen die meisten ihn wieder weg haben“, erhielt der Kreislandwirt Unterstützung von Albert Schulte to Brinke. Der neue Präsident des Niedersächsischen Landvolks wies auch auf die Panik hin, die ein Wolf in den Viehherden auf den Weiden auslösen würde. Die Weidehaltung dürfe wegen des Wolfes aber nicht aufgegeben werden. Albert Schulte to Brinke sprach sich dafür aus, dass die betroffenen Bauern selbst darüber entscheiden, was sie gegen den Wolf tun wollen – und nicht Menschen in fernen Amtsstuben.

Pilotprojekt im Cuxland

SPD-Landtagsabgeordnete Karin Logemann wies auf verbesserte staatliche Förderung für von Wolfsangriffen betroffene Tierhalter hin. Zudem habe Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (ebenfalls SPD) für den Landkreis Cuxhaven ein Pilotprojekt angekündigt, wonach bei Gefahr gehandelt werden soll. Vorgesehen sei, die Wölfe zu vergrämen und im Einzelfall auch sie abzuschießen.

Jugend interessiert

Karsten Padeken machte in seinem Bericht auch das immer größer werdende Problem der Gänse deutlich. „Sie kommen früher, bleiben länger oder ziehen gar nicht mehr weiter. Die Schäden auf den Flächen haben stark zugenommen“, bilanzierte der Kreislandwirt. Er lobte den Landkreis Wesermarsch, der ein ein zusätzliches Gänseprogramm aufgelegt hatte. Das reiche aber nicht aus. Deshalb werde das Kreislandvolk in das Gänsemanagement einsteigen und dabei den Fokus auf die Schäden legen.

Kreislandvolk-Geschäftsführer Manfred Ostendorf freute sich darüber, dass das Interesse der Jugend an der Landwirtschaft wieder deutlich zugenommen hat. „Da ist eine engagierte junge Generation im Anmarsch, was ich für bemerkenswert halte“, sagte Manfred Ostendorf. Er wies aber auch auf den anhaltenden Strukturwandel hin. Waren es vor etlichen Jahren noch mehr als 1000 Milchviehhalter in der Wesermarsch, so sind es jetzt nur noch rund 460, wobei die Zahl der Kühe mit über 52 000 und die Milchproduktion von rund 400 Millionen Kilogramm eher gestiegen seien.

Der Geschäftsführer berichtete, dass das Landvolk frühzeitig beim Verfahren für den Bau der Küstenautobahn A20 eingebunden worden sei. Dazu werde man auch eine Stellungnahme erarbeiten sowie die betroffenen Landwirte beraten. Deren Vertretung bei Behördenterminen oder Klagen werde der Kreislandvolkverband aber nicht übernehmen können. Dafür müssten sich die Landwirte professionelle Hilfe holen.

 Einen weiteren Bericht über die Versammlung können Sie in einer unserer nächsten Ausgaben lesen.

Rolf Bultmann
Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2202

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.