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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Hilfsbereit mit und ohne Buddha

23.01.2019

Rodenkirchen Die meisten Zehnjährigen denken keine Minute an ihre Konfirmation. Petra Haase jedoch hat in diesem Alter schon im Kindergottesdienst geholfen. Das ist typisch für sie: Wenn jemand gebraucht wird, ist sie da.

So ist es geblieben: Egal wie schnell ihr Leben wurde, nein gesagt hat sie nie, wenn es galt, eine Arbeit zu erledigen. So ist sie eine der aktivsten Frauen in Rodenkirchen geworden – trotz Familie und Selbstständigkeit. Deshalb hat Fred Memenga, der Leiter der Nordenhamer Tafel, sie als Frau des Jahres vorgeschlagen.

Seit 40 Jahren im ATR

Als Grund für ihre Hilfsbereitschaft nennt Petra Haase Prägung: „Für uns als Familie war immer klar: Man muss in seinem Ort etwas tun.“

Ihr erster Verein war der ATR, schon als Achtjährige ist sie eingetreten. Sie hat so ziemlich alle Sportarten ausprobiert, selbst Fußball: „Ich wollte wissen, was meins ist“, sagt die 48-Jährige. Heute weiß sie es: Es ist die rhythmische Sportgymnastik. In diesem Bereich leitet sie zwei Kurse, nämlich Bauch, Beine, Po und Zumba. Einige Jahre lang war sie stellvertretende Vorsitzende, jetzt organisiert sie die Kurse im Verein.

Auch der Kirche ist Petra Haase treu geblieben. Als Jugendliche hat sie Zeltlager auf der Strohauser Plate organisiert. 2012 hat sie erstmals für den Kirchenrat kandidiert und ist gleich gewählt worden – mit dem zweitbesten Ergebnis. Zusätzlich zu den Sitzungen übernahm sie zwei Aufgaben: Sie bereitete das Gemeindefest vor, und seit vier Jahren organisiert und moderiert sie das Drehorgelkonzert zum Rodenkircher Markt. 2018 kandidierte sie nicht wieder, aber beim Gemeindefest steht sie weiterhin mit Rat und Tat zur Seite und beim Drehorgelkonzert hat sie nach wie vor den Hut auf – im wahrsten Sinne des Wortes.

Ein Stück familiäre Prägung war es auch, dass sie sich im April 1997 mit einem Fahrrad-Geschäft selbstständig gemacht hat. So etwas gab es vorher in Rodenkirchen nicht. Dennoch schaffte sie es nicht nur, sich mit dem Geschäft dauerhaft zu etablieren, sondern es auch zu vergrößern und ihm einen ganz eigenen Charakter zu verleihen: „Ich will kein typisches Fahrrad-Geschäft. Mir geht es darum, dass die Kunden sich wohlfühlen.“

Auch ihr Vater Johann Meyer und ihre drei älteren Brüder waren und sind selbstständig, aber mit Kraftfahrzeugen. Doch nicht nur wirtschaftlich ist die Familie Meyer selbstständig, auch geistig. „Wenn man etwas haben will, muss man etwas dafür tun“, sagt Petra Haase, „das habe ich in meiner Erziehung gelernt.“

Und so tat sie etwas dafür, dass Kaufkraft in Stadland bleibt. Sie schloss sich der Werbegemeinschaft an, wurde 1999 Beisitzerin und 2000 Zweite Vorsitzende. Mehrere Male organisierte sie die Wesermarsch-Schau, die große Gewerbeschau in der Markthalle. Nach dem Rücktritt von Anke Oeltjen übernahm sie 2005 kommissarisch den Vorsitz. 2006 bereitete sie die WM-Schau vor, denn damals fand auch die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland statt. „Heute sterben diese Gewerbeschauen“, sagt Petra Haase. „Sie können nur noch organisiert werden, wenn dafür ein Event-Team angeheuert wird.“

Als Andrea Berg

Für seinen Sportlerball brauchte der ATR kein Event-Team, er hatte Petra Haase. Zunächst mit ihren Sportgruppen, dann mit den Alten Herren organisierte sie die Vorführungen. Ein Hit war das Tutti-Frutti-Ballett mit – von Petra Haase selbst genähten – hautfarbenen Tops. Mindestens genau so gut kamen ihre Auftritte als Schlagersängerin Andrea Berg an.

2001 hat sie ihren Mann Frank Haase geheiratet, der als Techniker auf der Fassmer-Werft in Motzen arbeitet. Auch von ihren Kindern Jacqueline (17) und Kevin (13) will sie so viel wie möglich mitbekommen und setzte sich deshalb in Kindergarten, Schule und Hort ein. Und wenn sie privat von Problemen erfährt, hilft sie auch gern. „Mutter Theresa“ wird sie deshalb im Familien- und Freundeskreis genannt – nicht nur scherzhaft.

„Ich helfe mit mir selbst, nicht mit Geld“, sagt sie. Doch das viele Helfen ist wohl irgendwann zu viel geworden Deshalb bekam sie im Herbst einen „kleinen Schuss vor den Bug“, wie sie sagt. Jetzt lernt sie, auch für sich selbst etwas zu tun.

Aber sie hat auch nicht vergessen, dass sie aus ihrem ganzen Engagement Kraft schöpft zum Weitermachen.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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