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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

EU-Verordnung stößt auf Unverständnis

12.12.2019

Rodenkirchen Auf Unverständnis und Verärgerung stößt bei den Landwirten eine neue EU-Verordnung für amtliche Kontrollen bei Notschlachtungen. Dies wurde bei der Jahreshauptversammlung des Tierseuchenfonds Wesermarsch in der Rodenkircher Markthalle deutlich.

Wie Dr. Norbert Heising, Geschäftsführer des Zweckverbandes Veterinäramt Jade-Weser, den rund 70 Teilnehmern der Zusammenkunft erläuterte, soll die neue EU-Verordnung bereits am 14. Dezember, also am Freitag, in Kraft treten. Sie schreibt vor, dass Tieruntersuchungen bei Notschlachtungen nur noch durch amtliche Tierärzte vorgenommen werden dürfen.

Die müssen das Schlachttier untersuchen, die ordnungsgemäße Schlachtung und das Ausbluten dokumentieren und bestätigen. Die Kosten für eine Notschlachtung gemäß neuer EU-Verordnung beziffert Norbert Heising auf mindestens 100 Euro. Das werde dazu führen, dass die Tierhalter selektieren werden, ist der Chef des Veterinäramtes überzeugt.

Verändertes Vorgehen

Das bestätigte auch die anschließende Diskussion. Die neue Verordnung werde der Praxis nicht gerecht, kritisierte ein Landwirt. Statt notzuschlachten und das Fleisch anschließend zu verwerten, würden die betroffenen Tiere wegen des geringeren Aufwandes und aus Kostengründen wohl länger in den Betrieben bleiben und dann, nach Euthanasie (Einschläferung) durch den Tierarzt, in der Tierkörperbeseitigungsanlage landen. Das könnte zu weiteren Missverständnissen in der Gesellschaft führen.

Dass die Milcherzeuger und Rinderzüchter in der Wesermarsch hinsichtlich Tierseuchen derzeit recht sorgenfrei sind, machten in ihren Berichten sowohl Norbert Heising als auch Manfred Ostendorf deutlich. Letzterer ist Geschäftsführer des Tierseuchenfonds Wesermarsch, der in 2018 einen Überschuss von 30 000 Euro erwirtschaftete. Damit werden die Rücklagen auf 470 000 Euro aufgestockt, um für den Fall der Fälle vorbereitet zu sein.

Angst vor Schweinepest

Norbert Heising freute sich, dass die Blauzungenkrankheit durch Impfungen in Deutschland zum Stillstand gekommen ist und auch die Paratuberkulosefälle auf niedrigem Niveau weiter rückläufig sind. Bedenken hat der Veterinär wegen der sich von Polen aus der deutschen Grenzen nähernden Afrikanischen Schweinepest. Werde die über das Schwarzwild nach Deutschland getragen, werde das gravierende Auswirkungen haben.

Wenn die Afrikanische Schweinepest in Deutschland auftritt, sei es egal, wo. Exporte von Schweinefleisch nach Asien, die den deutschen Schweinemästern derzeit gute Preise bescheren, seien dann nicht mehr möglich. Der Markt werde von einen auf den anderen Tag verschlossen sein, befürchtet Norbert Heising, dem die Ausbreitung der Pest in Polen „zu flott“ geht.

Auf ein anderes akutes Problem wies Tierseuchenfonds-Vorsitzender Dr. Karsten Padeken hin. Nach den beiden Dürrejahren sorge jetzt eine Mäuseplage auf vielen Weiden dafür, dass das Futter in 2020 knapp werde. Nach finanziellen Hilfen befragt, verwies Karsten Padeken, der auch Vorsitzender des Kreislandvolkverbandes Wesermarsch ist, auf Selbsthilfemöglichkeiten hin. Der Verband sei am Ball, um beispielsweise dort, wo aufgrund der Mäuseplage eine Grasnarbe nicht mehr kurzfristig entstehen kann, den vorübergehenden Anbau von Mais zu ermöglichen.

Als Gast stellte dieses Mal Dr. Ursula Gerdes die von ihr als Geschäftsführerin geführte Tierseuchenkasse Niedersachsen vor. Diese Anstalt des öffentlichen Rechts, die keine Versicherung ist, hat die Aufgabe, Tierverluste durch Tierseuchen oder seuchenartige Erkrankungen sowie Kosten und Schäden, die bei deren Bekämpfung entstehen, zu ersetzen. Dazu sind nach dem Tierseuchengesetz die Länder verpflichtet. Mittlerweile mache aber die Prophylaxe den Großteil an Ausgaben aus.

Rolf Bultmann Nordenham / Redaktion Nordenham
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