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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Pflegedienst In Rodenkirchen: Schwester Erna nimmt Abschied

18.02.2020

Rodenkirchen Ihr Name ist Josefine Quathamer, genau: Erna Josefine Qathamer. „Aber der Vorname Josefine ist mir lieber“, sagt die 63-jährige stellvertretende Pflegedienstleiterin beim Pflegedienst Lieken. Doch für ihre Patienten ist sie „Schwester Erna“. Bis zu diesem Mittwoch noch.

Dann endet ein insgesamt 47-jähriges Berufsleben, davon 29 Jahre in der ambulanten Pflege. „Ich würde den Beruf immer wieder wählen“, sagt die 63-Jährige. „Denn ich habe mit Menschen zu tun, die Hilfe brauchen, und das bringt Erfüllung.“

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Erna Josefine Quathamer stammt aus Jade. 1973 begann sie an der Ammerland-Klinik in Westerstede eine Ausbildung zur Krankenschwester, nach der Lehre blieb sie dort. 1991 wollte sie „mal was anderes machen“ und dabei auch etwas Stress abschütteln, deshalb ging sie in die ambulante Pflege. Zusammen mit vier anderen Frauen arbeitete sie beim Pflegedienst von Dieter Lieken.

Zeit für einen Tee

Zu Anfang war es tatsächlich weniger stressig als im Krankenhaus: „Wir hatten Zeit, mit den Patienten einen Tee zu trinken und eine Tüte voll zu reden.“ Und es gefiel ihr, dass sie die Patienten über längere Zeit begleitete und jeden Tag zu ihnen kam.

Ihr Arbeitstag begann in der Früh- und Spätschicht morgens um halb sieben und endete gegen 13 Uhr; um halb vier ging es wieder los – oft bis 22 Uhr. Morgens war die Pflege deutlich zeitaufwendiger als abends. Bis mittags betreute sie 10 Patienten, ab nachmittags waren es 20 bis 25. Dazu kam die Rufbereitschaft für Notfälle.

Mit der Zeit nahm die Zahl der Patienten zu; 1995 wurde die Pflegeversicherung mit den Stufen 1 bis 3 eingeführt. Etwa zu dieser Zeit zog der Pflegedienst von Dieter Liekens Zuhause in Mittenfelde an die Marktstraße 35 in Rodenkirchen um.

Mit der Pflegeversicherung kam die Dokumentationspflicht – jeder Besuch bei einem Patienten muss festgehalten werden – und der Pflege-TÜV durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen.

Damals baute Schwester Erna den ambulanten Dienst und die Hauswirtschaft maßgeblich mit auf. Sie wurde zur stellvertretenden Pflegedienstleiterin ernannt, was deutlich mehr organisatorische Arbeit mit sich brachte. Pflegedienstleiter ist jetzt Björn Thaden, der den Pflegedienst zusammen mit Tanja Speckels von Dieter Lieken übernommen hat.

Rund 50 Pflegerinnen und Pfleger sind derzeit beim Pflegedienst Lieken unterwegs. Sie betreuen etwa 140 Patienten, überwiegend in Stadland.

Zum Einsatzgebiet gehören auch Esenshamm sowie Brake und Jade. Seit einiger Zeit kommen immer mehr Anfragen aus weiter entfernten Orten – Butjadingen beispielsweise, aber auch Elsfleth, Lemwerder oder Oldenburg. „Es gibt einfach zu wenig Pflegekräfte“, begründet Schwester Erna. Doch in solchen Fällen kann sie nicht helfen: Die Patienten wohnen zu weit weg.

Ein weiterer Trend in der Pflege ist die Spezialisierung. So hat der Pflegedienst ein eigenes Team für die Außerklinische Pflege aufgebaut; sie kommt 13 Menschen zugute, die zu Hause leben, aber auf Beatmungsgeräte angewiesen sind. Dieses Team gehört nicht in den Bereich von Josefine Quathamer.

Todkranke begleiten

Vor vier Jahren hat sie eine Zusatzausbildung zur Palliativ-Fachkraft absolviert. Schwester Erna ist damit qualifiziert für die Begleitung Sterbenskranker von der Pflege bis zur Gesprächsführung. „Man muss empathisch sein“, sagt sie, „auf den Patienten zugehen können und ihn berühren mögen.“

Dazu kam eine Ausbildung zur Pain-Nurse, also zur Pflegefachkraft für Schmerzpatienten. Sie überwacht die Versorgung des Todkranken mit Schmerzmitteln. Und in den letzten beiden Jahren war Josefine Quathamer in der Pflegeberatung tätig für insgesamt 150 Patienten, die Geldleistungen aus der Pflegekasse bekommen, aber keinen Pflegedienst in Anspruch nehmen.

Diese Aufgabe wird jetzt Elfie Thaden übernehmen, ihre Nachfolge in der Pflegedienstleitung tritt Vera Kaliwoda an. Josefine Quathamer und ihr Mann sind schon vor zwei Jahren nach Bad Zwischenahn gezogen. Dort wollen sie es etwas ruhiger angehen lassen und mehr Zeit für Sport und Reisen haben.

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