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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Rumpelpiste bringt Radfahrer in Rage

05.04.2017

Nordenham /Ellwürden Wilhelm Meyer ist gerne mit dem Fahrrad unterwegs. Wenn der 84-Jährige von Abbehausen zum Wochenmarkt in die Innenstadt radelt, nutzt er am liebsten die Strecke über den alten Bahndamm. Zumindest bisher ist das so gewesen. Doch neuerdings macht Wilhelm Meyer einen großen Bogen um diesen Geh- und Radweg. Dafür hat er gute Gründe: „Die neue Fahrbahn ist eine Katastrophe“, ärgert sich der Rentner, „es ist unfassbar, was da angerichtet wurde.“ Während der Abbehauser das sagt, kommen zwei Radfahrer und ein Spaziergänger hinzu, die alle zustimmend nicken.

Wilhelm Meyer und viele andere Bürger beklagen sich darüber, dass sich der Bahndamm zwischen Ellwürden und dem Mittelweg seit der Sanierung in einem schlechteren Zustand als je zuvor befindet.

Für 100 000 Euro ließ die Stadt Nordenham auf einem 1,4 Kilometer langen Abschnitt die rissige Asphaltdecke beseitigen und durch eine Schotterdecke ersetzen. Nach den ersten Protesten kündigte das Bauamt zwar Nachbesserungen an, aber viel erreicht wurde damit nicht.

„Das Material ist zu grob, um darauf mit dem Rad zu fahren“, sagt Wilhelm Meyer, „einmal habe ich es versucht, danach nie wieder.“ Die einst glatte Fahrbahn erinnert an eine schlecht ausgebaute Schotterpiste. Sie ist uneben und mit Steinbrocken übersät, die teilweise faustgroß sind. Dieses Cross-Country-Geläuf stellt nicht nur Radfahrer, sondern auch Spaziergänger, die Rollatoren oder Kinderwagen dabei haben, vor erhebliche Probleme. Hinzu kommt laut Wilhelm Meyer ein Imageschaden für die Stadt: „Nordenham gibt damit bei Urlaubern und Fahrradtouristen ein schlechtes Bild ab“, findet er.

Auch der SPD-Ratsherr Jan Gerdes ist „entsetzt“ über den Zustand des Bahndamms. Spätestens seitdem ihm auf halber Strecke zwischen Nordenham und Ellwürden ein Fahrradreifen geplatzt ist, sieht er verschärften Handlungsbedarf. „So kann das nicht bleiben“, sagt Jan Gerdes. Er verweist auf den ebenen und festen Weg im Gateteiche-Park, der ein schönes Beispiel dafür sei, dass „man so etwas viel besser machen kann“.

Die Beschwerden über den „neuen“ Bahndamm sind bereits ins Rathaus vorgedrungen. Der Leiter des Amtes für Baumanagement, Mario Peschke, will sich der Sache annehmen und am Donnerstag bei einem Ortstermin mit der beauftragten Baufirma das weitere Vorgehen abstimmen. Vereinbart ist nach Angaben des Amtsleiters bereits, dass größere Bruchstücke entfernt werden und die Piste noch einmal gewalzt wird. Das erneute Walzen soll aber erst im Juni stattfinden. Vorher wäre das nicht sinnvoll, weil sich das frisch aufgetragene Material zunächst einige Wochen setzen müsse.

Die Schotterdecke besteht aus der aufgefrästen und geschredderten Asphaltbahn des Bahndamms, die laut Mario Peschke stellenweise nur noch wenige Zenitmeter dick gewesen ist. Das habe dazu geführt, dass das Fräsgut mit größeren Bruchstücken durchsetzt ist.

Mario Peschke betont, dass es ein Beschluss der Politiker im Stadtrat und im Abbehauser Ortsrat gewesen sei, die Asphaltdecke des Bahndamms nicht zu erneuern, sondern stattdessen eine offene Deckschicht anzulegen. Diese Variante habe den Vorteil, dass sich Unebenheiten durch Wurzelwuchs in einer Schotterdecke leichter beheben lassen als Risse im aufgebrochenen Asphalt, die zuletzt eine Unfallgefahr dargestellt hätten.

Allerdings müsse man sich darüber im Klaren sein, dass eine Oberfläche aus Fräsgut „nicht den Fahrkomfort einen glatten Autobahn bieten kann“. Nach Angaben des Amtsleiters bemüht sich die Stadt um eine „vernünftige Lösung“. Auch den Auftrag eines Feingranulats schließt Mario Peschke nicht aus. Letztlich sei das aber eine Frage des Geldes.

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