• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Auf ungeeignetem Boden gebaut?

24.10.2019

Sandfeld /Käseburg In einem Schreiben an das Niedersächsische Umweltministerium hat Heiko Wöhler nun eine Fachdienstaufsichtsbeschwerde gegen das Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg eingereicht. Seine Begründung: Das Gewerbeaufsichtsamt erfülle nicht die ihm obliegenden Kontrollaufgaben, was die Deponie betreffe. In einer Anfrage an das Gewerbeaufsichtsamt, die er im Namen des Bürgervereins Sandfeld gestellt hatte, wollte er unter anderem wissen, ob die gesetzlich vorgeschriebenen Kontrollen an der Deponie vorgenommen werden und welche Ergebnisse vorliegen. „Die Antwort war völlig unzureichend“, so Heiko Wöhler.

Worum es geht

Gegenwärtig prüft der TÜV im Auftrag des Niedersächsischen Umweltministeriums, ob die Deponie Käseburg zur Einlagerung freigemessener Abfälle aus dem Kernkraftwerk Unterweser (KKU) in Kleinensiel geeignet ist. Das Niedersächsische Umweltministerium hat der Kreisverwaltung zugesichert, die Ergebnisse der Prüfung – sobald diese vorliegen – in der Wesermarsch zu präsentieren und zu erläutern.

Was beanstandet wird

Unabhängig von der Prüfung kritisiert Heiko Wöhler in seiner Fachdienstaufsichtsbeschwerde, dass Setzungen des Deponieuntergrunds nicht untersucht wurden.  Es gebe daher keine Auskunft darüber, wie weit der Deponiekörper in den Untergrund versackt sei.Auch lägen keine Ergebnisse von Untersuchungen im Zuge der Wasserrahmenrichtlinie vor.
Erkenntnisse aus dem Boden-Dauerbeobachtungsprogramm seien nicht bekannt.Es gebe auch weiterhin keine Aussage zur Durchlässigkeit des Bodens, und ob der geringe Abstand zwischen Deponie und Kanal (geplant ist unter anderem die Verbreiterung der Rönnel, um Wasser in den Wesermarsch-Norden zu befördern) als geologische Barriere genüge.

Lesen Sie auch: Falsche Baugrundbewertung wird moniert

Nach den Worten von Heiko Wöhler gibt es keine Auskünfte über die gesetzlich vorgeschriebenen Kontrollen.

Es gibt ein Gutachten

Heiko Wöhler stellt in Frage, ob der Untergrund als Deponiefläche überhaupt geeignet ist. Dazu zieht er das Gutachten des Ingenieurbüros Dr.-Ing. Joachim Rappert aus dem Jahr 1988 heran. Die Beschaffenheit des Deponie-Untergrundes war damals untersucht worden hinsichtlich einer Erweiterung, die nach den veröffentlichten Ergebnissen jedoch als fraglich erschien. Heiko Wöhler verfügt zudem über Unterlagen mit den Positionen der Bohrlöcher zur Bodenerkundung. Für die Erweiterung der Deponie ist nur ein einziges Bohrloch vermerkt mit der Begründung, dass das Gebiet seit 15 Jahren unter Wasser steht. „Es gibt für ganz Niedersachsen ein Bohrarchiv. Jeder kann gucken, wie es im Untergrund aussieht“, so Heiko Wöhler. Die Deponie Süd wurde 1995 geschlossen. Auf ehemaligen Klärteichen wurde die Deponie Nord angelegt.

Boden nicht belastbar

Für Heiko Wöhler geht aus den ihm vorliegenden Unterlagen hervor, dass der Untergrund als Deponiefläche in Käseburg ungeeignet ist. Er spricht unter anderem von einer Schicht aus Schluffboden, einem Gemisch aus Sand und Ton. In der Fachliteratur sei in diesem Zusammenhang von weich-plastischen Böden die Rede. „Dieser Boden ist nicht belastbar“, so Heiko Wöhler.

Neues Gutachten

Das Grundbau-Labor Bremen hat eine Baugrundbewertung vorgenommen. Beim Anhörungstermin am 26. Mai 2019 sei dargestellt worden, dass die Bodenstabilität gegeben sei. Befürchtete Grundbrüche, auch durch eine zusätzliche Bauschuttbelastung, sei nicht gegeben, meinte Heiko Wöhler.

Die Aussage sei gravierend, da fälschlicherweise die oberen Bodenschichten des Deponiegeländes als Kleiboden beschrieben würden. Man habe es aber mit schluff- und torfhaltigen Böden zu tun. „Es ist aus meiner Sicht unverantwortlich, dass das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie als Landesbehörde hier in Beratung und Planung nicht einbezogen wird“, so Heiko Wöhler.

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
Rufen Sie mich an:
04401 9988 2320
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.