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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

KÜSTENSCHUTZ: Schaden von Natur und Kultur abwenden

30.12.2009

LANGWARDEN Sie wollen mit allem Nachdruck eintreten für den Erhalt des etwa 140 Hektar umfassenden Langwarder Grodens. Sie wollen erreichen, dass sich Bürger Butjadingens dafür zusammenschließen und gemeinsam Aktivitäten entwickeln. Deshalb treffen zehn Landnutzer und Freunde des Grodens Vorbereitungen zur Gründung eines eingetragenen Vereins.

Möglichst Ende Januar oder Anfang Februar soll er gegründet werden: der „Förderverein Langwarder Groden – Erhalt unserer Heimat zwischen den Deichen“.

Diese Aktivitäten richten sich gegen Überlegungen oder Pläne, wonach der 4,2 Kilometer lange Sommerdeich aufgeschlitzt werden soll mit dem Ziel, im Groden Salzwiesen entstehen zu lassen als Ausgleichsmaßnahmen für die Deicherhöhung vor Jahren in Cäciliengroden sowie den Bau des Jade-Weser-Ports in Wilhelmshaven.

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In der Gaststätte „Hof Iggewaren“ haben einige der Aktiven (dazu zählt ihren Angaben nach auch Jan Dunkhase aus Sillens) der Presse erläutert, um was es ihnen geht.

Sie wollen nach vielen Gesprächsvorstößen bei beteiligten Behörden und Institutionen – vor allem auf Nachfragen beim Deichbandvorsteher Leenert Cornelius – erfahren haben, dass der 1933 von Zwangsarbeitern errichtete Sommerdeich an zwei Stellen jeweils etwa 400 Meter breit geöffnet werden soll. Weil auch die Fachleute erkannt hätten, dass Wasser wegen des höher gelegenen Deichvorlandes nur bei großen Fluten eindringen könne, sollten auch Kanäle gebaut werden.

16 Millionen Euro

Dennoch halten die Freunde des Grodens ein solches Vorhaben für völlig unsinnig. Zudem sei wegen drohender Verschlickung der Kanäle mit hohen Folgekosten zu rechnen. Auch müsse bei Öffnung des Sommerdeiches der Hauptdeich verstärkt werden und die Deichverteidigungsstraße neu angelegt werden. Es sei die Rede von 16 Millionen Euro Gesamtkosten – ohne Folgekosten.

Dabei sei der Groden in seiner jetzigen Verfassung mit Sommerdeich und Landesschutzdeich der beste Küstenschutz und gewährleiste diesen Schutz, ohne dass Nachbesserungen nötig seien, sicherlich noch 50 Jahre.

„Ein Stück Butjadinger Kultur würde verloren gehen. Die Sicherheit der Bewohner würde gefährdet. Mit dem naturnah genutzten Land würde zudem ein Stück Wirtschaftskraft verloren gehen“, fasst Hans Witbaard (Wirtschaftsberater aus Seefelderaußendeich) die Kritik zusammen.

16 Landnutzer dürfen das im Eigentum des Landes Niedersachsen befindliche Grünland gemäß vertraglicher Regelung landwirtschaftlich nutzen. Einer von ihnen, Dieter Brockhoff vom Brückenhof, hebt auch auf die Bewirtschaftung ab: „Im Groden herrscht Naturschutz, der nicht besser funktionieren kann. Zum Beispiel ist der Mähtermin nach dem 15. Juni. Geschleppt werden darf nur bis 15. März und es wird weder Kunstdünger noch Gülle aufgebracht.“

Naturschutz zum Nulltarif

Ähnlich Ralf Töllner aus Langwarden: „Wir machen dort Vertragsnaturschutz zum Nulltarif.“ Zudem weist Töllner darauf hin, dass 2005 sämtliche Subventionen von landwirtschaftlichen Betrieben auf alle Betriebsflächen umgelegt worden seien – auch auf Flächen, die Betriebe im Groden nutzen. Der Landwirtschaft drohe daher ein Gesamtverlust von Prämien im Groden in Höhe von etwa 42 000 Euro pro Jahr.

Ein Drittel des Grodens solle, so will die Initiative erfahren haben, gar nicht mehr bewirtschaftet werden. Das wäre auch kein Dienst am Naturschutz, sondern ganz im Gegenteil: ein schwerer Schlag für den Vogelschutz, meint die Initiative. Ein Drittel des Grodens solle zu Pütten werden. Ein weiteres Drittel solle von seltenen Rinderrassen beweidet werden.

Dieter Brockhoff beklagt in Anspielung auf den Jadeport: „Das Geld regiert über dem Naturschutz und das ist bedauerlich.“

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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