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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Seeverkehr: Schifffahrtskrise erreicht Baum & Co

02.08.2012

NORDENHAM Angefeuert vom Boom auf dem weltweiten Transportmarkt waren die Reeder und Anleger in den guten Jahren kaum zu bremsen, als es darum ging, in den Bau neuer Schiffe zu investieren. Aber mit dem Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise im Sommer 2008 veränderte sich die Lage schlagartig. In Anbetracht der sinkenden Frachtraten stellte sich schnell heraus, dass eine enorme Überkapazität an Schiffen entstanden war. Der harte Preiskampf auf den internationalen Märkten hat seitdem in einem unheilvollen Zusammenspiel mit steigenden Treibstoffkosten viele Reedereien in die Existenznot getrieben. In den Sog der Krise ist jetzt auch die Nordenhamer Reederei Baum & Co geraten. Das Unternehmen musste für vier Schiffe die Insolvenz anmelden und sie verkaufen.

Die Firma Baum & Co ist eine Holding, zu der die Norba Shipping GmbH und die Nordenhamer Bereederungs GmbH gehören. Geschäftsführer dieser Tochterunternehmen sind Alexander Baum und Hans-Joachim Renno.

Bei den vier Schiffen, die verkauft werden mussten, handelt es sich um die Frachter „Anna“, „Volkers“, „Karin“ und „Blexen“. Gemeinsam mit privaten Anlegern aus ganz Deutschland hatte das Nordenhamer Unternehmen diese Schiffe in jeweils eigenständigen Einzelreedereien betrieben. Sie waren für den Containerverkehr gebaut worden. Aber mit ihren Stellplatzkapazitäten für 350 bis 390 Standard-Container erwiesen sie sich nach über zehn erfolgreichen Jahren als Container-Feeder letztlich als zu klein, so dass die Reederei sie zu Mehrzweckfrachtern umrüsten ließ.

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Notbremse gezogen

„Die Anleger und die betroffene Bank hatten mit erheblichen Mitteln versucht, die Schiffe zu retten“, sagt Hajo Renno. Doch nach vier schweren Jahren zogen die Geldgeber die Notbremse.

Nach dem Gang zum Amtsgericht veräußerte die Nordenhamer Reederei im Auftrag des Insolvenzverwalters die zum Teil schuldenfreien Schiffe. Die „Anna“ (Baujahr 1998) und die „Volkers“ (1998) gingen an einen neuen Eigentümer in der Türkei, während die „Karin“ (1995) und die „Blexen“ (1996) an einen Investor aus Malta verkauft wurden.

Alexander Baum und Hajo Renno bringen die Ursachen der Misere schnell auf den Punkt: „Extrem hohe Brennstoffkosten kombiniert mit sehr billiger Konkurrenztonnage.“

Aufgrund des Verlustes der vier Schiffe sah sich die Geschäftsführung zu Personalkürzungen gezwungen. Von den elf Mitarbeitern verlieren sechs bis Ende November ihre Stelle. Die meisten von ihnen haben bereits eine neue Beschäftigung gefunden.

Die abgespeckte Flotte des Nordenhamer Unternehmens, das zu seinen besten Zeiten 20 Schiffe auf Fahrt hatte, besteht nunmehr aus fünf Containerfrachtern in Bereederung. Baum & Co unterhält keine eigene Schifffahrtslinien, sondern vermietet die Frachter an große Reedereien. Hinzu kommen drei Schiffe, für die Baum & Co in Maklerfunktion für den litauischen Eigner die Fremdbefrachtung übernommen hat.

Die Situation in der Seeverkehrsbranche ist nach wie vor schwierig, weil die Marktbereinigung nur schleppend vorankommt. Zwar hat das weltweite Transportaufkommen im vergangenen Jahr um 7,5 Prozent zugelegt. Aber gleichzeitig ist die Flottenkapazität um 11 Prozent angewachsen, weil immer noch neue Schiffe, die in den Boomjahren bestellt worden waren, auf den übersättigten Markt drängen. Die Verschrottung der alten Pötte hinkt hinterher.

Neue Projekte

Alexander Baum und Hajo Renno sind trotzdem zuversichtlich, dass ihr Unternehmen die Krise meistern und langfristig überleben kann. Sie sehen für Baum & Co ein Ausbaupotenzial in zusätzlichen Bereederungen in der Küstenschifffahrt.

Zudem arbeiten sie mit der Norba Shipping GmbH an einem Projekt im Offshore-Bereich. Für den Bau und die Wartung von Windkraftanlagen wollen die Nordenhamer Reeder ein Serviceschiff, das zwei Wochen vor Ort auf See bleiben kann, auf den Markt bringen.

Als Befrachtungskontor W. Baum OHG entstand 1973 die Reederei, die heute als Baum & Co firmiert. Gründer waren Wolfgang Baum, Claus-Dieter Brockmeyer, Edlef Jessen und Wilhelm Tensing. Jetzt sind Wolfgang Baum und Edlef Jessen die Geschäftsführer des Unternehmens, das als Holding tätig ist.

Das operative Geschäft betreiben die Norba Shipping GmbH und die Nordenhamer Bereederungs GmbH & Co KG.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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