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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Internet: Schneckentempo statt Highspeed

23.06.2017

Waddensersiel Eigentlich ist Christian Bergmann mit seinem Internetanschluss zufrieden. Er hat bei der EWE eine 50 000er-Leitung gebucht. Dass die 50 Mbit pro Sekunde bei ihm nicht ankommen, ist ihm klar. Doch ein Schreiben der EWE, in dem ihm mitgeteilt wurde, dass eine technische Umstellung notwendig sei, machte ihn stutzig.

Drei Ausbau-Schritte laufen parallel

Der Ausbau des Breitbandnetzes in der Wesermarsch läuft zurzeit in drei Schritten parallel.

Die Telekommunikationsanbieter bauen ihre Netze auf eigene Kosten aus. Sie beschränken sich jedoch auf Bereiche, die für sie wirtschaftlich sind.

Die Gemeinden, Städte und der Landkreis Wesermarsch haben „weiße Flecken“ auf der Landkarte der Breitbandversorgung identifiziert. Mit Hilfe von Förderungen aus Bund und Land will der Landkreis in Kooperation mit Städten und Gemeinden das Breitbandnetz in nicht wirtschaftlichen Bereichen ausbauen, damit möglichst viele Haushalte erreicht werden.

Die Ausschreibung ist fast beendet, teilt Ingrid Miodek vom Landkreis mit. Anschließend kann mit der Netzplanung begonnen werden. Sie appelliert deshalb an bisher „unterversorgte“ bürger, sich an den Landkreis zu wenden, damit die Bereiche berücksichtigt werden. Der Ausbau des Netzes soll am 31. Dezember 2018 fertig sein.

Zusätzlich hat die Telekom der Bundesnetzagentur zugesichert, dass sie ihre Leitungen im sogenannten HVT-Nahbereich (Hauptverteilernahbereich) ausbaut. Gerade im Bereich Butjadingen würden die Bürger davon massiv profitieren, sagt Ingrid Miodek.

Auf Nachfrage erfuhr er, dass er eine komplett andere Verbindung bekommen soll. Statt eines VDSL-Anschlusses, über den Christian Bergmann mit etwa 15 bis 16 Mbit pro Sekunde surft, wird er in Zukunft einen ADSL-Anschluss haben. Damit surft er mit nur circa 8 Mbit pro Sekunde – Für Christian Bergmann ein Unding. Seine Nachbarn, Andreas und Petra Muschter, erhielten das gleiche Schreiben. Sie sind nicht nur verärgert, sie fürchten um ihre Existenz. Das Paar betreibt einen Internet-Handel und muss ihre Seite ständig aktuell halten.

Ausgerechnet eine Modernisierung des Netzes ist der Grund dafür, warum Christian Bergmann ausgebremst wird. Wie EWE-Sprecher Mathias Radowski mitteilt, soll das Angebot in Waddens durch das sogenannte Vectoring verbessert werden. Damit würden nahe dem Kabelverzweiger Geschwindigkeiten von bis 100 Mbit pro Sekunde erreicht werden. „95 Prozent der Kunden werden von der Vectoring-Schaltung profitieren“, schätzt er.

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Doch das gilt nicht für Christian Bergmann und seine Nachbarn. Denn „leider kann es aus technischen Gründen in Ausnahmefällen dazu kommen, dass einzelnen Kunden nach der Vectoring-Umstellung weniger Bandbreite zur Verfügung steht“, sagt Mathias Radowski.

Christian Bergmann wohnt rund zwei Kilometer vom Kabelverzweiger entfernt. „Wenn diese Leitung sehr lang ist oder eine schlechte Qualität aufweist, ist eine weitere Versorgung mit VDSL leider nicht möglich , da dadurch die Internet- und Telefonverbindungen von allen Kunden, die von diesem Kabelverzweiger versorgt werden, gestört werden können“, erklärt Mathias Radowski, warum Christian Bergmann nicht einfach seine „alte Leitung“ behalten kann.

Doch das Gebiet Waddensersiel sei Bestandteil der Ausschreibung des Landkreises Wesermarsch, mit dem der Landkreis eine bessere Breitbandversorgung sicherstellt, versucht Mathias Radowski zu beschwichtigen. „Durch den geförderten Ausbau wird Herr Bergmann eine sehr viel höhere Bandbreite als aktuell erhalten. Die niedrigere Bandbreite ist in der Zwischenzeit leider aus technischen Gründen nicht zu verhindern“, sagt er. Wie lange Christian Bergmann nun mit der langsameren Verbindung leben muss, kann niemand sagen.

Zu den „weißen Flecken“ (insgesamt waren es 17 Gebiete), die die Gemeinde an den Landkreis gemeldet hat, gehört auch die Region Waddens, bestätigt auch Bürgermeisterin Ina Korter. Dieser Ausbau soll bis Ende 2018 fertiggestellt sein. Als sie von Christian Bergmann angesprochen wurde, habe sie die EWE gebeten zu prüfen, ob sich für die Zwischenzeit bis zum Ausbau eine andere Lösung finden lässt.

Merle Ullrich Brake / Redaktion Brake
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