• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

„Wo ist denn der Bauernschutz?“

12.09.2017

Schweewarden Schadet das, was der Natur helfen soll, ganz stark den Bauern? Ja, genau das meinen einige Nordenhamer Landwirte. Konkret befürchten sie, dass das vernässte Grünland, das als Ausgleich für die neue Deponiefläche der Nordenhamer Zinkhütte in Galing bei Schweewarden in Nachbarschaft der alten Deponiefläche angelegt wird, nicht nur viele Wiesenvögel, sondern auch zahlreiche Gänse anlocken könnte. Und diese Gänse könnten sich nicht nur auf dem eigens für den Vogelschutz in Nähe der Deponie extensivierten Grünland heimisch machen, sondern eben sehr stark auch auf intensiv landwirtschaftlich genutzte Flächen im Umland.

Böse Erfahrungen

„Wir haben böse Erfahrungen gemacht mit Wasserflächen hinterm Deich“, sagte Annegret Conrady während einer Informationsveranstaltung der Zinkhütte in einem Zelt in Nähe der Deponie in Galing. Die stellvertretende Vorsitzende des Ortslandvolkvereins Blexen-Schweewarden erinnerte an die große Zahl von Weißwangengänse (auch Nonnengänse genannt), die seit fünf Jahren zwischen Blexersande und Grebswarden Weiden kahl fressen und sie verkoten – offenbar weil sie auch vom dort neu entstandenen Seenpark angezogen werden. Landwirte versuchen, hierfür Entschädigungen zu bekommen.

Auch Landwirt Bernd Böschen brachte während der Informationsveranstaltung der Zinkhütte die Sorgen der Milchbauern wegen gefräßiger Gänse zum Ausdruck und fügte hinzu: „Wo ist denn der Bauernschutz?“

Rede und Antwort für die Zinkhütte stand Dr. Günter Halle. Er ist Mitglied der Geschäftsleitung und für die Deponie Galing bei Schweewarden verantwortlich.

Günter Halle stellte klar, dass nicht die Zinkhütte, sondern die Naturschutzbehörden die richtigen Ansprechpartner für die Landwirte seien. Denn die Zinkhütte setze mit ihren Vogelschutz-Vorhaben nur das um, was sie als Auflagen zur Genehmigung der neuen Deponie erfüllen müsse.

Zur Erläuterung: Die neue Deponie wird auf Grünland angelegt, das Teil eines europäischen Vogelschutzgebietes ist. Die Zinkhütte hat eine Ausnahmegenehmigung bekommen, muss aber zum Ausgleich im unmittelbaren räumlichen Zusammenhang, also in der Nachbarschaft, Flächen so naturnah herrichten, dass Wiesenvögel dorthin gleichsam umziehen können.

Millionen für Vogelschutz

Dazu gehören Flachwasserzonen und feuchtes Grünland. Die Zinkhütte gibt für diese Ausgleichsflächen mehrere Millionen Euro aus.

Butjadingens Bürgermeisterin Ina Korter (Grüne) regte während der Informationsveranstaltung in Galing an, eine hölzerne Aussichtsplattform zur Beobachtung von Wiesenvögeln zu bauen. Günter Halle sagte, die Zinkhütte sei dafür offen, aber die Entscheidung liege bei der Unteren Naturschutzbehörde (also beim Landkreis).

Insgesamt etwa 90 Personen, weit überwiegend Bewohner der benachbarten Dörfer Schweewarden und Tettens, waren der Einladung der Zinkhütte zur Informationsveranstaltung gefolgt.

Bedenken oder Einwände hatten Schweewarder bereits in früheren Veranstaltungen vorgebracht und diese waren von der Zinkhütte aufgenommen worden. Diesmal äußerten sich lediglich Mitglieder des Klootschießer- und Boßelvereins besorgt.

Denn noch in diesem Herbst will die Zinkhütte eine neue Sielquerung bei der Deponie an der Langlütjenstraße bauen. Die Boßler würden sich gerne möglichst frühzeitig darauf einstellen, weil diese Straße eine auch für Wettbewerbe genutzte Boßelstrecke ist. Doch Günter Halle bat um Verständnis, noch keinen genauen Termin mitteilen zu können.

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
Rufen Sie mich an:
04731 9988 2206
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.