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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Soja-Bohnen aus dem Mühlengarten

10.10.2018

Seefeld Kann die Soja-Pflanze auch in der Wesermarsch heimisch werden? Dieser Frage ist Gesche Gloystein, Geschäftsführerin des Kulturzentrums Seefelder Mühle, zusammen mit Adriana Vrehl und Erik Reimers, die (nacheinander) ihr Freiwilliges Kulturelles Jahr in der Mühle absolvierten, auf den Grund gegangen.

1000 Gärten

Das Kulturzentrum beteiligte sich an dem Projekt „Das Soja-Experiment – 1000 Gärten“. Das Projekt wurde in Kooperation von der Universität Hohenheim, dem Forschungszentrum Jülich und dem Tofu-Hersteller Taifun Tofu ins Leben gerufen und wird vom Bundesamt für Bildung und Forschung gefördert. Soja hat keinen guten Ruf, ist sich Gesche Gloystein bewusst. „In der Herstellung in Südamerika ist Soja nicht unbedingt eine ,gute’ Pflanze, weil dafür in vielen Gebieten der Regenwald abgeholzt wird“, sagt sie. Auch von gentechnisch veränderten Varianten sei immer häufiger die Rede. „Aber dieses Experiment soll genau dem entgegenwirken“, sagt Gesche Gloystein. Denn mit dem Projekt soll herausgefunden werden, ob die ursprünglich aus Asien stammende Pflanze auch in Deutschland wachsen kann – ohne dafür den Regenwald abzuholzen.

Zwölf verschiedene Soja-Sorten – allesamt gentechnikfreie Bio-Soja-Kreuzungen – haben die Teilnehmer zugesandt bekommen. In zwei großen Pflanzkästen haben Gesche Gloystein und ihre Helfer die Soja-Pflanzen streng nach einer mitgelieferten Anleitung angebaut. Von der Aussaat bis zur Ernte mussten die Teilnehmer verschiedene Daten erheben.

Daten sammeln

„Wir mussten zum Beispiel gucken, wann die Pflanze anfängt zu blühen. Aber die Pflanzen haben so kleine Blüten, das war gar nicht so einfach“, sagt Gesche Gloystein. Auch die Blütenfarben, die bei den zwölf Sorten zwischen weiß und violett variierten, mussten die Teilnehmer notieren, wie viele Schoten die einzelnen Pflanzen gebildet haben, wie viele Zweige, wie viele Etagen und sogar, in welchem Abstand zum Boden sich die Schoten gebildet haben.

„20 Hülsen mussten wir öffnen, und die Bohnen zählen, den Rest übernehmen die Projektorganisatoren“, berichtet Gesche Gloystein. Auch die Temperaturen mussten die Teilnehmer genau aufzeichnen, dafür wurde extra ein sogenannter Temperaturlogger mitgeliefert. Die gesammelten Daten und geernteten Hülsen haben Gesche Gloystein und Erik Reimers nun zur Versuchsstation der Universität Hohenheim geschickt. Dort werden die Daten ausgewertet.

Die Soja-Pflanze sei eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt und habe viele positive Eigenschaften, wie einen sehr hohen Eiweiß-Gehalt, aber auch die Bodenqualität können die Pflanzen verbessern, berichtet Gesche Gloystein. In Deutschland wird Soja seit Jahrzehnten hauptsächlich als Viehfutter verwendet. „Nur ein geringer Anteil wird für den Menschen genutzt“, sagt sie.

Für das Mühlenteam ist das Soja-Projekt zwar offiziell beendet, aber doch noch nicht ganz abgeschlossen. Denn als Dank für die Teilnahme hat das Kulturzentrum einige Samen zur privaten Nutzung geschenkt bekommen. „Die wachsen jetzt im Garten von Cornelia Iber-Rebentisch, weil wir im Mühlengarten keinen Platz mehr hatten“, erzählt Gesche Gloystein. Nach der Ernte, will das Mühlenteam daraus selbst Tofu herstellen, verrät die Geschäftsführerin.

Merle Ullrich
Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2202

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