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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Seine Zelte stehen in ganz Deutschland

02.02.2016

Schweierzoll Eine der großen Unternehmerpersönlichkeiten in der Wesermarsch ist am Sonnabend gestorben: Uwe Böseler. Der Inhaber des größten Zeltverleihs im nördlichen Oldenburger Land wurde 69 Jahre alt.

Das nächstgrößere Unternehmen ist in Vechta ansässig. Uwe Böseler hat sein Familienunternehmen in Jahrzehnten aufgebaut; die Anfänge reichen bis in die 60er Jahre zurück.

Seine Eltern Ruth und Günter Böseler betrieben einen kleineren Lebensmittel-Großhandel, zunächst in Kötermoor. 1963 kauften sie den ehemaligen Bahnhof Schweierzoll der einige Jahre zuvor eingestellten Bahnlinie Rodenkirchen/Varel gleich neben der großen Molkerei. Uwe Böseler wohnte bis zu seinem Lebensende in dem Gebäude.

Lehrmeister aus Varel

Wegen des Ladensterbens ging damals das Geschäft schlechter, die Eltern begannen sich nach einer Alternative umzusehen. Ende der 60er Jahre liehen sie sich zum ersten Mal ein Festzelt und stellten es beim Reitlander Schützenfest an der Gaststätte von Leni Heitmann auf. Dass sich das Geschäft gut entwickelte, lag auch an Hero Christophers. Der Vareler Lebensmittelhändler war ein Kunde der Böselers. Zusätzlich betrieb er das Schankzelt Goldener Engel.

„Ich war dort wie ein Kind im Haus“, erinnerte sich Uwe Böseler im Herbst 2013 in einem Gespräch mit der NWZ . Der Vareler gab dem aufstrebenden Schweierzoller einige goldene Regeln für das Leben als Zeltwirt mit. Zum Beispiel die, immer konstant bei der Sache zu bleiben.

Dass sie diese Regel beherzigt haben, sei einer der Gründe für ihren Erfolg, sagt Uwe Böseler: „Bei jeder Veranstaltung, die wir übernehmen, ist wenigstens ein Mitglied der Familie dabei. Und wir sind immer zu erreichen, wenn mal irgendetwas ist.“

Anfang der 70er Jahre kaufte sich die Familie die ersten drei Stahlrohrzelte zu 300, 250 und 90 Quadratmeter. 1973 hatte ihre Bewerbung um den Rodenkircher Markt nach mehreren Anläufen Erfolg.

Friesenhus in Oldenburg

Heute sind sie dort mit einem 500-Quadratmeter-Zelt und einem 225 Quadratmeter großen Anbau vertreten, dem Marktcafé. Seit mehr als 20 Jahren bietet das Zelt zwei Eingänge. Ein weiterer Clou ist seit einigen Jahren die gläserne Fensterfront, die sonst nur bei Jubiläumsveranstaltungen aufgebaut wird.

Inzwischen ist das Unternehmen in ganz Deutschland aktiv. Bis nach Pfarrkirchen südlich von München werden die Zelte gefahren. Seit 2009 ist die Firma mit ihrem größten Zelt, dem 4000 Quadratmeter großen Friesenhus, beim Kramermarkt in Oldenburg vertreten, 2013 erstmals auch beim Hamburger Dom.

Die Zahl der Zelte wuchs auf rund 70 an. Ein rundes Dutzend Stammmitarbeiter bauen sie auf und wieder ab. 5 große Zugmaschinen mit 3 Kränen, 15 weitere Fahrzeuge und 160 Anhänger gehören zum Fuhrpark. Noch immer macht die Bewirtung 60 Prozent des Geschäfts aus, der Rest sind Lagerzelte – beispielsweise für den Verkauf von Campingmöbeln – und Industriezelte.

Im vergangenen Juli baute das Unternehmen binnen vier Tagen im brandenburgischen Altdöbern im Spreewald ein Zelt für einen abgebrannten Supermarkt auf, so dass der Verkauf weitergehen konnte.

Geschäftlich ist das Unternehmen auch durch Übernahmen gewachsen, räumlich durch den Kauf der alten Schweiburger Molkerei 1993 und der ehemaligen Raiffeisen-Warengenossenschaft, an deren Stelle Uwe Böseler 2010 eine 15 mal 170 Meter große Halle mit Photovoltaik auf dem Dach gestellt hat.

Seine drei Söhne Bernd, Peter und Kai hat Uwe Böseler gut auf die Übernahme der Geschäfte vorbereitet.


Sie können online kondolieren unter   www.nwz.trauer.de 
Henning Bielefeld
Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2203

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