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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Mitfahrerbank: Sie trampen ohne erhobenen Daumen

12.05.2017

Schwei Im Zuge der Dorferneuerung hat Schwei eine moderne Bushaltestelle mit einem schicken Wartehäuschen bekommen. Doch deshalb fährt der Bus nicht öfter. Für alle, die kein Auto haben – also vor allem für Jugendliche und Rentner – ist das ein Problem.

Doch jetzt gibt es dafür eine pfiffige Lösung. Die Schweier Bürgerin Renate Duhm hat sie gefunden: eine Mitfahrerbank. Lilo Stellmacher, Inge Minnemann und Inga Deharde haben sie am Donnerstagvormittag in Betrieb genommen. Die drei Rentnerinnen können ein Lied davon singen, wie es ist, wenn man in Schwei lebt und nicht motorisiert ist.

Tour nach Rodenkirchen

Dank der Mitfahrerbank können sie aus dieser Falle entkommen. Sie setzen sich einfach auf das rustikale Möbelstück und warten auf jemanden, der sie in Richtung Rodenkirchen mitnimmt. Diesmal ist es Renate Duhm selbst, es kann aber auch jeder andere Schweier sein, der nach Rodenkirchen fährt und noch drei freie Plätze in seinem Auto hat.

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Das ist Nachbarschaftshilfe im besten Sinne. In Schwei kennt man sich, vor allem wenn man dort so lange wohnt wie die drei Damen ohne Auto. Die Hürde für diese neue Form des Trampens dürfte also gering sein. „In der Stadt würde eine solche Einrichtung wohl nicht funktionieren“, sagt Renate Duhm.

Es waren die Hiobsbotschaften der vergangenen Monate, die Renate Duhm zum Handeln veranlasst haben: Zunächst schloss der Kaufmann Günther Oeltjen sein Geschäft, dann machte auch noch die Landessparkasse ihre Filiale zu. Die Raiffeisenbank hatte sich schon vor Jahren aus dem Dorf zurückgezogen und nur einen Geldautomaten hinterlassen.

Für immer mehr Besorgungen des täglichen Bedarfs müssen Schweier nach Rodenkirchen fahren – zu den Supermärkten, den Geldinstituten und zum Wochenmarkt. Doch nicht jeder Schweier hat ein Auto. Und es fährt nur morgens um 8 und mittags um 1 Uhr ein Schulbus. In den Ferien verkehrt er nur eingeschränkt, am Wochenende gar nicht. Das ließ Renate Duhm, die sich schon seit Jahrzehnten ehrenamtlich engagiert, keine Ruhe.

Gebrauchte Bänke

Die Idee eines Bürgerbusses nach Butjenter Vorbild geistert schon seit Jahren herum, ist aber nach Einschätzung von Renate Duhm schwer zu realisieren: „Ehrenamtliche Fahrer hätten wir genug, aber die Finanzierung ist ein Problem.“

Im Internet stieß Renate Duhm auf die Mitfahrerbank. Das Original steht angeblich in der Eifel, es ist aber auch in Niedersachsen schon kopiert worden. Die Bänke beschaffte sich Renate Duhm aus Spenden. Eine stand bisher als Ruhebank bei der Familie Sommer an der Ladestraße. Ein plattdeutscher Spruch ziert die Rückenlehne: „Verpuus di mal eben.“ Diese Bank steht jetzt bei der Bushaltstelle an der Bahnhofstraße. Die zweite Bank ist eine Spende der Zimmerei, die ihrer Familie gehört. Der Betrieb bereitete beide Bänke auch auf. Die zweite Bank steht jetzt unweit der Bushaltestelle am Rodenkircher Marktplatz; von dort aus können die Schweier sich wieder mit nach Hause nehmen lassen – auch hier als Tramper ohne erhobenen Daumen. Die Aufstellung hat die Dienstagsgruppe aus den Rentnern Klaus Duhm, Ernst Scherweit, Detlef Oltmanns und Klaus Blank übernommen.

Rodenkirchen ist für viele Schweier auch deshalb ein wichtiges Ziel, weil hier die Bahn hält und weil es deutlich bessere Busverbindungen gibt. Ein zweites Ziel wäre Varel, sagt Renate Duhm. Doch bevor sie das jetzige Angebot ausweitet, will sie sehen, wie es angenommen wird.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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