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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Sparbuch-Guthaben ist auf einmal weg

06.08.2011

RODENKIRCHEN Klaus Zuckert war geschockt, als ihm der Schalterbeamte in Elsfleth sein Postbank-Sparbuch zurückgab. Denn auf dem Konto waren plötzlich nur noch 51 Cent als Guthaben ausgewiesen. Dabei hatte der Rodenkircher doch die Zinsen für sein altes Sparbuch mit einem Guthaben von 32,32 Euro (im Jahr 1999) nachtragen lassen wollen.

Keine Erklärung gefunden

Für Klaus Zuckert, der sich für die angefallenen Zinsen des seit mehr als zehn Jahren ruhenden Sparbuches interessierte, gab es keine Erklärung. Er sei fassungslos gewesen, erinnert sich der Rodenkircher. Auch der Schalterbeamte habe ihm den Vorgang nicht erklären können. Das Geld jedenfalls war futsch.

Eine Antwort auf die brennende Frage, wie so etwas geschehen konnte, gab jetzt Uta Schaller von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Postbank in Bonn auf Anfrage der NWZ . Die Postbank habe zum 1. August 2008 ein Entgelt für lange nicht aktiv genutzte Sparkonten eingeführt, teilte Uta Schaller mit. Dieses Entgelt würde nur erhoben bei Sparkonten mit dreimonatiger Kündigungsfrist. Alle betroffenen Kunden seien von der Postbank angeschrieben und darüber informiert worden.

Informationen abgeschickt

An ein solches Schreiben kann sich Klaus Zuckert zwar nicht erinnern. Er schließt aber nicht aus, einen solchen Brief von der Postbank erhalten zu haben. Er sei vor einiger Zeit an die Lange Straße umgezogen, so seine Begründung.

Dem Rodenkircher will indes nicht einleuchten, weshalb plötzlich Gebühren für sein Postbank-Sparbuch erhoben werden. Die Postbank argumentiert, dass man sich zur Einführung dieses Entgeltes entschlossen habe, da Sparkonten, die von den Kontoinhabern nicht aktiv genutzt würden und nur geringe Einlagen aufwiesen, überproportional viele Kosten verursachen würden. Das Produkt „Sparkonto mit dreimonatiger Kündigungsfrist“ werde seit über zehn Jahren von der Postbank nicht mehr neu eröffnet. Damit sei auch nur ein verschwindend kleiner Teil der Spareinlagen von diesem Entgelt betroffen, lässt die Postbank wissen. Im Jahr 2008 seien das gerade einmal 0,2 Prozent gewesen.

Das Entgelt für mehrjährige unbewegte Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist beträgt laut Postbank einen Euro pro Monat. Ein unbewegtes Sparkonto könne jederzeit in ein Sparkonto aus der aktuellen Produktpalette umgewandelt werden. Dann würde kein Entgelt anfallen. Auch wenn der Kunde innerhalb der letzten fünf Jahren auf dem Sparkonto Geld eingezahlt oder abgehoben habe, der Kontoinhaber minderjährig sei, der Kontoinhaber mehrere Konten unterhielte und das Sparkonto ein Guthaben von mehr als 60 Euro aufwiese, würde kein Entgelt anfallen.

Klaus Zuckert jedenfalls ist verwundert. Wie könne ein Konto, das seit Jahren ruht, Kosten verursachen, fragt er sich. Er habe nun Abstand gewonnen, doch lachen könne er nicht darüber, merkt der Rodenkircher an.

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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