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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

„Auch ein Problem für uns Menschen“

17.05.2018

Stadland Die Gemeinde Stadland soll ihren Teil dazu beitragen, das Insektensterben zu stoppen. Das fordert die Grünen-Fraktion im Rat, die dazu einen umfangreichen Antrag eingereicht hat.

Wie die Grünen-Fraktionsvorsitzende Elke Kuik-Janssen schreibt, ist die Biomasse von Insekten um 75 Prozent zurückgegangen. Dadurch fänden auch Vögel immer weniger Nahrung. „Drei von vier Vogelarten sind inzwischen gefährdet – auch der Spatz oder die Lerche“, schreibt Elke Kuik-Janssen. „Aber auch immer mehr Fledermausarten oder Amphibien sind vom Aussterben bedroht.“

Das sei nicht nur ein Problem für die Natur, „sondern insbesondere auch für uns Menschen“, sagt die Fraktionschefin: Rund zwei Drittel aller Kulturpflanzen sind auf Bestäubung angewiesen. „Ökonomen haben errechnet, dass Insekten dabei eine jährliche Leistung im Wert von unglaublichen 200 Milliarden Euro erwirtschaften.“

Damit das so bleibt, soll der Rat einen Sieben-Punkte-Aktionsplan beschließen, den die Grünen mit ihrem Antrag vorlegen:
 Kommunale Grünflächen werden durch Aussaat oder Initialpflanzung mit ein- oder mehrjährigen heimischen Blühpflanzen bestückt. Die Pflanzung von Bäumen und Hecken sollte sich ebenfalls auf heimische Arten beschränken. „Weißdorn ernährt über 30 Vogelarten“, schreibt Elke Kuik-Janssen, „Kirschlorbeer ist hingegen ökologisch so wertvoll wie eine Betonmauer.“
 Kommunale Grünflächen sollen frühestens zu einem Zeitpunkt gemäht werden, zu dem die Blütenpflanzen ausgesamt haben, so dass sie auch ohne Neuansaat dauerhaft erhalten bleiben. Mulchmäher sollen nicht mehr eingesetzt werden. Soweit möglich, sollen Blüh- und Altgrasstreifen stehen bleiben, heißt es in dem Antrag weiter.

Zudem soll die Gemeinde ab 1. August bei allen Grundstücken, die sie bewirtschaftet, auf den Einsatz von Totalherbiziden wie Glyphosat sowie Neonikotinoiden verzichten. Das soll auch für Grundstücke von kommunalen Unternehmungen gelten, deren Mehrheitsgesellschafter die Gemeinde ist.
 Die öffentliche Beleuchtung wird weiterhin nach und nach auf LED umgestellt. Dabei werden Abstrahlwinkel, Farbtemperatur und Betriebszeit insektenschonend geregelt.
 Die Seitenräume der kommunalen Feld- und Wirtschaftswege sollen dem Artenschutz dienen. Dafür werden sie künftig entweder mit feldheckentypischen Gehölzen bepflanzt oder mehrjährige Blühpflanzen werden eingesät – je nach Standort. Mindestens soll aber die natürliche Sukzession erhalten bleiben, sagen die Grünen.
 Landwirtschaftliche Nutzflächen, die der Gemeinde gehören, sollen vorrangig an ökologisch oder auf andere Weise naturnah wirtschaftende Betriebe verpachtet werden. Totalherbizide oder Neonikotinoide dürfen nicht eingesetzt, gentechnisch veränderte Pflanzen nicht werden, fordern die Grünen.
 Der zuständige Fachdienst entwickelt einen Pflegeplan, mit dem Pestizide zu 100 Prozent von Gemeindeflächen verbannt werden. Gleichzeitig initiiert die Gemeinde bienen- und insektenfreundliche Projekte.
 Kommunale Bebauungspläne legen fest, dass Vorgärten bepflanzt werden müssen. Nur Gehwege und Stellflächen dürfen „in einem vertretbaren Maß“ gepflastert oder bekiest werden.

Henning Bielefeld
Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2203

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