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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Küstenautobahn: Noch fünf Jahre bis Baubeginn

24.10.2019

Stadland Helmut Leiner und Hans-Georg Hemme schauen einander stirnrunzelnd an. „Wir sind schon über 80“, sagt Helmut Leiner, „und fragen uns, ob wir wohl noch auf dieser Autobahn fahren können.“ Das war eine der wenigen Fragen, die beim Infomarkt zur Küstenautobahn am späten Dienstagnachmittag in der Markthalle unbeantwortet bleiben mussten.

2024, sagt Foke Wittschen, sollen die Arbeiten für den dritten Abschnitt zwischen Schweierfeld und Dedesdorf beginnen. 10,4 Kilometer ist er lang, 133 Millionen Euro sollen die Arbeiten allein in diesem Abschnitt kosten. Doch die letzte Schätzung ist von 2014.

Einwendungen ab 2020

Außer Helmut Leiner und Hans-Georg Hemme kommen während der vierstündigen Veranstaltung etwa 70 weitere Interessierte – Anwohner und Grundeigentümer, aber auch Politiker und Führungskräfte aus den Verwaltungen. Das sind weniger als bei den beiden Infomärkten zu den Abschnitten eins und zwei, als es 100 bis 200 Gäste waren.

Im Frühjahr 2020 will die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Oldenburg den Antrag auf Planfeststellung – also Genehmigung – dieses Abschnitts stellen, erläutert Foke Wittschen, der bei der Landesbehörde Teilprojektleiter für diesen Abschnitt ist. Dann werden die Unterlagen in allen Rathäusern ausgelegt, und die Bürger können Einwendungen erheben.

Ziel der Behörde ist es, möglichst viele Probleme schon im Vorwege auszuräumen – auch durch diesen Infomarkt. Die wichtigsten Fragen beziehen sich auf den Lärmschutz und auf Grundstücksangelegenheiten.

Für den Lärmschutz ist Stefan Kleemann zuständig. Grundlage seiner Berechnungen sind die Verkehrsprognosen für 2030. An zwölf Gebäuden, sagt er, werden die Grenzwerte überschritten. Doch nur für fünf Häuser – sie stehen alle in Hayenwärf – ist eine Lärmschutzwand vorgesehen, 400 Meter lang und zwei bis vier Meter hoch. Für die übrigen Gebäude soll es passiven Lärmschutz durch entsprechende Fenster geben.

Für die Autobahn und die erforderlichen Kompensationsflächen werden im dritten Abschnitt rund 150 Hektar Land gebraucht. 41 Hektar davon hat die Behörde schon gekauft, sagt Axel von Hollen, der für den Grunderwerb zuständig ist. Insgesamt seien rund 50 Eigentümer betroffen. „Je länger wir in der Planung sind, desto öfter werden wir von Eigentümern angesprochen“, sagt von Hollen. Sobald das Planfeststellungsverfahren für den dritten Abschnitt beginnt, wollen er und und seine Kollegen mit allen Eigentümern sprechen.

Den Tunnel aufrüsten

Um ihnen Flächen zum Tausch anbieten zu können, hat die Behörde auch außerhalb der Trasse schon Land gekauft. Eine Flurbereinigung ist in diesem Bauabschnitt nicht vorgesehen, weil sie schon beim Bau des Wesertunnels stattgefunden hat.

Für den Wesertunnel ist Claus Campe zuständig – auch in dessen Normalbetrieb. Der Tunnel muss vor allem beim Brandschutz so aufgerüstet werden, dass er statt jetzt 20 000 dann 35 000 Fahrzeuge am Tag verkraften kann. Dazu ist vor allem ein deutlich besserer Rauchabzug erforderlich, der wartende Autofahrer nicht gefährden kann. Der Ausbau beider Tunnelröhren wird drei bis fünf Monate dauern; dazu wird in der jeweils freien Röhre ein Begegnungsverkehr eingerichtet. Wer vor dem Rotlicht stoppen muss, sollte sich auf bis zu 15 Minuten Wartezeit einrichten, sagt Claus Campe. Die Arbeiten werden EU-weit ausgeschrieben, was drei Jahre dauern wird.

Für den Umweltschutz ist Wolfgang Briem verantwortlich; geschützt werden müssen vor allem Brut- und Rastvögel, aber auch Fledermäuse. Dafür soll bei Kleinensiel eine 23 Hektar große Grünfläche mit Bewirtschaftungsauflagen und bei Neustadt zwei insgesamt 220 Hektar große Gebiete eingerichtet und die Kompensationsflächen östlich von Rodenkirchen um 9 Hektar vergrößert werden. Damit auch Wild, das zu Fuß unterwegs ist oder schwimmt, die mit einem 1,60 Meter hohen engmaschigen Zaun bewehrte Autobahn überqueren kann, wird die Trasse perforiert, wie Wolfgang Briem sagt: Insgesamt 22 größere oder kleinere Unterquerungen werden geschaffen. Die kleinen sind zwei Meter breit, die großen bis zu 40.

Untergrund verdichten

Foke Wittschen ist ganz froh, dass nur etwa 5 der 10,4 Kilometer dieses Abschnitts komplett neu gebaut werden – nämlich die Strecke von Schweierfeld bis zum Anschluss an die Bundesstraße 437 in Beckum. Die Bundesstraße 437 muss nur um Standstreifen erweitert werden. Der Neubau wird zu Beginn parallel zur Hochspannungsleitung verlaufen. Die Trasse muss im Überschüttverfahren durch bis zu sieben jeweils ein bis zwei Meter hohe Sandschichten verdichtet werden, weil der Boden zu weich ist. Das wird mehr als ein Jahr dauern.

Um die Entwässerung neu zu ordnen, werden sieben Kilometer Wasserzüge gebaut.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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