• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Wenn der Arzt adieu sagt

27.12.2018

Stadland Für Seefeld war es ein Schock: Am 16. März schloss der Allgemeinmediziner Peter Malinowski seine Praxis an der Hauptstraße. Mit 65 fühlte er sich reif für den Ruhestand. Einen Nachfolger hatte er nicht.

Inzwischen haben sich die Schockwellen von Seefeld aus über ganz Stadland ausgebreitet: Auch die anderen Dörfer fürchteten den medizinischen Notstand. Bürgermeister Klaus Rübesamen handelte und berief für den 5. März eine Podiumsdiskussion in der Markthalle Rodenkirchen ein. Mehr als 150 Zuhörer kamen, um den vielen Experten zuzuhören – von Helmut Scherbeitz, dem Geschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung in Wilhelmshaven, über Ingo Penner, den Geschäftsführer des St.-Bernhard-Hospitals Brake, bis zu den verbliebenen vier Ärzten in Stadland.

Nur eine Lösung, die fand sich nicht. Nicht an dem Abend mit der Podiumsdiskussion – und danach auch nicht. Seit Mitte März wird der Ärztemangel kompensiert, indem die vier übrigen Ärzte mehr Patienten behandeln. Einen Aufnahmestopp hat keine Stadlander Praxis verhängt.

Doch die Lage wird sich vermutlich verschärfen. Denn 2020 will der jetzt 68-jährige Schweier Arzt Gert von Heugel als nächster seine Praxis schließen. Dann müssen sich seine rund 2000 Patienten einen neuen Arzt suchen, denn von Heugel rechnet nicht damit, einen Nachfolger für sich zu finden: Es gebe einfach zu wenige Ärzte in Deutschland.

Und wenn Gert von Heugel seine Praxis ohne Nachfolgeregelung schließt, dann will auch Dr. Christian Bauer aufhören. Der Rodenkircher Mediziner ist jetzt 73, und in diesem Alter würde er noch gern auf dem jetzigen Stand über 2020 hinaus weitermachen, wie er sagt, aber eben nicht mit mehr Patienten. Dann wären nur noch die Rodenkircher Ärzte Bettina Krusche und Jürgen Albrecht übrig. Beide wollen in Rodenkirchen alt werden, wie Jürgen Albrecht sagt.

Im Mai brachte die Gemeindeverwaltung ein Faltblatt heraus, mit dem sie um junge Ärzte für Stadland wirbt. Wenig später bot sich der ehemalige Pfarrer Gerhard Roos (75) aus Norderschwei an, die Faltblätter in Kliniken zu verteilen und auch im Internet nach wechselwilligen Ärzten zu fahnden. Der Erfolg ist bislang überschaubar: Nahezu alle Interessenten sprangen ab; jetzt ist nur noch ein Schiffsarzt übrig, der im März an Land gehen will.

Und zwischendurch gab es sogar richtig Ärger: Die Bemühungen von Bürgermeister Klaus Rübesamen um einen Investitionskostenzuschuss der Kassenärztlichen Vereinigung von 50.000 Euro hatten zunächst Erfolg. Doch das Geld floss dann an einen Braker Arzt, der seine Praxis nur wiedereröffnet hatte.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
Rufen Sie mich an:
04731 9988 2203
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.