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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

„Stationärer Einzelhandel hat Chancen“

22.01.2015
Frage: Wie groß ist die Gefahr, die der Onlinehandel für den stationären Einzelhandel bedeutet?
Carola Havekost: Der Anteil des Online-Handels am Gesamtumsatz, der im Einzelhandel erzielt wird, beträgt zurzeit rund 9 Prozent. Das bezieht sich auf alle Sortimente, auch auf Lebensmittel. Online werden aber vor allem Bekleidung, Schuhe und Elektroartikel verkauft – also Sortimente, die auch für den Ortskern relevant sind und ihn prägen. Bei diesen Sortimenten ist der Anteil des Online-Umsatzes deutlich höher. Er erreicht bis zu 17 Prozent. Der Online-Handel wirkt sich damit ganz klar auf den stationären Einzelhandel aus.
Frage: Können Sie die Situation speziell für den Braker Einzelhandel einschätzen?
Carola Havekost: Das würde eine Haushaltsbefragung voraussetzen. Aber Brake macht gegenüber vergleichbaren Städten sicherlich keine Ausnahme.
Frage: Lassen sich bestimmte Zielgruppen definieren, die besonders dazu neigen, online einzukaufen?
Carola Havekost: Grundsätzlich gilt, je jünger die Kunden sind, umso größer ist ihre Neigung, online einzukaufen. Junge Leute wachsen mit dem Smartphone und mit elektronischen Medien auf und kaufen viel selbstverständlicher im Internet ein als die ältere Generation. Vor diesem Hintergrund gehen wir auch fest davon aus, dass es noch einen Anstieg im Onlinehandel geben wird.
Frage: Was raten Sie Einzelhändlern, um diesem Trend entgegenzuwirken und im Konkurrenzkampf mit dem Onlinehandel zu bestehen?
Carola Havekost: Es gibt auf jeden Fall Chancen für den stationären Einzelhandel, weil er vieles bietet, was ein Onlinekauf nicht bietet. Man kann die Ware ausprobieren, anprobieren, angucken und anfassen. Und vor allem kann man sie sofort mitnehmen und muss nicht auf den Paketboten warten. Das sind Vorteile, auf die sich ein stationärer Einzelhändler besinnen und mit denen er auch werben sollte. Zudem sollten Einzelhändler ihr Ladenlokal ansprechend und erlebnisorientiert gestalten, und zwar auf ihre jeweilige Zielgruppe ausgerichtet.
Frage: Welche Aktivitäten sollten Einzelhändler selbst im Internet unternehmen?
Carola Havekost: Sie sollten auf jeden Fall dafür sorgen, dass ihr Geschäft im Internet mit den wichtigsten Informationen wie etwa den Öffnungszeiten zu finden ist. Und sie sollten auch dafür sorgen, dass sie mit ihren Sortimenten und Marken von Suchmaschinen schnell gefunden werden und möglichst weit oben in der Liste der Treffer stehen.
Frage: Empfehlen Sie stationären Einzelhändlern eigene Web-Shops?
Carola Havekost: Ein Web-Shop kostet Geld und Arbeit und erfordert zudem sehr viel Know-how. Da muss jeder Einzelhändler für sich selbst entscheiden, ob sich der Aufwand für ihn rechnet. Auf jeden Fall sollte man sich aber darum bemühen, den Anschluss nicht zu verlieren.
Frage: Welche Hilfestellungen bietet in diesem Zusammenhang die IHK?
Carola Havekost: Wir haben für dieses Jahr zu dem Themenkomplex sechs Informationsveranstaltungen in Planung; die erste soll im April stattfinden. Zudem bieten wir kleinen Betrieben Sprechtage an, an denen es zum Beispiel um die Gestaltung von Webseiten, um Social Media und Internet-Recht geht.
Frage: Was kann eine Kommune wie die Stadt Brake tun, um die Einzelhändler zu unterstützen?
Carola Havekost: Ich em-pfehle Kommunen, sich mit der Entwicklung im Einzelhandel auseinanderzusetzen. Das bedeutet auch, dass sie sich genau überlegen sollten, an welchen Standorten sie welche Sortimente zulassen oder ausschließen. Wir plädieren hier für die Stärkung der Ortskerne, weil sie es sind, über die sich die Menschen mit ihrer Stadt identifizieren.
Detlef Glückselig
Butjadingen
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2204

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