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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Statt eines Booms „bescheiden schön“

06.01.2011

NORDENHAM Der strenge Winter hat den Taxiunternehmen in Nordenham insgesamt offenbar kaum Zuwächse bei den Beförderungen beschert. Im Geschäft über Weihnachten und den Jahreswechsel gab’s teilweise sogar Einbrüche im Vergleich zu den Vorjahren. Das hat eine Umfrage der NWZ  ergeben. Als „bescheiden schön“ charakterisierte eine Taxifahrerin die Geschäftsentwicklung.

Wegen der Schnee- und Eisglätte hätten vor allem ältere Leute verstärkt ein Taxi in Anspruch genommen – für Einkäufe und Arztbesuche. Insgesamt gesehen könnte das Geschäft aber besser laufen, sagte Heinrich Dähne, Inhaber von Taxi Team Kluth & Bessel GmbH. Er sei seit 2004 im Geschäft. Das Nachfrage-Niveau sei auf dem Stand von damals geblieben.

Auch Weihnachten schlecht

An Weihnachten und Neujahr sei es so schlecht gelaufen wie noch nie, berichtet eine Frau, die bereits seit 1975 Taxi fährt, und nicht mit Namen genannt werden möchte. Die Zahl der Veranstaltungen und auch die Besucherzahlen seien rückläufig, wie zum Beispiel der Silvesterball in der Friedeburg gezeigt habe. Viele ältere Menschen seien auch in einem strengen Winter nicht auf das Taxi angewiesen, weil sie Unterstützung von der Familie oder Bekannten bekommen.

Vor allem aber hätten die Leute inzwischen weniger Geld in der Tasche. „Daran ist der Euro schuld“, meint die Taxifahrerin. Das zeige sich auch beim Trinkgeld, das in früheren Jahren die Regel gewesen sei und heute ganz selten gezahlt werde.

Diese Taxifahrerin geht davon aus, dass es auch zu viele Taxi-Unternehmen in der Stadt gibt und jedes sein eigenes Süppchen kocht, statt auf Zusammenarbeit zum Beispiel beim Reifenkauf zu setzen.

„Wir hatten genug zu tun und haben nicht immer alles geschafft, vor allem vor Weihnachten. Aber die Nachfrage ist nicht größer gewesen als in den Vorjahren“, berichtet Hermann Schulte, der sich 2006 selbstständig gemacht hat. Er fährt seit 34 Jahren Taxi und hat die Erfahrung gemacht: Das Geld sitzt nicht mehr so locker – nicht nur bei jungen Leuten. Früher habe es 30 bis 40 DM Trinkgeld an einem Weihnachtsabend gegeben, wenn es gut lief; heute gebe es kaum noch Trinkgeld.

Paul Kase ist seit 1988 Inhaber eines Mitwagen- und Taxiunternehmens. Das Geschäft habe durch den strengen Winter nicht angezogen. Sein Unternehmen habe aber überwiegend Festaufträge (auch Behindertentransporte). „Das normale Taxigeschäft hat bei uns einen ganz geringen Anteil und da gab es keine großen Veränderungen.“

Eisglätte schränkt ein

Wegen der Eisglätte habe es aber Einschränkungen gegeben. Zum Beispiel seien in der Silvesternacht im Gegensatz zu den Vorjahren keine Rückfahrten auf Vorbestellung angenommen worden, weil niemand die Straßenverhältnisse vorhersehen konnte.

Klaus Bultmann (Inhaber von „Taxi Bulli“) hat den Eindruck, dass die Nachfrage infolge des strengen Winters zugenommen hat. Aber ihm fehlen Vergleichsmöglichkeiten. „Ich bin neu im Geschäft, seit einem Jahr selbstständig. Bei mir geht’s kontinuierlich aufwärts.“

Nordenhams Taxifahrer hoffen darauf, dass sich die Straßenverhältnisse weiter verbessern. Schnee und Eis haben ihnen in den vergangenen Wochen schwer zugesetzt.

Die Stadt müsse nicht unbedingt alle Nebenstraßen streuen, aber sie schon von Eisbergen befreien, die auch zu Beschädigungen an Taxen geführt hätten, sagt einer der Inhaber.

Die Nachfrage sei stark gewesen, habe aber wegen der glatten Straßen nicht befriedigt werden können. „Die Stadt hat uns im Stich gelassen“, beklagt ein Fahrer, der nicht mit Namen genannt werden möchte. Nicht einmal die Zufahrtsstraße zum Krankenhaus sei ausreichend gestreut worden. In Nordenham hätten alle Autofahrer mit einer geschlossenen Eisdecke zu kämpfen gehabt. Inzwischen habe sich die Situation aber nach und nach gebessert. Auch andere Fahrer sind sauer. Wenigstens an den Kreuzungen und auch an der Walter-Rathenau-Straße, am Mittelweg und der Bahnhofstraße und Kölner Straße hätte gestreut werden müssen, kritisiert einer. Ein anderer sagt, dass es in den Gemeinden Butjadingen und Stadland nicht besser gewesen sei. Dort habe man auch auf Betonstraßen zu kämpfen gehabt, die bestenfalls in Eigenregie von Bauern geräumt wurden. Wegen Eisregens sei der Winter vor einem Jahr aber noch schlimmer gewesen, fügt dieser Taxifahrer hinzu.

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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