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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Milchkrise: „Stille Enteignung“ der Bauern beenden

20.05.2016

Rodenkirchen Hans Foldenauer spricht von einer „stillen Enteignung“ der Milchbauern. Und er ist davon überzeugt, dass die Bauern diese Enteignung nur stoppen können, wenn sie die Stille beenden und „deutliche Aktionen“ gegen den ständig fallenden Milchpreis starten.

Das sagte der Sprecher des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) am Mittwochabend in der Markthalle Rodenkirchen. Rund 90 Landwirte waren der Einladung des BDM gefolgt. Hans Foldenauer ist 58 Jahre alt und Eigentümer eines 200-Hektar-Betriebes in Irsee im Allgäu mit 95 Kühen und einer Biogasanlage, den inzwischen die nächste Generation bewirtschaftet. Carsten Glüsing-Lüerßen vom BDM-Team Wesermarsch begrüßte ihn.

Seit mehr als zwei Jahren wirbt Hans Foldenauer – er ist beim BDM Sprecher für Politik und Kommunikation – für das Krisenkonzept seines Verbandes. Es sehe nicht die Wiedereinführung der abgeschafften Quotenregelung vor, sondern sei eine „Rückversicherung für den Krisenfall“.

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Grundgedanke dieses Programms ist, dass Angebot und Nachfrage ausgeglichen sein müssen, wenn die Preise stabil sein sollen. Deshalb müsse bei Überproduktion eine freiwillige und zeitlich begrenzte Mengenregulierung einsetzen.

Mehrstufiges System

Werde diese Überproduktion von der Milchmarkt-Beobachtungsstelle der EU festgestellt, greife ein mehrstufiges System. Zunächst werde die private Lagerhaltung geöffnet – das sei schon am 1. August 2014 geschehen.

In einem zweiten Schritt starte das Marktverantwortungsprogramm – es soll diejenigen bestrafen, die die Verantwortung für die Überproduktion tragen. Wer weniger Milch an seine Molkerei liefert, bekommt 30 Cent Entschädigung pro Kilogramm, wer zuviel liefert, muss 40 Cent pro Kilogramm bezahlen. Wenn das nicht reicht, wird die Senkung der Milchanlieferung für allgemeinverbindlich erklärt. Das werde bei einer Reduzierung um drei Prozent EU-weit 1,35 Milliarden Euro pro Jahr kosten. Diese Ausgabe sei allein schon wegen der Superabgabe der Bauern in Höhe von 1,2 Millionen Euro zu finanzieren.

Eine solche Senkung sei schon zu erreichen, indem die Kühe weniger Kraftfutter zu fressen bekommen. Allerdings geht der Trend zurzeit in die andere Richtung: Wie Carsten Glüsing-Lüerßen in einer Umfrage bei Lieferanten und Abnehmern der Milchbauern erfuhr, ist Kraftfutter das einzige Produkt, von dem die Bauern trotz deutlich geringerer Einnahmen nicht weniger kaufen, um den Preisverfall wenigstens etwas durch Masse ausgleichen zu können.

Hans Foldenauer betonte, dass die Politik langsam in Richtung dieser Vorschläge tendiere. So habe der EU-Agrarministerrat in seiner Sitzung vom 14. März die Gemeinsame Marktordnung so geändert, dass freiwillige Mengenvereinbarungen möglich gemacht werden.

Auch die Agrarminister der Bundesländer gingen jetzt in diese Richtung, aber Bundeslandwirtschaftsminister blocke als Einziger noch ab.

Pulverfonds stockt

Dass der CSU-Politiker damit aber keineswegs allein auf weiter Flur steht, machte der Vorsitzende des Kreislandvolkverbandes Wesermarsch, Dr. Karsten Padeken, deutlich: „Wir haben dafür in unseren Gremien keine Mehrheit, und ohne breite Mehrheit im Rücken können wir die Menge nicht regulieren, weil damit in die Freiheit des Unternehmers eingegriffen wird.“

Hendrik Lübben, der Vorsitzende des Milchausschusses der Kreislandvolkverbände Wesermarsch und Friesland, sagte, eine kurzfristige Lösung dieser Krise sei nicht möglich. Auch der vom Ausschuss vorgeschlagene Milchpulverfonds werde noch länger auf sich warten lassen.

Ralf Degen gab zu bedenken, dass schon die Diskussion über eine Mengenbegrenzung zu noch mehr Milcherzeugung führen werde, weil jeder Landwirt von einem möglichst hohen Sockel aus reduzieren wolle. Thomas Rosskamp rief Landvolk und BDM zu einer guten Zusammenarbeit auf. Die SPD-Landtagsabgeordnete Karin Logemann, Hiddigwarden, pflichtete ihm bei: „Ich freue mich über den guten Umgang in der Wesermarsch. Den dürfen wir uns nicht kaputt machen lassen.“


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www..nwz.tv/wesermarsch 
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Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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