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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Eine Radtour ins eigene Ich

02.11.2019

Stollhamm Auf seinem Handy hat Uwe Hänßler die Route abgesteckt. 600 Kilometer ist sie lang. Dicke Punkte markieren die Orte, die er ansteuern will. Der 54-Jährige nutzt dafür kein Auto. Und er wird unterwegs auch nicht in Hotels übernachten. Uwe Hänßler ist mit dem Fahrrad und einem selbstgebauten Wohnanhänger unterwegs. In dem wenigen Gepäck, das er mit sich führt, hat er eine Botschaft. Freitag ist der Stollhammer gestartet.

Uwe Hänßler ist Lehrer an der Zinzendorfschule in Tossens. Eigentlich müsste er in diesen Tagen Mathe und Physik unterrichten. Doch der 54-Jährige, der Geld für die Wurzel vieler Übel hält, arbeit zurzeit nicht. Er hat ein Sabbatjahr genommen, das er für Touren mit dem Fahrrad und dem Wohnanhänger nutzt. Uwe Hänßler ist dabei nicht nur zu Freunden, Verwandten und Bekannten unterwegs. Reduziert auf das bisschen, was in seinen Anhänger passt, ist er auch auf dem Weg zu sich selbst – zu einer Innenschau, von der er sich Aufschluss darüber erhofft, wie er sein weiteres Leben gestalten soll. Zu erfahren, was Minimalismus mit einem macht, und ganz nah dran zu sein an der Natur und an sich selbst, das ist es, worauf er sich am meisten freut.

Uwe Hänßler interessiert sich für alternative Lebensformen. Er hat sich viel mit Tiny Houses beschäftigt, in denen man seinen Besitz auf das absolut Notwendigste reduziert, und eben auch mit Wohnanhängern für Fahrräder, die man für viel Geld kaufen oder aber selber bauen kann.

Der Stollhamm hat sich für Letzteres entschieden. An seinem ersten Modell hat er ein Jahr gebastelt – um dann festzustellen, dass der Anhänger mit 95 Kilo viel zu schwer geworden ist, um ihn mit dem Fahrrad zu ziehen.

Also machte sich Uwe Hänßler daran, einen zweiten Anhänger zu bauen – nach dem gleichen Prinzip, aber teils anderen, teils einfach weniger dicken Materialien. Das Ergebnis – 0,94 mal 2,04 Meter in den Abmessungen – wiegt schlanke 45 Kilo. Für den Aufbau hat Uwe aus dem Bootsbau stammendes Biegesperrholz genutzt. Der Anhänger hat Rückleuchten und Blinker, die von einer kleinen, auf dem Gepäckträger des Rades montierten Batterie gespeist werden. Als Bett dient eine Gartenliege, den Kleider- und Werkzeugschrank bilden vier kleine und eine etwas größere Kunststoffwanne.

Der Bau des zweiten Hängers hat drei Monate gedauert. Die führen dazu, dass der Stollhammer nicht, wie geplant, im August, sondern eben erst jetzt, Anfang November, aufgebrochen ist.

Die Reise wird Uwe Hänßler über Wittmud nach Oldenburg und Hannover, Lüneburg, Hamburg, Bremerhaven und zurück nach Stollhamm führen. In den Städten besucht er Freunde und verwandte.

Daneben möchte der 54-Jährige mit Leuten ins Gespräch kommen, die wie er für ein alternatives Gesellschaftssystem plädieren. Auf seinem Wohnanhänger weist Uwe Hänßler auf „The Venus Project“ hin, bei dem es um eine ressourcenbasierte Wirtschaft geht. In einem solchen Gesellschaftssystem hat Geld keine Bedeutung mehr. Statt dessen werden Rohstoffe gerecht unter allen Menschen aufgeteilt, und alle Güter und alle Leistungen stehen jedem zur Verfügung.

Für seine erste Tour hat Uwe Hänßler drei bis vier Wochen eingeplant. Die zweite Reise, zu der er im Frühjahr starten möchte, wird bis zu vier Monate in Anspruch nehmen. Saarbrücken wird den südlichsten, Dresden den östlichsten Punkt der 2500 Kilometer langen Tour darstellen.


Reisetagebuch unter   https://b-the-change.dyndns.org/wp/ 
Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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