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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Babynahrung aus Strückhausen für die Welt

08.02.2019

Strückhausen Milch, so viel sei gleich verraten, bekommt man hier nicht zu Gesicht. Und das, obwohl die riesigen Tanks insgesamt 2,6 Millionen Liter fassen. Und auch die Babynahrung selbst sehen nur wenige Mitarbeiter im streng abgeschirmten „Rotbereich“. Der ganze Produktionsprozess im, so DMK-Baby-Betriebsleiter Stefan Eckert, „Hightech-Standort“ verläuft hinter verschlossenen Türen in einem Bereich, dessen Hygienestandards denen eines Pharmakonzerns gleichen. Besucher dürfen lediglich – und auch das nur in Schutzkleidung nach Passieren einer Hygieneschleuse – in den „Gelbbereich“.

Doch auch hier zeugen die blanken Edelstahltanks, die kilometerlangen Leitungen und diverse Apparaturen zur Haltbarmachung, Trennung, Konzentration von Milch und ihrer Bestandteile und der (noch eine) Trockenturm vom Wandel im Betrieb. „Wir haben nur die Außenhülle stehen lassen. Innen ist alles neu“, verrät Werksleiter Gerhard Baalmann beim Rundgang den geladenen Kunden, Lieferanten und Medienvertretern. Die hatten sich aus Russland, China und dem Nahen Osten, aber auch aus europäischen Ländern aufgemacht, um am Donnerstag in Strückhausen eine Blick auf die 145-Millionen-Investition der DMK Deutsches Milchkontor GmbH zu werfen. Eine der größten Einzelinvestitionen im norddeutschen Raum, wie Thomas Brückmann betont – mit positivem Effekt weit über die Wesermarsch hinaus.

Glückliches Ende

Für des Landrat war es „ein bewegender Moment“, dass das Werk Strückhausen am Donnerstag auch offiziell eröffnet wurde, nachdem die Produktion im November langsam angelaufen ist. Noch als Bürgermeister der Gemeinde Ovelgönne hatte er den Niedergang des Molkereistandortes, an dem immerhin seit 1884 Milch verarbeitet wird, miterleben müssen.

Sein Amtsnachfolger, Bürgermeister Christoph Hartz, war angesichts der Vielzahl internationaler Gäste „very proud“ und hofft angesichts von „Made in Ovelgönne“ auf einen deutlichen Schub des Bekanntheitsgrades seiner Gemeinde. Aber auch darauf, dass die Gewerbesteuern „nach oben schnellen“. Es sei „absolut die richtige Entscheidung“ an diesem Standort zu investieren – und für die finanzschwache Kommune auch „dringend nötig“.

Für beide sind besonders die 170 Mitarbeiter, die am Standort derzeit beschäftigt sind, der vielleicht größte Grund zur Freude. Und noch mehr die Ankündigung von Stefan Eckert, dass es im kommenden Jahr bis zu 230 sein sollen. Aktuell sind für den Standort 13 freie Stellen auf der Firmenseite gelistet. In den nächsten Wochen und Monaten wird nach und nach die Produktion hochgefahren, in einigen Bereichen wird schon im Drei-Schicht-Betrieb gearbeitet, noch an fünf, bald aber schon an sieben Tagen die Woche. Andere Bereiche sollen folgen.

Beim rund drei Jahre dauernden Umbau des Werks seien zahlreiche bauliche Herausforderungen zu meistern gewesen, so Baalmann. Einige Gebäudekomplexe seien abgerissen, alle Bestandsgebäude komplett saniert worden.

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Strückhausen ist innerhalb der DMK-Gruppe der auf die Produktion von Babynahrung spezialisierte Standort. Die Kapazitäten des Werkes erlauben es darüber hinaus Produktionsspitzen umliegender Werke aufzufangen oder bei Störungen einzuspringen.

Viel Wert gelegt wurde auf Nachhaltigkeit. So wird der größte Teil der anfallenden Prozessenergie dem Produktionskreislauf wieder zugeführt. Das der Milch entzogene Wasser wird nach einem Reinigungsprozess für das Säubern der Arbeitsmaterialien genutzt. Nicht zuletzt auch aus Hygienegründen wird die Verpackung im Werk selber zusammengefügt. Die Kartons für die Babynahrung werden dabei geschweißt statt verklebt. Im Gelb- und Rotbereich findet sich aus diesem Grund übrigens auch keine einzige Holzpalette. Material wird auf eigene Kunststoffpaletten umgepackt. Bei einem Wechsel von „Gelb“ zu „Rot“ erfolgt in einer Schleuse erneut ein Umpacken.

Bekenntnis zur Region

Und hier setzt auch Bürgermeister Hartz mit einem weiteren Wunsch an: „Es würde mich freuen, wenn das Werk so weit kommt, Bio-Milch zu verarbeiten.“ Er verwies auf den Wandel in der Gesellschaft; künftig müsse gelten: „Was ist uns das wert, nicht was kostet das?“ Verarbeitet werde derzeit nur Milch von Kühen aus gentechnikfreiem Fütterung, lässt DMK-Aufsichtratsvorsitzender Heinz Korte wissen. Für ihn ist die Investition ein „echtes Bekenntnis zur Region, in der wir beheimatet sind“ – und das mit dem Kapital der Landwirte.

Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) dankt dem Unternehmen, dass es „Wort gehalten und die Wesermarsch nicht abgehängt hat“. Dem Thema Ernährung komme eine immer größere Rolle zu, der Niedersachsen auch in der Forschung gerecht werde. SPD-Landtagsabgeordnete Karin Logemann freut sich über Arbeitsplätze, die auch im Niedriglohnsektor oder in Teilzeitform vor allem auch für Frauen geeignet sind.

Markus Minten Redaktionsleitung Brake / Redaktion Brake
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