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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Der Krimi rund ums weiße Gold

02.02.2019

Strückhausen Auf diesen Tag hat man in Strückhausen, in Ovelgönne und der gesamten Region lange gewartet. Am kommenden Donnerstag, 7. Februar, nimmt das umgebaute Milchwerk an der Strückhauser Straße 64-68 offiziell seinen Betrieb auf. Allein die jüngere Geschichte liest sich wie eine Krimi rund um die Milch, das weiße Gold.

145 Millionen euro

Zu den Fakten: In den vergangenen Monaten ist aus dem ehemaligen DMK-Milchwerk Strückhausen eine der modernsten Produktionsstätten für Babynahrung in Deutschland entstanden. Im Hightech-Werk werden bereits seit Beginn des Jahres Babynahrungs-Produkte der DMK-Marke Humana hergestellt. Dafür sind nach DMK-Angaben 145 Millionen Euro investiert worden, die eine langfristige Perspektive und neue Arbeitsplätze im ländlichen Raum garantieren.

Mit der vollständigen Inbetriebnahme des Werks werden für den deutschen und internationalen Markt jährlich bis zu 40 Millionen Kilogramm Milch aus gentechnikfreier Fütterung zu Babynahrung in Pulverform verarbeitet. Das sind sind sehr gute Nachrichten für die Region und das Milchland Niedersachsen, denn noch vor wenigen Jahren drohten dem Traditionsstandort in Herzen der Wesermarsch das komplette Aus.

Tiefpunkt 2011

Rückblick: Am 4. November 2011 fasst die NWZ die Lage in Strückhausen wie folgt zusammen: Der CDU-Landtagsfraktionsvorsitzende Björn Thümler und der SPD-Landesvorsitzende Olaf Lies haben auf einer Betriebsversammlung im Milchwerk Strückhausen gefordert, den Standort Strückhausen als letzten milchverarbeitenden Betrieb in der Wesermarsch unbedingt zu erhalten. Auch der Betriebsrat will um den Erhalt des Standorts kämpfen.

Unmittelbar zuvor hatte Sönke Voss, Geschäftsführer Produktion des Deutschen Milchkontors (DMK), den 59 Mitarbeitern das zukünftige Werk-Strukturkonzept vorgestellt. Nach den Plänen soll das Milchwerk in Strückhausen im Frühjahr 2013 geschlossen werden.

Es folgten Monate und Jahre der Angst um das Milchwerk Strückhausen. Der Betrieb existiert seit 1884, war von Bauern der Region gegründet worden, war lange Zeit vor allem für die Eisproduktion (Botterbloom/Nord-Eis) bekannt. Erst im Oktober 2010 war die ausgelagerte Eisherstellung mit 160 Mitarbeiten vom Eiskonzern R & R Ice Cream (Osnabrück) geschlossen worden.

Kommentar

Zukunft sichern

Niedersachsen ist das Milchland der Republik. Und die Wesermarsch kann man inmitten des Milchlandes getrost als Sahnehaube bezeichnen. Nirgendwo sind die Weiden grüner und saftiger.

Allein aus dieser Sicht ist es vernünftig, dass der Standort Strückhausen erhalten bleibt. Das Werk, das 1884 gegründet wurde, hat eine sichere Zukunft verdient, weil es wichtig für die Menschen, den ländlichen Raum und die ganze Region ist.

Standort verkauft

Am 22. August 2012 berichtet die NWZ, dass das Deutsche Milchkontor (DMK) den Standort Strückhausen an die Arinsal Invest GmbH (Nordhorn) und deren Partner, die niederländische Imeko Holding NV, verkauft hat. Pläne, das Werk in Strückhausen Ende des Jahres zu schließen, seien damit vom Tisch. Zwar wolle DMK schrittweise bis Ende 2014 die Produktion von Magermilchpulver in Strückhausen zurückfahren und die Milch stattdessen in anderen DMK-Standorten verarbeiten.

Gleichzeitig habe Imeko allerdings über die neu gegründete Tochtergesellschaft Dairy Pack Europe die Dosenlinie in Strückhausen erworben und wolle dort künftig eine eigene Produktion aufbauen. Die Arbeitsplätze könnten so erhalten bleiben. In Strückhausen sind zu dieser Zeit 58 Mitarbeiter beschäftigt.

Neue Perspektiven

Im April 2014 ändert sich die Lage noch einmal grundsätzlich. Am 4. April berichtet die NWZ, dass der stark gefährdete Standort Strückhausen deutlich aufgewertet werden soll: Das Unternehmen DMK habe Grundstück und Gebäude in Strückhausen wieder zu 100 Prozent in eigenen Besitz übernommen und werde die Kapazitäten nachhaltig ausbauen.

„Der Standort ist für die Zukunft gesichert“, sagte Pressesprecher Hermann Cordes. Die Mitarbeiter seien per Aushang über die Entwicklung informiert worden. Zu jener Zeit waren in Strückhausen 67 Beschäftigte tätig, einschließlich der Milchfahrer waren es 105.

Am kommenden Donnerstag wird mit der offiziellen Aufnahme der Produktion von Babynahrung eine neues Kapitel aufgeschlagen. Schon bald werden in Strückhausen mehr als 200 Mitarbeiter im Einsatz sein – in den besten Zeiten in Strückhausen waren es allerdings mehr als 600.


     www.nwzonline.de/fotos-wesermarsch.de 
Hans-Carl Bokelmann Jade/Ovelgönne / Redaktion Brake
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